«Man hat aus einer Mücke einen Elefanten gemacht»

Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats hat den bislang geheimen Bericht über die Armeeübung Stabilo Due diskutiert. Gemäss Bundesrat Maurer wurden die bei der Übung erkannten Mängel von den Medien stark aufgebauscht.

Maurer steht mit verschränkten Armen vor einem Armeefahrzeug, im HIntergrund ein Soldat. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verteidigungsminister Ueli Maurer. Keystone

Gemäss Medienberichten wirft der geheime Bericht zur Armeeübung Stabilo Due viele Fragen zur Einsatzfähigkeit der Truppe auf. Von Führungsmängeln ist im Papier die Rede, das auch SRF vorliegt. Die Armee könne im Ernstfall keine Krise bewältigen und um die Kommunikation sei es nicht gut bestellt.

Maurer: Die Koordination soll verbessert werden

2:33 min, aus SRF 4 News aktuell vom 05.11.2013

Nun hat Verteidigungsminister Ueli Maurer Stellung zu den Medienberichten genommen. «Man hat aus einer Mücke einen Elefanten gemacht», sagt Maurer gegenüber SRF. Armeeübungen würden gemacht, um Mängel zu erkennen und zu eliminieren. Das sei auch der Sinn von Stabilo Due gewesen.

Alle Unterstellten des Verbandes hätten dabei gute Arbeit geleistet: «Wenn alles so schlecht wäre, wie das nun dargestellt wird, dann wäre die Übung ja auseinandergefallen», sagt Maurer.

Kommunikation und Koordination verbessern

Man sei bereits daran, die Lehren aus Stabilo Due zu ziehen. Dabei gehe es etwa um die Kommunikation. Hier werde in neue Übertragungsnetze investiert. «Das war einer der strategischen Mängel.» Weiter seien die Ausbildung sowie die Koordination zwischen den Stäben bemängelt worden, so der Verteidigungsminister weiter. Dazu gehöre auch die Koordination zwischen Armee-Stäben und den zivilen Behörden.

Maurer betonte weiter, die Mitglieder der Sicherheitspolitische Kommission würden den Bericht «selbstverständlich» erhalten, wenn sie diesen wünschten. Die Kommission lehnte es an ihrer Sitzung nun aber knapp ab, Einsicht in den gesamten Schlussbericht der Übung zu fordern. Sie begnügt sich mit einer Kurzfassung.

Automatischer Bericht an die SIK

Um Indiskretionen wie jene um den Bericht zu Stabilo Due künftig zu verhindern, soll die SIK jeweils automatisch einen nicht-klassifizierten Bericht erhalten. Dieser fasse die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, sagte SIK-Präsidentin Chantal Galladé. Darauf hätten sich die Kommission und Maurer geeinigt.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • „Stabilo Due“: Schlechte Noten für Schweizer Armeeführung

    Aus Tagesschau vom 5.11.2013

    Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats gibt sich mit der Zusammenfassung des Berichts zur Armeeübung „Stabilo Due“ zufrieden. Diese liess VBS-Chef Ueli Maurer heute verteilen. Gemäss Zeitungs-Artikeln kommt die Armeeführung in dem Bericht schlecht weg.

  • Armeeübung «Stabilo Due»: Kommission sieht Handlungsbedarf

    Aus Echo der Zeit vom 5.11.2013

    Der unveröffentlichte Bericht über die Armeeübung «Stabilo Due» sorgt für  Wirbel. Durch Indiskretionen war bekannt geworden, die Armee habe schlecht abgeschnitten, für den Ernstfall sei sie ungenügend gerüstet.

    Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats ortet nach Einsicht in die Kurzfassung des Berichts Handlungsbedarf. Bundesrat Maurer findet das übertrieben.

    Elisabeth Pestalozzi