Marokkanische Kätzchen lösen Tollwutalarm aus

Erfolg für das Bundesamt für Gesundheit nach einem Suchaufruf: Zwei Personen aus der Schweiz meldeten sich, die Kontakt zu einem tollwutkranken Kätzchen aus Marokko gehabt haben könnten. Eine von ihnen hat sich aber sicher nicht angesteckt.

Eines der gesuchten Kätzchen auf dem Schoss einer Frau Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So jung und schon amtlich gesucht: Eine der vermutlich an Tollwut erkrankten jungen Katzen. BAG

Die Schweiz ist seit 1998 offiziell tollwutfrei. Deshalb setzt das Land alles daran, das Wiederaufflackern der Krankheit zu verhindern. Nach einem Tollwutfall in Frankreich hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) deshalb in der Schweiz einen Aufruf gestartet.

Nun haben sich zwei Personen gemeldet, die sich betroffen fühlten. Ein Anruf stammte aus der Westschweiz, der andere von einer Schweizerin in Thailand. Dies gab Reto Zanoni, Direktor der Tollwutzentrale, bekannt.

Zwei Katzen zugelaufen

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Tierimporte bergen Gefahr

Obwohl die Tollwut in Afrika, Asien und Osteuropa weit verbreitet ist, bringen Reisende immer wieder illegal Katzen und Hunde in die Schweiz. Im vergangenen Jahr hat die Tollwutzentrale 74 Tiere aufgrund verdächtiger Symptome untersucht. Tollwut wurde aber in keinem Fall festgestellt.

Der Person aus der Romandie seien zwei Kätzchen zugelaufen, auf welche die Beschreibung des BAG zutrifft: Eines ist getigert, das andere weiss. Konkrete Hinweise auf eine Herkunft aus Marokko gibt es zwar nicht. Weil sie allerdings auch nicht ausgeschlossen werden kann, wird der zuständige Kantonstierarzt die Tiere untersuchen. Besteht Verdacht auf Tollwut, werden sie eingeschläfert.

Von Fall aus Frankreich alarmiert

Ebenfalls gemeldet hat sich eine Schweizerin, die am erwähnten Strand in Marokko ein Kätzchen gestreichelt hatte. Sie ist derzeit in Thailand. Gemäss Zanoni kann jedoch aufgrund der Schilderungen der Frau ausgeschlossen werden, dass sie sich angesteckt hat.

Der Aufruf des BAG folgt nach dem Tollwut-Tod eines Kätzchens in Frankreich Ende Oktober, das aus Marokko stammte. Das BAG wurde informiert, dass sich zwei weitere Kätzchen, möglicherweise aus demselben Wurf, am gleichen Ort in Marokko befunden hätten.