Maurer mit erstaunlichen Aussagen zum Kampfjet-Deal

Die Schweiz kauft jetzt den Gripen. Hätte Berlin Ja zum Bankgeheimnis gesagt, wäre es der Eurofighter geworden.

Kurz vor der Debatte im Nationalrat über die Beschaffung des Kampfjets Gripen hat Bundesrat Ueli Maurer Einblick in das beendete Auswahlverfahren gewährt.

Demnach hatte die Schweiz auch politische Tauschgeschäfte mit Frankreich und Deutschland erwogen. «Doch die beiden Länder sahen sich ausserstande, auf unsere Anliegen in anderen Bereichen einzugehen», sagte der Verteidigungsminister im Interview mit der «Basler Zeitung».

«Im Gegenteil: Frankreich will die Erbschaftssteuer», und Deutschland setzte die Schweiz beim Bankgeheimnis unter Druck. «Machen wir uns keine Illusionen: Diese Länder zeigten keinerlei Bereitschaft, politische Gegengeschäfte zu prüfen.»

Stockholm und Bern auf Augenhöhe

«Längerfristig dürfte sich Schweden als der nützlichere, weil realistischere Rüstungspartner herausstellen.» Mit ihnen spreche die Schweiz auf Augenhöhe.

Für den französischen Dassault-Konzern, der den Rafale verkaufen wollte, und für den EADS-Konzern, der den Eurofighter anbot, «sind wir schlicht zu unbedeutend», sagte Maurer.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Gripen gewinnt an Flughöhe

    Aus 10vor10 vom 27.8.2013

    Der schwedische Kampfjet Gripen hat heute eine grosse Hürde genommen. Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates hat sich für den Kauf von 22 Kampfflugzeugen entschieden. Dabei stimmten die bürgerlichen fast geschlossen für den Gripen – auch die FDP-Vertreter, die dem Kauf lange kritisch gegenüberstanden.