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Schweiz Mehr dschihadistisch motivierte Extremismus-Fälle in der Armee

In der Schweizer Armee sind 2015 zehn Meldungen wegen dschihadistisch motiviertem Extremismus eingegangen. Im Vorjahr waren es lediglich vier gewesen. Mehr als die Hälfte (16) aller Meldungen betraf den Rechtsextremismus und zwei den Linksextremismus.

Soldaen in der Grenadier-Rekrutenschule bei einer Übung.
Legende: In der Schweizer Armee gab es 2015 keinen Fall von Extremismus mit sicherheitsgefährdenden Vorkommnissen. Keystone

Bei der Fachstelle Extremismus in der Armee sind im vergangenen Jahr wegen dschihadistisch motiviertem Extremismus zehn Meldungen eingegangen. 2014 waren es lediglich vier gewesen.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm aber die Zahl der Meldungen wie auch der identifizierten Personen insgesamt deutlich ab.

Extremismusfälle in der Schweizer Armee

Jahr
2011
2012201320142015
Meldungen und behandelte Fälle
2732304134
Identifizierte Personen
2254226044

Bei den gemeldeten Fällen handelte es sich hauptsächlich um Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung, beispielsweise aufgrund von Einträgen in sozialen Medien, schreibt die Fachstelle Extremismus im Verteidigungsdepartement (VBS) in ihrem Tätigkeitsbericht 2015.

In keinem einzigen Fall ging es dabei aber um Gewalttaten oder sicherheitsgefährdende Vorkommnisse. Relevante Fälle seien der Polizei gemeldet worden. Wie in den Vorjahren blieben grössere Vorkommnisse aus.

Rechter und dschihadistischer Extremismus dominieren

Insgesamt befasste sich die Fachstelle letztes Jahr mit 34 Meldungen und Anfragen. Sechs davon waren ohne Zusammenhang mit gewalttägigem Extremismus. Zwei davon betrafen Rassismus.

Von den verbleibenden 28 Meldungen mit Bezug auf Extremismus waren:

  • 16 dem Rechtsextremismus,
  • 10 dem dschihadistisch motivierten Extremismus,
  • und 2 dem Linksextremismus zuzuordnen.

Die Zahl von 34 Meldungen im Jahr 2015 entspricht laut VBS der Grössenordnung der letzten Jahre. Im Jahr zuvor hatte die Fachstelle einen Anstieg von rund einem Drittel verzeichnet.

Beim Extremismus gilt in der Schweizer Armee eine Null-Toleranz-Strategie. Das bedeutet, dass im Kader der Armee keine extremistische Geisteshaltung geduldet wird. Dafür wurden mehr als tausend Angehörige des Armeekaders und der Militärverwaltung in Schulungen sensibilisiert, schreibt die Fachstelle.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Wer hätte das gedacht, dass es einmal soweit kommt, dass Schweizer Soldaten das eigene Land verraten, in das sie ja unbedingt einwandern wollten. Zu meiner Zeit in der Armee war uns diskussionslos klar, dass wir, im Ernstfall der hoffentlich nie eintritt, unser Land und unsere Werte verteidigen würden. Wenn man jetzt nicht einmal mehr sicher sein kann, dass dies für den Kameraden an der Seite auch gilt, dann leidet die Moral der Truppe und erschwert die erfolgreiche Kampfführung.
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    1. Antwort von W. Scheidegger (W. Scheidegger)
      @Thomas Leu, genau, WER hätte DAS gedacht: ..im Sport nennt man solches "EIGENTORE" oder eventuell sogar "manipulierte Meisterschaft mit Wettskandal"! - Was würde heute der im 1992 verstorbene Jeanmaire und im 1977 verurteilte Brigadier zur "aktuell globalisierend offenen" CH-Armee sagen....(Damals "kamen" noch möglicherweise nur die Sowjetrussen via Bodensee in die neutrale Schweiz!)
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  • Kommentar von Paul Hänger (basilea@gmx.de)
    Eigentlich klar, dass es keine Linksextremen hat. Diese Linksextremen und Autonomie-Aktivisten gehen gar nicht erst zum Militär sondern verweigern oder machen Zivi. Aber Jihadisten und womöglich sogar kriegserfahrene Rückkehrer ist das letzte was wir brauchen können. Für die muss das CH Militär ja wie eine Wohlfühlvereinigung sein.
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  • Kommentar von W. Scheidegger (W. Scheidegger)
    ...wenn ich mein Gefühl hochrechne, besteht doch zunehmend die Möglichkeit, dass uns kein Land angreift, sondern bereits DA wäre! - Wie war es damals in ex-Jugoslavien?
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