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Schweiz Militärische Drohgebärden in Skandinavien und Russland

Über hundert Kampfflugzeuge stehen derzeit in Skandinavien – an der Grenze zu Russland – im Einsatz. Sie nehmen Teil an einer grossangelegten Übung von sechs Nato-Mitgliedern, gemeinsam mit Schweden, Finnland und der Schweiz. Unnötige Provokation oder nötige Tests?

Legende: Video Umstrittenes Manöver im hohen Norden abspielen. Laufzeit 03:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 26.05.2015.

Eiszeit statt Einigkeit – das Misstrauen zwischen Ost und West steigt seit Monaten. Man fühlt sich irgendwie an die Jahre des kalten Krieges erinnert.

Acht FA18-Flugzeuge der Schweizer Armee beteiligen sich am Grossmanöver. Im Einsatz stehen 15 Schweizer Piloten und 45 weitere Angehörige der Schweizer Luftwaffe. Russland hat umgehend reagiert und ebenfalls Luftwaffenmanöver angekündigt.

Russland: Eine militärische Weltmacht?

Russland demonstriert ebenfalls Stärke. 250 Kampfflugzeuge üben die Verteidigung gegen feindliche Luftangriffe. Damit zieht Russland erneut den Ärger des Westens auf sich. Jan Ove Rygg, ein norwegischer Brigadegeneral, sagt: «Ich denke Russland stellt seine Fähigkeiten wieder her, die es in Zeiten des kalten Krieges hatte und es ist offensichtlich, dass sie ein Spieler auf der Weltbühne sein wollen. Sie versuchen nun, an ihre frühere militärische Grösse anzuknüpfen, meint der Übungsleiter Jan Ove Rygg.

Verhältnis Ost-West kühlt ab

Russland als Mitspieler auf der Weltbühne? Wenn, dann sicher nicht mehr in einer Hauptrolle, sagt der Schweizer Militärstratege Mauro Mantovani. Russland könne sicher wieder zu einer Regionalmacht werden. Jedoch nicht zu einem Gegenspieler auf Augenhöhe mit der USA.

Zwischen dem russischen Übungsgebiet bei Kapustin Yar im Uralgebiet und jenem der Nato-Mitglieder und den nicht zur Allianz gehörenden Streitkräften Finnlands, Schweden und der Schweiz liegen ca 3000 Kilometer. Trotzdem ist die Lage angespannt. Die russische Luftwaffe hatte in den letzten Wochen und Monaten immer wieder mit Beinahe-Luftraumverletzungen im Ostseeraum provoziert.

Russland dürfte zur Machtdemonstration auch weiterhin die grossen Geschütze auffahren. Das Verhältnis zwischen Ost und West wird sich damit noch mehr abkühlen, denkt Mantovani.

Das Luftwaffen-Manöver in Nordeuropa dauert noch bis zum 4. Juni. Offiziell wird eine UN-Friedensmission geprobt.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Hz. imBoden, Ringgenberg
    NATO Manöver mit CH-Luftwaffe? Auch Russland übt die Verteidigung gegen feindliche Luftangriffe und die NATO spricht sofort von einer Provokation. Natürlich muss da auch die neutrale Schweiz unbedingt an diesen Manövern der NATO teilnehmen? Da alles doch nur Manöver und Uebungen für die "Friedensförderung" sind, müsste sich doch die neutrale CH-Luftwaffe auch einmal an Uebungen mit den russischen Kampfjets an friedlichen Luftangriffen in Russland beteiligen?
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Die CH hat an dieser Übung nichts zu suchen, denn das Übungsszenario wird von der NATO an der Grenze zu Russland durchgespielt - Provokation und die CH macht mit. Das ist eine Verletzung der Neutralität. Was haben sich die Verantwortlichen dabei gedacht? Nichts, gar nichts!
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    1. Antwort von Hadrian Han, Berner in Asien
      Die Schweiz, einmal nicht am Rosinenpicken, nimmt Ihre Verpflichtungen innerhalb der westlichen europäischen Staatengemeinschaft war. Man kann nicht nur profitieren, sondern muss auch etwas beitragen.
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    2. Antwort von Hans König, Häusernmoos
      @ Berner in Asien: Eine glaubwürdige und ehrliche Neutralität ist für die Weltgemeinschaft mehr wert als einseitige Kriegsspielchen mit einem Verteidigungspakt. Die CH braucht eine eigene, glaubwürdige und starke Verteidungsarmee und nichts mehr - die Vergangenheit hat es gezeigt. Solche Übungen kann man in Spanien, England - weit weg von Russlands Grenzen - durchführen.
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    3. Antwort von Hz. imBoden, Ringgenberg
      @H. Han....Seit wann hat die neutrale Schweiz bei der EU-Staatengemeinschaft militärische Verpflichtungen?
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    4. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @König: Aber, aber. Das ist ja ganz happige Kritik am Ueli. Nun, jeder merkt mal, was für unsägliche Plappermäuler wir mit den SVPlern doch in der Regierung haben, gratuliere!
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Uns wurde die Nato als reines Verteidigungsbündnis verkauft, von daher gesehen kein Problem von wegen Neutralität. Nur die Nato hat sich schon längst unter Führerschaft der USA zu einem Angriffsbündnis gewandelt, wie man unschwer an den Taten der letzten Jahrzehnte feststellen konnte (z.B. Jugoslawien). In Österreich scheint dies erkannt worden zu sein, in Diskussionen zum EU-Austritt wird eben dies erwähnt.
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