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Schweiz Mit Bildung gegen die Armut

Fehlende Bildung ist eines der grössten Armutsrisiken in der Schweiz. Wer keinen Abschluss hat, findet kaum einen Job. Doch die soziale Herkunft entscheidet in hohem Masse, wer welches Bildungsniveau erreicht. Caritas fordert Massnahmen, um dies zu ändern.

Die Bildung spielt eine entscheidende Rolle in der Armutspolitik. Am Caritas-Forum in Bern wurden Massnahmen von der Frühförderung bis zur Nachholbildung diskutiert. 250 Personen aus Politik, Wirtschaft und dem Sozialbereich nahmen an der sozialpolitischen Tagung teil.

Legende:
Armut und Bildung Ausbildungsabschlüsse der Sozialhilfe-Empfänger und der Bevölkerung im Alter ab 18 Jahren (2011) bfs

Armutsbekämpfung durch eine verbesserte Bildung beginnt im Kindesalter. Dies sei eine Notwendigkeit, unterstrich Regine Aeppli, Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, in ihrem Referat. Investition in frühe Förderung lohne sich und sei für die Chancengleichheit notwendig.

Auch Rudolf Strahm, Präsident des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung, ortet in mangelnder Ausbildung, das grösste Armutsrisiko: «Integration oder Reintegration in die Arbeitswelt ist die wichtigste Strategie zur Armutsbekämpfung.» Im heutigen System der Berufsbefähigung, Berufsbildung oder berufliche Nachholbildung erkennt er diesbezüglich Lücken.

Laut Iwona Swietlik, Leiterin der Fachstelle Bildung bei Caritas, stellt fehlende Bildung in der Schweiz eines der grössten Armutsrisiken dar.

Grundsätzlich hänge das Bildungsniveau in der Schweiz sehr stark von der sozialen Herkunft ab. Wer in armutsbetroffenen Verhältnissen aufwachse und lebe, habe es sehr viel schwerer sich einen Zugang zu Bildungsangeboten zu schaffen, diese zu bewältigen und zu finanzieren.

Drei Massnahmen

Die Schweiz muss laut Swietlik mehr in die Bildung investieren. Die Investitionen liegen heute knapp unter dem Durchschnitt der OECD-Länder. Es gehe aber um mehr als nur die finanziellen Investitionen. So solle Bildung als lebenslanges Konzept zur Armutsprävention begriffen und politisch verankert werden.

Um die Chancen von Kindern aus armutsbetroffenen Familien zu verbessern, muss laut Caritas Elternarbeit und Frühförderung als Teil des gesamten Bildungswesens verstanden werden. Des Weiteren soll der Illettrismus bekämpft werden und der Zugang zu beruflichen Ausbildungen verbessert werden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    Caritas die lächerlichste Institution in der Schweiz. Genau die wollen ja Rumäninnen in die Schweiz holen um alte demente Menschen zu pflegen. Alte demente Menschen brauchen ausgebildetes Schweizer Personal, welches schweizerdeutsch spricht und die Schweizer-Gewohnheiten kennt. Es gibt viele Realschulabgänger, welche keine Lehrstelle finden. Wieso werden solche Menschen nicht als PflegerInnen ausgebildet. Zudem im Gesundheitswesen wird ganz sicher niemand arbeitslos.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Ohne freie Stellen nützt auch das nichts. Und vor allem, senkt endlich die immensen, weltfremden Anforderungen an Stellensuchende. Es kann doch nicht sein, dass ein Schulabgänger schon im Anzug und mit einem dicken Dosier unterm Arm auf Stellensuche gehen muss. Ausserdem sollte den Politikern endlich klar werden, dass ihre Tagträume von Integration Ausgesteuerter und IV Bezüger in den Arbeitsmarkt GESCHEITERT sind. Sklavenarbeit kann nicht die Lösung sein. Die Leute haben Potential!
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Das Bildungssystem läuft immer mehr aus dem Ruder. Schule+Theorie bewertet man heute viel höher, als die praktische Arbeit. Z.B. im Pflegeberuf. Einheimische müssen sich hauptsächlich mit Schulen, Theorien + Bürokratie befassen statt sich, wie sie es eigentlich wollen, um Patienten zu kümmern. Weil sie das nicht dürfen, springen sie nach der teuren Ausbildung ab. Dann kommt die Ausrede, dass wir für das Eigentliche auf ausländisches Personal angewiesen sind. Hauptsache die Theoretiker v...
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