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Wie ist Frauen mit der Initiative geholfen, Frau Binder?
Aus Tagesschau am Vorabend vom 17.06.2020.
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Mitte-Ja zur Burka-Initiative «Nikab und Burka sind Ausdruck von Unterdrückung»

Das Parlament empfiehlt, die sogenannte «Burka-Initiative» an der Urne abzulehnen. Neben der SVP hat sich allerdings auch die Mitte-Fraktion im Nationalrat für ein Verhüllungsverbot eingesetzt. Eine der Wortführerinnen war die Aargauer CVP-Nationalrätin Marianne Binder. Für sie geht es nicht um Religion, sondern um Gleichberechtigung.

Marianne Binder

Marianne Binder

Nationalrätin (CVP/AG)

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Marianne Binder wurde am 20. Oktober 2019 für den Kanton Aargau in den Nationalrat gewählt. Seit 2016 ist sie Parteipräsidentin der CVP Aargau und amtete zuvor unter anderem als Kommunikationschefin der CVP Schweiz.

SRF News: Man geht davon aus, dass vielleicht ein paar Dutzend Frauen in der Schweiz regelmässig einen Nikab tragen. Man könnte Ihnen vorwerfen, Sie kümmerten sich hier um ein Randproblem.

Marianne Binder: Ich weiss nicht, wie viele Burkas es gibt. Aber die Menge für sich macht das Problem nicht aus. Man kann ja nicht sagen, weil etwas wenig vorkommt, sei es deswegen kein Problem. Kinderehen kommen auch nicht sehr viel vor. Trotzdem sind sie ein Problem für die Betroffenen.

Ein Nikab oder eine Burka sind wie kein anderes Kleidungsstück Ausdruck von Unterdrückung.

Aber es ist auch ein Recht, das Kleid zu tragen, das man gerne möchte. Die bekanntesten Nikab-Trägerinnen in der Schweiz waren ja Schweizerinnen, die zum Islam konvertiert sind und das Kleidungsstück freiwillig trugen.

Ich finde, eine erwachsene Frau kann ein Kopftuch tragen, wenn sie es möchte. Aber ein Nikab oder eine Burka sind wie kein anderes Kleidungsstück Ausdruck von Unterdrückung. Mir geht es in der ganzen Geschichte nur um das frauenrechtliche Problem, das Gleichstellungsproblem, das Grundrechtsproblem, das hier vorhanden ist.

Dieses Kleidungsstück ist die Spitze des Eisbergs, das muss man ganz klar sehen.

Alles andere interessiert mich nicht. Mich interessiert auch die Religion nicht in diesem Zusammenhang. Das ist eine Falle, in die man immer tappt. Man sagt, dann müsse man auch andere religiöse Symbole verbieten, beispielsweise das Kreuzchen oder ein Fatimahändchen, eine Kippa.

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Marianne Binder: «Kleidungsstück dient zur Unterdrückung»
Aus News-Clip vom 17.06.2020.
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Wie ist denn Frauen geholfen, die diskriminiert werden, wenn man diese Initiative annimmt?

Mit dieser Initiative allein ist diesen Frauen noch nicht geholfen oder nicht umfassend geholfen. Ganz sicher nicht. Dieses Kleidungsstück ist die Spitze des Eisbergs, das muss man ganz klar sehen. Aber ich bin da manchmal nicht ganz einig mit der Frauenbewegung, die jeden Fussgängerstreifen semantisch und auf sein Gender-Potenzial hin untersucht. Wenn es um Frauen in diesen Parallelgesellschaften geht, um Migrantinnen, wird laut geschwiegen, weil man nicht recht weiss, wie man damit umgehen soll.

Es gibt ja einen indirekten Gegenvorschlag, mit dem die Integration zum Beispiel von Immigrantinnen und auch die Gleichstellung gefördert werden soll. Ist das nicht zielführender?

Ich werde diesem Gegenvorschlag selbstverständlich zustimmen. Ich werde aber auch diesem Verhüllungsverbot zustimmen. Das kann ja nicht schaden, wenn das auch vorhanden ist.

Das Gespräch führte Gion-Duri Vincenz.

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Debatte um Nikab, Burka, Frauen- und Freiheitsrechte im Nationalrat
Aus Tagesschau vom 17.06.2020.
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Tagesschau vom 17.06.2020, 12:45 Uhr;

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Foletti  (Walter Foletti)
    Wehret den Anfängen!
    Gibst du den kleinen Finger, wollen sie bald die ganze Hand, dann folgte der Arm etc. etc.
    Ein Verbot für Nikab und Burkas inklusive Verhüllung an Demos etc., muss dringen gesetzlich verankert werden.
    Warum sind eigentlich die linken Kreise gegen ein Burka- und Nikab Verbot!
    Sie setzen sich richtigerweise, auch sonst immer für die Freiheit der Frauen ein.
    Vielleicht, weil die Idee nicht von ihnen Kommt?
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    1. Antwort von Thomas Trefzer  (ttre)
      Warum? Darum: Weil diese Initiative schlicht und einfach nicht den Frauenschutz im Sinn hat, sondern schlichtweg ein weiteres Mal eine dieser populistischen und fremdenfeindlichen und oberpeinlichen Initiativen dieser "Schweizer Volks Partei" ist. Da kann jetzt noch so viel Freiheit für Frauen hineininterpretiert werden wie will. Es geht um UNTERDRÜCKUNG. Punkt!
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  • Kommentar von Josephk Ernstk  (Joseph ernst)
    Ueli Lang (Wochenaufenthalter) bringt es auf den Punkt ! Burkas und Nikab gehören nicht zu unserer Kultur ! Das sind Forderungen des politischen Islams und deshalb zu unterbinden. Dieses dauernd sich anpassen wollen ist fatal und unverständlich !
    .
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    1. Antwort von Michael Siffert  (Pedro Ez)
      Ich befürchte sie haben den Begriff Kultur nicht richtig, oder gar nicht verstanden!
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  • Kommentar von Dirk Hauer  (Gilgamesch)
    Sind wir nun oder sind wir nicht eine Säkulare Gesellschaft, im weiteren Sinne verstanden als der institutionelle und mentale Prozess der Trennung zwischen Religion und Staat.
    Was dort Immer wieder diskutiert wird ist Bürgerliche Arbeitsbeschaffung.
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