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Legende: Video Wie fleissig ist die Schweiz? abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.05.2019.
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Mythos Büezer Ein Land der Vielarbeiter – oder doch nicht?

7.9 Milliarden Stunden haben Schweizerinnen und Schweizer letztes Jahr gearbeitet. Doch der Schein trügt.

Die Schweiz: Ein Land von regelrechten Arbeitstieren. Betrachtet man die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit im internationalen Vergleich sind wir gar Spitzenreiter. Mit einer Arbeitsstundenwoche von 42.5 liegt die Schweiz zusammen mit Island ganz vorne. In der Land- und Forstwirtschaft, im Gastgewerbe und in der Versicherungsbranche leisteten wir im vergangenen Jahr am meisten Arbeitsstunden.

Arbeitsökonom Josef Zweimüller ist nicht überrascht: «Das bezieht sich auf Personen, die Vollzeit beschäftigt sind, also ein 100-Prozent-Pensum haben. In der Schweiz ist die Regel-Arbeitszeit 42 Stunden und damit höher als in anderen Ländern».

Legende:
Durchschnittliche Dauer pro Vollzeitarbeitnehmenden (Auswahl von Ländern) Wöchentliche Arbeitszeit im internationalen Vergleich, in Stunden BFS

Ein Land von Teilzeit-Mitarbeitern

Doch genau hier liegt der Haken. Fasst man alle Erwerbstätigen – also auch die Teilzeit-Mitarbeiter – zusammen, liegt die Wochenarbeitszeit nur noch bei 35.8 Stunden. Die Schweiz fällt dann zurück auf Platz 23 aller EU- und EFTA Staaten. Der Grund ist naheliegend. Nahezu 20 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten in der Schweiz Teilzeit. Damit sinkt der Durchschnitt der geleisteten Stunden im internationalen Vergleich.

Legende:
Durchschnittliche Dauer pro Erwerbstätigen (einschliesslich Teilzeit und Selbstständige) Wöchentliche Arbeitszeit im internationalen Vergleich (Auswahl von Ländern), in Stunden BFS

Dass in der Schweiz sehr viele Menschen Teilzeit arbeiten, habe auch mit dem Wohlstand zu tun, sagt der Experte.

Legende: Video Josef Zweimüller: «Höherer Wohlstand ist auch durch mehr Freizeit garantiert.» abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.05.2019.

«Ein höherer Wohlstand ist nicht nur durch höheres Einkommen garantiert, sondern auch durch mehr Freizeit. Empirische Studien zeigen, wenn das Einkommen steigt, wird das Arbeitsangebot reduziert.»

Lebensqualität steigt

Der Arbeitsökonom sieht darin auch ein Grund für die hohe Anzahl der Teilzeitbeschäftigten in der Schweiz. «Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen sich auch um die Familie und die Kinder kümmern, flexibel in Rente gehen oder als Student nebenbei noch arbeiten». Ausserdem führe mehr Freizeit und flexible Planung auch zu höherer Lebensqualität. Und das nützt auch der Wirtschaft wieder, trotz hinteren Plätzen auf der Rangliste.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Helena Müller  (Helena Müller)
    Was hier fehlt, sind die vielen Menschen, die Freiwilligenarbeit und Familienarbeit machen. Und die Mütter. Die arbeiten oft mehr als 8 Stunden täglich und sind dafür nicht bezahlt. Und sie bleiben unsichtbar.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Die meisten Teilzeiter arbeiten beim grössten Arbeitgeber der Schweiz, nämlich der öffentlichen Hand. Weiter ist es so, dass viele Teilzeiter einen zweiten Beruf ausüben: Die meisten Teilzeiter im Detailhandel (grösste Privatfirmen der Schweiz) haben Zweit-und Drittjobs, wie auch viele Handwerksbetriebe Teilzeitbauern (keine Arbeitszeiterfassung) beschäftigen. Insofern sind solche Statistiken nur bedingt aussagekräftig.
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  • Kommentar von marc rist  (mcrist)
    Viel arbeiten ist noch lange nicht gleichbedeutend mit viel leisten. In dieser Hinsicht hapert es hierzulande nach wie vor.
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