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Schweiz «Nervöse Zuckungen am Arbeitsmarkt»

In der Schweiz waren Ende Juni 139'000 Menschen als arbeitslos gemeldet. Das sind weniger als vor einem Monat. Von einer Trendwende will Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft aber nicht sprechen.

SRF News: Deutet der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Mai auf eine besser werdende Wirtschaftslage hin?

Boris Zürcher: Der grösste Anteil des Rückgangs um über 5600 Personen ist saisonal bedingt. Die saisonale Situation im Bau, im Tourismus oder auch im Gastgewerbe wirkt sich hier natürlich positiv aus. Seit mehreren Monaten sehen wir nun erstmals, dass nach Abrechnung der saisonalen Faktoren ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen ist. Dieser beziffert sich etwa auf 200-300 Personen. Das ist eine gute Nachricht, der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist insgesamt stärker, als wir das erwartet haben.

Bauarbeiterin vor Bohrmaschine
Legende: Saisonbedingt konnte auch die Baubranche zulegen. Auch im Tourismus steigt die Beschäftigung im Sommer jeweils. Keystone

Ist das ein Zeichen für eine Trendwende?

Diesbezüglich sind wir sehr vorsichtig. Im April waren die Zahlen sehr gut, auch damals war der Rückgang etwas stärker als erwartet. Dann kam der Mai – und hier verzeichneten einen weniger kräftigen Rückgang als erwartet. Und jetzt im Juni sieht es wieder besser aus. Es schwankt aktuell etwas, es sind nervöse Zuckungen da. Der Arbeitsmarkt hat sich noch nicht wirklich entschieden, in welche Richtung er sich entwickeln will.

Lassen die Monate Juli/August ein genaueres Urteil zu?

Tatsächlich möchten wir diese Monate abwarten, um allenfalls eine Entspannung verkünden zu können. Im Moment ist es dafür noch zu früh.

Wenn man die Zahlen mit denjenigen vor einem Jahr vergleicht, fällt auf: Fast 6000 mehr Menschen sind ohne Arbeit. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich also in diesem Zeitraum verschlechtert?

Vor einem Jahr befanden wir uns vier, fünf Monate nach dem Frankenschock – er schlug dann in den Sommermonaten ein. Der Arbeitsmarkt in der Regel mit einer Verzögerung von einigen Monaten. Der Frankenschock wirkt auch aktuell noch nach.

Hat es in diesem Jahr die über 50-Jährigen am meisten getroffen?

Das ist richtig. Wir haben heute 2500 mehr Arbeitslose in dieser Alterskategorie. Fast die Hälfte des Niveau-Unterschiedes im Vergleich zum Vorjahr entfällt auf die über 50-Jährigen. Dagegen scheinen die Jüngeren, die normalerweise eher sensitiv auf die Konjunkturentwicklung reagieren, vom Frankenschock doch eher stärker verschont geblieben zu sein.

Das Gespräch führte Susanne Giger.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Verglichen mit anderen Staaten dürfen wir von paradiesischen Zuständen am Arbeitsmarkt ausgehen.Ein Land mit einem derart hohen Standard & Technisierung ist auch in der Lage,weniger gut gebildeten Menschen zu einer Arbeit zu verhelfen.Dies sollten wir nie vergessen.Leider sind gerade die bildungsschwachen oder manchmal auch «bildungsfaulen» Menschen diejenigen,welche sich am Lautesten beklagen.Gestern sah ich in einem Land eine Menschenschlange,welche sich um EINEN Job bemühte.Paradiesische CH!
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    1. Antwort von Pierre Bayerdörfer (pb59)
      Pardiesische Zustände?? Ein Hohn für die monatlich über 3000 ausgesteuerten Personen in der Schweiz und für alle Gemeinden, welche über ein Drittel für Soziales aufwenden müssen!
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    2. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Wenn man nur die SVP Hinterfrag aber nie die eigene Partei, dann kann man wirklich glauben man lebe im Paradies Herr Bächler. Aber die Realität ist eine andere und die explodierenden Asyl- und Sozialkosten machen dem Bundeshaushalt immer mehr zu schaffen, wie wir letzte Woche von Hr. Maurer vernehmen durften.
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    3. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Was soll dies mit der Arbeitslosigkeit zu tun haben, B. Vogt? Dieses Land bietet JEDE Möglichkeit auf einen Job! Manchmal muss man eben wieder etwas weiter unten einsteigen, statt zu glauben, es würde immer nur aufwärts gehen. Wenn sie die CH arbeitsmarkttechnisch nicht als Paradies sehen, so haben sie wohl noch nie wirkliche Arbeitslosigkeit gesehen/erlebt. Hierzu empfehle ich Ihnen, dringend in anderen Ländern zu leben.Sie werden dankbar an die Zustände in der CH denken.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Ich hätte gern eine Aufschlüsselung der Arbeitslosenzahlen nach Nationalität. Diese Transparenz muss jetzt sein, damit wir endlich sehen, woran wir sind...!
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