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Gastrovertreter demonstrieren in Bern gegen Sperrstunde
Aus Tagesschau am Vorabend vom 12.12.2020.
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Neue Corona-Massnahmen SRF-User: «Massnahmen verschieben die Problematik nur»

Von nun bis zum 22. Januar 2021 gilt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie unter anderem: Einkaufsläden, Freizeit- und Sportanlagen müssen von 19 bis 6 Uhr und an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben. Auch Gastrobetriebe sind von 19 bis 6 Uhr zu, dürfen aber an Sonn- und Feiertagen geöffnet sein.

Diese neuen Massnahmen kommen in der SRF-Community nicht nur gut an. In einer nicht-repräsentativen Umfrage finden zwar 34 Prozent der Teilnehmenden, dass die beschlossenen Massnahmen zu weit gehen. Ganz anders sehen es allerdings 44 Prozent: Ihnen gehen die Massnahmen zu wenig weit. Rund 12'800 Stimmen wurden abgegeben.

Wo bleibt die Logik?

Für SRF-User Christoph Stadler ist das Agieren des Bundesrats unverständlich: «Wenn die Feuerwehr einen Hausbrand löschen will, dann tut sie das mit voller Energie bis das Feuer gelöscht ist. Feuerwehr à la Bundesrat: Sobald sich das Feuer abgeschwächt hat, schickt er die Feuerwehr nach Hause.»

Ähnlich sieht es Patrizia Hug: «Was ich absolut nicht nachvollziehen kann, wieso sollten wir als Grossfamilie nur noch 4 Leute treffen zu Hause, während sich in den Skigebieten Leute versammeln und ihren Urlaub geniessen?»

Äxgüsi, chunnt da no einä drus???????
Autor: Renato Armando CivelliSRF-User

Wirtschaft versus Wissenschaft

SRF-Facebook-User Ilir Pinto Berisha sieht das Problem eindeutig beim Mitspracherecht der Wirtschaft: «So, die Regierung hat versagt. Die Wirtschaft ist wichtiger als Menschenleben, scheint das Credo zu lauten. Auf die Wissenschaft zu hören wäre besser gewesen, schliesslich handelt es sich um eine Pandemie.»

Facebook-User Daniel Egli bezeichnet die neuen Massnahmen sogar als Schande für die Schweiz: «Diese Massnahmen zeigen wieder mal, wie die Prioritäten gesetzt werden: Wirtschaft vor Menschenleben.» Ganz zufrieden mit den neuen Massnahmen ist dafür SRF-Userin Jeannette Menet: «Ich möchte nicht in der Haut unserer Bundesräte stecken. Warum können wir nicht einfach mal die Pobacken zusammen kneifen und auf vieles verzichten?»

Verschiebung der Problematik

Für grosse Diskussionen sorgen besonders die angepassten Öffnungszeiten. Die kürzeren Öffnungszeiten werden zu Problemen führen bei berufstätigen Menschen. Dimitri Stathis, SRF-User, sieht mit den neuen Massnahmen vor allem eine Verdichtung der Menschenmengen: «Durch die Verkürzung der Öffnungszeiten werden die Menschenmengen viel stärker komprimiert. Meiner Meinung nach ist dies kontraproduktiv.»

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FOKUS: Bundesrat verschärft Massnahmen
Aus 10 vor 10 vom 11.12.2020.
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Ganz anders sieht dies Simon Mathys: «Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, dass sich viele darüber echauffieren, dass sie nur bis 19.00 Uhr einkaufen können. Mir reicht das unabhängig von Corona aus, obwohl ich zu 100 Prozent von Montag bis Freitag arbeite.»

Die Gastronomie hat ein funktionierendes Schutzkonzept installiert. Weshalb ist die Pizza nach 19 Uhr weniger sicher als jene um 12.30 Uhr? Diese Massnahme entbehrt jeder Logik!
Autor: Dominik MeierSRF-User

Eine schweizweite Regelung?

Beatrice Fiechter ist zufrieden, dass der Bundesrat ein Machtwort gesprochen hat und es nun schweizweit einheitliche Regeln gibt: «Ich danke dem Bundesrat, dass es nun wieder einheitlichere Regeln gibt - das war dringend nötig!»

Nur, wirklich einheitlich sind die neuen Regeln noch immer nicht. Die neuen Massnahmen des Bundesrates sind Mindestanforderungen an die Kantone. Die Kantone können immer noch eigene Massnahmen erlassen, die weitergehen als diejenigen des Bundes. Dies macht für Olaf Schulenburg keinen Sinn: «Es muss endlich Schluss sein mit diesem absurden Föderalismus.»

Tagesschau, 12.12.2020, 18 Uhr

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58 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Schäfer  (Frenzen)
    der vielbeschworene schweizer weg, ein witz. am schluss haben wir einen lockdown wie alle anderen und prozentual viel mehr tote. das dümmste, was dieses jahr gesagt wurde war: wir können corona, dass ich nicht lache.
    weshalb haben wir schweizer bloss immer das gefühl wir seien so etwas besonderes
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  • Kommentar von Jan Büetiger  (swisstiger)
    Solange Homeoffice eine "verbindliche Empfehlung" bleibt werde ich wohl oder übel zu den Stossteiten im ÖV einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein und für andere darstellen. Der neueste Maßnahmen-Flickenteppich verschlechtert meine Aussichten und Möglichkeiten, durch Fitness und Einkäufe zu Randzeiten gesund zu bleiben . Dann Föderalismus um jeden Preis:welche Regeln muss ich in Nachbarkantonen beachten? Leadership ist dumpfem Aktionismus gewichen.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Ja, das gleiche hier. Zudem ist mein Arbeitsplatz gerade an der Kantonsgrenze. Viele von Nachbarskantonen arbeiten zusammen, kommen ins Büro, da kein HO-Pflicht besteht. Die lieben Herren Kantonsvertreter können das nicht sehen. Sie sehen nur bis zur Grenze ihres Kantons.
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  • Kommentar von Corinne Holzer  (Corinne Holzer)
    Ich sehe die Problematik am ehesten darin, dass sich viele Mensche bzw. v.a. diejenigen, welche die Situation per se nicht sehr ernst nehmen, nun privat zu Hause treffen. Für mich macht es absolut keinen Sinn alles um 19h zu schliessen, private Treffen bis 10 Pers. aber weiterhin zu tolerieren (eine Empfehlung reicht bei vielen wohl kaum!) . Ich kenne Personen aus meinem Umfeld, welche sich bereits gestern & auch heute privat zu Spielabenden (bis zu 8 Haushalte!) getroffen haben/treffen werden..
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    1. Antwort von Christian Rusch  (Ch.U.R.)
      Wie es um die Jungen steht, weiss ich nicht, da bin ich zu weit weg. Aber bei den älteren und ganz speziell bei denen die nicht mehr arbeiten müssen, sehe ich es leider immer wieder, die schützen sich nur gerade da, wo sie dazu gezwungen werden. Da nützt es herzlich wenig die Geschäfte um 19.00 zu schliessen. Hier sollte die Politik endlich eine andere Strategie fahren.
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