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Neue Studie zur Abstimmung Junge am stärksten gegen «No Billag»

Das Wichtigste in Kürze

  • Die «No Billag»-Initiative ist bei Männern und Frauen sowie über alle Altersgruppen hinweg auf klare Ablehnung gestossen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Bundes.
  • Anhänger der SVP stimmten mehrheitlich für die Initiative, während Unterstützer der anderen grossen Parteien die Initiative deutlich ablehnten.
  • Die Befragten lobten den Beitrag der SRG zum nationalen Zusammenhalt, kritisierten aber auch die Grösse und die Kosten der SRG.
Legende: Video Vor allem die junge Generation stimmte Nein abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.04.2018.

71,6 Prozent der Stimmbürger haben am 4. März die «No Billag»-Initiative abgelehnt. Diese hatte die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren gefordert. Eine Studie des Projektes Voto gibt nun darüber Auskunft, wie sich die verschiedenen Wählergruppen in der Frage positionierten.

Mehr Frauen gegen «No Billag»

Bei den Geschlechtern gab es nur marginale Unterschiede: Männer und Frauen stimmten mit einer klaren Mehrheit gegen «No Billag». Das «Nein»-Lager fand auf Seite der Frauen etwas mehr Anklang: 75 Prozent stimmten gegen die Initiative, bei den Männern waren es 68 Prozent.

Legende:
Resultate der «No Billag»-Initiative nach Geschlechtern Männer und Frauen setzten sich klar gegen das Anliegen ein. Bei den Frauen war die Ablehnung noch etwas deutlicher: Nur jede vierte Stimmbürgerin legte ein Ja ein. Voto

Viel wurde im Vorfeld über die sogenannte «Generation Netflix» diskutiert: Die jungen Stimmbürger würden nicht mehr Radio und Fernsehen konsumieren, da sie auf Online-Angebote umgestiegen seien. Dementsprechend müde seien sie, Mediengebühren zu zahlen.

Die Umfrage zeichnet ein anderes Bild: Keine Altersgruppe lehnte «No Billag» so klar ab wie jene zwischen 18 und 29 Jahren – nur jeder Fünfte von ihnen stimmte «Ja».

Grösste Zustimmung im mittleren Alter

In keiner Alterskategorie fand «No Billag» eine Mehrheit. Am nächsten kamen die Befragten zwischen 40 und 49 Jahren: 40 Prozent von ihnen stimmten für das Anliegen.

Legende:
Resultate nach Altersgruppen Überraschend: am stärksten lehnte die «Generation Netflix» die Initiative ab. Nur jeder fünfte zwischen 18 und 29 Jahren wollte die Radio- und Fernsehgebühren abschaffen. Am meisten Zuspruch fand «No Billag» bei den 40-49 Jährigen. Voto

Von den grossen Parteien fasste nur die SVP die «Ja»-Parole im Abstimmungskampf. Die Parteibasis folgte der Linie: 54 Prozent der SVP-Anhänger stimmten für «No Billag». Bei den Unterstützern der anderen Parteien fiel die Initiative durch.

Klare Ablehnung auch bei den Liberalen

Besonders die Anhänger von SP, CVP, den Grünen und der GLP waren klar gegen «No Billag». Von den Wählern der FDP, deren Jungpartei die Federführung bei der «Ja»-Kampagne innehatte, lehnten 73 Prozent das Anliegen ab. Auch die Anhänger der Kleinparteien und Parteilose stimmten mehrheitlich «Nein».

Legende:
Resultate nach Parteien Bei den Anhängern der SVP stiessen die «No Billag»-Initianten auf offene Ohren: Sie stimmten dem Anliegen mehrheitlich zu. Bei allen anderen Parteien und bei den Ungebundenen hatte die Initiative hingegen keine Chance. Voto

In der Voto-Studie wurden die Teilnehmer gefragt, mit welchen Argumenten aus dem Abstimmungskampf sie einverstanden sind. Die höchste Zustimmung erhielt das Argument des «Nein»-Lagers, dass die SRG einen wichtigen Beitrag zum nationalen Zusammenhalt und zur Solidarität mit den Sprachregionen leiste.

Auswahl der Pro- und Kontra-Argumente in der «No Billag»-Debatte

Argument
Einverstanden
Nicht einverstanden
Weiss nicht
«Die SRG ist zu gross und teuer geworden. Sie soll ihr Angebot reduzieren.»
58%37%
5%
«Man soll die Bürger nicht mit einer Zwangsgebühr bevormunden, sondern sie selber entscheiden lassen, für was sie bezahlen wollen.»
38%59%2%
«Die SRG leistet einen wichtigen Beitrag zum nationalen Zusammenhalt und zur Solidarität mit allen Sprachregionen.»
86%12%2%
«Die Abschaffung der Billag-Gebühren führt zur Abhängigkeit von privaten Geldgebern und ausländischen Konzernen. Das gefährdet die politisch unabhängige Berichterstattung.»
66%
30%4%

In einem Punkt ist die Stimmbevölkerung allerdings mit den Initianten einig: 58 Prozent finden, dass die SRG zu gross und teuer geworden sei und ihr Angebot reduzieren solle.

Grosse Einigkeit bei der neuen Finanzordnung

«No Billag» dominierte den Abstimmungssonntag vom 4. März. Kaum diskutiert wurde hingegen der Bundesbeschluss über die neue Finanzordnung 2021. Die Stimmbürger winkten den Beschluss mit einem «Ja»-Anteil von 84,1 Prozent durch. Die Voto-Studie zeigt: In diesem Entscheid waren sich alle Wählergruppen einig.

Frauen und Männer sowie Anhänger aller Grossparteien ausser der SVP stimmten dem Beschluss mit einem Anteil von mindestens 80 Prozent zu. Von den SVP-Wählern legten 67 Prozent ein «Ja» ein. Alle Altersgruppen stimmten klar zu – die meiste Skepsis liessen die Stimmbürger über 70 Jahre walten, doch auch von ihnen stellten sich noch 78 Prozent hinter den Beschluss.

Die Voto-Studie

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Die Studie ist ein gemeinsames Projekt von Fors, dem Zentrum für Demokratie Aarau ZDA und dem Befragungsinstitut Link. Sie wird im Auftrag des Bundes erhoben.

Für die Studie wurden zwischen dem 6. März und dem 21. März 1531 Stimmberechtigte per Telefoninterview befragt. Der Fehlerbereich beträgt +/- 2,6 Prozentpunkte.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Finde es gegenüber den Jungen und den Alten nicht korrekt, wenn versucht wird, Schwächen in ihrem Abstimmungsverhalten zu finden. Unsere Gesellschaft besteht aus Jungen und Alten. Die einen bringen Elan, Mut und Energie etc, die andern Erfahrung, Ruhe, Gelassenheit etc. ein. Beides ist gut, nötig und macht uns zusammen stark. Das eine ist nicht besser als das andere. Ich persönlich möchte den Elan meiner Kinder nicht missen und ichweiss, dass sie meine Erfahrung achten. Zusammen in die Zukunft!
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Was wurde vor der Abstimmung jeweils alles behauptet. Die Jungen würden ganz anders Medien konsumieren. Die Jungen wären nicht für SRF-Sendungen interessiert. Die Jungen seien apolitisch. Junge sind aufgetreten und haben ihre eigene Meinung als "die Meinung der Jungen" verkauft. Schon damals musste man sich fragen, ob es Belege für diese Behauptungen gibt. Jetzt wissen wir: es gab keine, alles nur Bluf.
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    1. Antwort von Thomas Meier (ThomasMeier)
      Nein, das wissen wir nicht. 1. Ist das eine Studie, basierend auf Umfragen. Da man auf seinem Stimmcouvert nicht ankreuzen musste welche Partei mal wählt oder wie alt oder wie jung man ist, sind das bestenfalls Annahmen. 2. Sind einmal mehr auch nicht alle Jugendlichen an die Urne. 3. Dies wurde hier bereits ausgearbeitet sind Jugendliche meist einfacher beeinflussbar. Und die ganzen Horrorszenarien von den Gegner sind ja bekannt.u.a.wie dann alles - zb. auch Sportsendungen- massiv teurer würden
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    2. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Thomas Meier, ältere Menschen sind am einfachsten zu beeinflussen..
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    3. Antwort von Thomas Meier (ThomasMeier)
      Ich denke nicht, dass ältere Menschen eher beeinflussbar sind als Jugendliche. Sie mutmassen dies aber nicht, sondern stellen es als Tatsache hin. Könnten Sie uns dann an dieser wissenschaftlichen Studie Mittels Link teilhaben lassen? Oder ist es nicht doch eher eine Behauptung? Es gibt immer Ausnahmen. Aber Pauschal kann man dies nicht sagen. Denn ohne entsprechende Erkrankungen sind ältere Menschen zwar körperlich aber sicher nicht geistig eingeschränkt. Aber bitte überzeugen Sie mich
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Das ist nicht verwunderlich, denn die Jungen lassen sich von Parteien leicht beeinflussen. Die linken Parteien wissen wahrscheinlich, wie sie die Jugend mit ihren Ideologien um den Finger wickeln müssen. Über jemanden und über etwas schimpfen und schlecht machen, kommt besser an, als gute Eigenschaften. So wurden sie auch gegen die "böse" SVP aufgewiegelt und ermuntert, gegen die No-Billag zu stimmen. .
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    1. Antwort von Toni Koller (Tonik)
      "Die Jungen lassen sich von Parteien leicht beeinflussen": Das ist aber eine bemerkenswerte neue politologische Einsicht ... nie zuvor gehört! Oder könnte es sam Ende ein, dass Jung und Alt auch zum Selberdenken fähig sind - und gerade deshalb allerlei unsinnige Vorlagen ablehnen?
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    2. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Genau richtig Frau Zelger. "Oder könnte es sam Ende ein, dass Jung und Alt auch zum Selberdenken fähig sind - und gerade deshalb allerlei unsinnige Vorlagen ablehnen? "Oder könnte es sam Ende ein, dass Jung und Alt auch zum Selberdenken fähig sind - und gerade deshalb allerlei unsinnige Vorlagen ablehnen?" Nein wer anders entscheidet als Linken genehm kann auch selbständig denken. Und es sind auch nicht die Linken welche endgültig entscheiden dürfen welche Vorlagen Initaitiven unsinnig sind
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    3. Antwort von Jonas Henn (Na)
      Das ist doch Blödsinn wir jungen müssen uns immer anhören was wir alles falsch machen. Dabei sind wir sehr wohl zu kritischem denken im stande und können pro und kontra vergleichen. Und wen jemand gut darin ist alles schlecht zu reden dann ja wohl die initianten der no billag. Wir jungen sind die Zukunft und wollen uns nicht beschuldigen lassen etwas nicht zu verstehen oder uns von jemandem um den Finger wickeln zu lassen! Nur weil es ihnen nicht passt.
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    4. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Nein, pro und Contra ausgewogen zu hören und selber einzuschätzen ist eben nicht möglich. Dies liegt aber nicht daran weil jemand jung oder alt ist. Es liegt -wie sagte 10vor10 so schön- am Einheitsbrei. Sehe Übernahme von Tamedia. Und wenn man nur einseitige Informationen und Progpaganda erhält wird man eher gesteuert. Gerade junge Menschen.Das liegt aber auch nicht daran, dass die automatisch dumm wären, sondern weil sie nicht SO politisch interessiert sind und sich so eher manipulieren lassen
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    5. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Lobermann - Bingo! Auch auf den Rattenfaenger von Hameln fielen die Kinder und nicht die Alten rein. Und die unerfahrene Jugend faellt nun mal auf die politischen Hirnwaschmaschinen der Herrschenden leichter rein, als Gruftis, die schon mehrmals Opfer des Systems wurden. Nicht nur in der Tuerkei und dem Iran....
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    6. Antwort von B. Lobermann (Weihnachtsfreude)
      Richtig @Dupond . Natürlich wie bei ihrem richtigen Beispiel etwa in der Türkei sind auch hier natürlich die Medien welche zu Ihrem gut beschriebenen Punkt die nötige Arbeit unterstützten.
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    7. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Ich staune, wie hier nach Sündenböcken und Ausreden gesucht wird, um das klare Verdikt des Volkes nicht aktzeptieren zu müssen. Ich probiers mal so; nicht einmal die Hälfte der SVP Wähler ist der Empfehlung ihrer Partei gefolgt, und sonst was der Angriff auf unsere Pressefreiheit einfach nur chancenlos!!
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    8. Antwort von Thomas Meier (ThomasMeier)
      "Ich staune, wie hier nach Sündenböcken und Ausreden gesucht wird," Wer macht denn dies. Könnten Sie hier mit Zitaten weiterhelfen? Es geht doch hier um die Ursachenforschung. Und gibt es Meinungen. Aber Niemand hat hier den Volksentscheid in Frage gestellt. Was Sie kritisieren, hat man etwa nach der Annahme der MEI feststellen können von den Abstimmungsverlierern.
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    9. Antwort von Thomas Meier (ThomasMeier)
      "; nicht einmal die Hälfte der SVP Wähler ist der Empfehlung ihrer Partei gefol lgt, der Angriff auf unsere Pressefreiheit einfach nur chancenlos!! 1. Nein. Nicht die Hälfte der SVP-Wähler hat anders entschieden als die Partei empfohlen hat. Gemäss dieser Umfrage. Das sind keine erwiesenen Fakten. 2. Selbst wenn, was wollen Sie damit genau zum Ausdruck bringen? 3. Es war immer noch kein Angriff auf die Medienfreiheit. Dies erlebt man von den Linken wenn ihnen nicht genehme Zeitungen kaufen
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