Neuenburger BDP wirft den Bettel hin

Fünf Jahre nach ihrer Gründung löst sich die Kantonalpartei auf. Den Mitgliedern habe es an Engagement gefehlt. Ein Zusammenhang mit dem Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf soll es nicht geben. BDP-Parteipräsident Martin Landolt hat die neuen Tatsachen durch die Medien erfahren.

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Wie weiter bei der BDP

1:54 min, aus Tagesschau vom 29.10.2015

Wegen «fehlenden Engagements der Mitglieder» hat sich die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) des Kantons Neuenburg aufgelöst. Den Entscheid hatte die Generalversammlung bereits am Mittwoch gefällt, gibt die Kantonalpartei bekannt gab. Der Beschluss tritt auf Ende Jahr in Kraft.

Mutterpartei wurde nicht informiert

BDP-Präsident Martin Landolt hat von der Auflösung der Kantonalpartei durch die Medien erfahren. Die Mutterpartei sei sich bewusst, dass bei einigen Kantonalparteien Personalmangel herrsche «und die bisherigen Aufwände nur schlecht belohnt worden sind.» Das sei jedoch «kein Grund für voreilige Schlussfolgerungen», so Landolt.

Der Parteipräsident will die Mitglieder der BDP Neuenburg kontaktieren und ihnen die Direktmitgliedschaft bei der BDP Schweiz anbieten.

«Nie in Fahrt gekommen»

Die Neuenburger BDP war 2010, zwei Jahre nach der nationalen Partei, gegründet worden, habe aber «nie richtig Fahrt aufgenommen». Während der Generalversammlung sei das kantonale Komitee der BDP dann geschlossen zurückgetreten. Der Entscheid zur Auflösung sei gleich danach gefallen. Die Parteimitglieder hätten sich sowohl vor den nationalen Wahlen wie auch bei der Erarbeitung eines neuen kantonalen Parteiprogramms zu wenig engagiert.

Die Auflösung stehe in keinster Weise in Zusammenhang mit dem Rücktritt von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Die sieben gewählten BDP-Lokalpolitiker in Peseux und Cortaillod werden parteilos. Auf kantonaler Ebene hat die BDP Neuenburg keine gewählten Vertreter.

Auch Thurgauer BDP-Präsident tritt zurück

Weitere schlechte Nachrichten gab es am Sonntagabend von der Thurgauer Sektion der BDP. Diese teilte mit, dass ihr Präsident Markus Berner sein Amt bereits am 9. Dezember «aus familiären und beruflichen Gründen» niedergelegt habe.
Sein Mandat als Kantonsrat werde Berner noch bis zum Ende der Legislatur weiterführen, sich danach aber nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung im April werde der bisherige Vize-Präsident Jürg Schumacher die Geschäfte der BDP Thurgau leiten.

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