Viel zu tun für die Polizeien Nicht alle sind friedlich ins neue Jahr gerutscht

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Blaulichtorganisationen auf Trab

1:13 min, aus Tagesschau am Mittag vom 1.1.2017
  • Unschöne Szenen im Hauptbahnhof Zürich. Dort herrschte wegen mehreren Personen aus Afrika und dem Nahen Osten eine aggressive Stimmung in der Silvesternacht
  • Auch drei Anzeigen wegen sexueller Nötigung wurden bei der Zürcher Stadtpolizei eingereicht.
  • Der Silvesterzauber in Zürich lockt 130'000 Besucherinnen und Besucher an. 20'000 weniger als letzes Jahr.
  • In Basel mussten die Blaulichtorganisationen mehr als 60 Mal ausrücken.

In der Stadt Zürich ist die Stimmung zum Jahreswechsel nicht durchwegs feierlich gewesen. Laut der Kantonspolizei herrschte im Hauptbahnhof eine aggressive Stimmung. Auch die Stadtpolizei rückte diverse Male aus, unter anderem wegen sexueller Übergriffe.

Viele Menschen, meist junge Männer aus afrikanischen Staaten oder dem Nahen Osten, hätten die Silvesternacht im Hauptbahnhof verbracht, teilte die Kantonspolizei mit. Die Stimmung sei aggressiv gewesen, und Polizisten hätten wegen Schlägereien und Handgreiflichkeiten immer wieder einschreiten müssen.

Verhaftungen und Anzeigen

Laut den Einsatzkräften war übermässiger Alkoholkonsum Grund für die Streitereien. Bei jeder Gelegenheit und oft grundlos seien Schlägereien angezettelt worden. Schwer verletzt wurde dabei niemand. Mehrmals mussten Polizisten Rettungssanitäter bei der Arbeit schützen.

Elf Männer wurden verhaftet. Sie stammen Guinea, Irak, Italien , Marokko, Tunesien und der Schweiz. Sieben wohnen in der Schweiz, zwei im Ausland und zwei haben keinen festen Wohnsitz. Sie werden wegen Raufhandels, Hinderung einer Amtshandlung oder Tätlichkeiten angezeigt. Auf dem Posten im Bahnhof gingen nur wenige Anzeigen ein.

Ausserhalb der Stadt Zürich gab es laut Kantonspolizei keine nennenswerten Probleme in der Silvesternacht. Der weitaus grösste Teil der Besucher des Zürcher Silvesterzaubers rutschte friedlich und fröhlich ins neue Jahr, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte. Ganz vereinzelt kam es jedoch zu sexuellen Übergriffen, Tätlichkeiten, Körperverletzungen, Taschendiebstählen und Angriffen gegen die Einsatzkräfte.

Vom Bereich des Festgeländes um das Seebecken gingen bei der Einsatzzentrale drei Meldungen über sexuelle Nötigung oder Belästigungen durch Antanzen und Grabschen ein. Allfällige weitere eingehende Anzeigen werden in den kommenden Tagen ausgewertet.

Viel Nebel, wenig Zauber

Obwohl auch dieses Jahr dicker Nebel den Blick aufs grosse Feuerwerk verwehrte, zieht der Organisator Thomas Irniger eine positive Bilanz. «Dass trotz der Kälte 130'000 Leute kamen, hat mich überrascht», sagt er auf Anfrage des «Regionaljournals.» Eine Absage des Feuerwerks sei keine Option. «Ein Rückbau wäre zu kompliziert.» Über die Bücher wollen die Organisatoren hingegen bei der Präventionskampagne, die privates Feuerwerk auf dem Festgelände verhindern will. «Das hat weniger gut geklappt als in anderen Jahren», sagt Irniger. Vor allem ausländische Gäste seien zu wenig gut informiert, hier müsse man weiter daran arbeiten.

Auch in Basel sorgten Festfreudige für Einsätze

Die Stadtpolizei musste auch wegen Schlägereien, mutmasslichen Brandstiftungen und weiteren Tätlichkeiten sowie Verletzungen ausrücken. Meldungen über schwerere Verletzungen liegen bisher keine vor.

In Basel hielten Festfreudige die Blaulichtorganisationen in der Neujahrsnacht auf Trab gehalten. Die Polizei zählte in der Nacht 130 Notrufe und rückte im Rahmen der Silvesterfeier mehr als 60 Mal aus. Die Sanität hatte rund um die Feier medizinische und chirurgische 48 Notfälle zu bewältigen.

Kurz nach 22 Uhr am Samstag formierte sich bei der Kaserne ein nicht bewilligter Demonstrationszug. Etwa 50 Personen zogen über den Claraplatz zum Hirscheneck. Entlang der Route wurden Knallpetarden gezündet, der Verkehr behindert und Sprayereien angebracht. Beim Hirscheneck löste sich der Zug auf.