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Legende: Video Fliegen auf Kosten der Volkswirtschaft abspielen. Laufzeit 01:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.04.2019.
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Nicht fahren, trotzdem zahlen Das Auto kommt die Allgemeinheit teuer zu stehen

Kein anderer Verkehrsträger belastet das Portemonnaie so stark wie der Strassenverkehr: Unbeteiligte zahlen Milliarden.

Fast 90 Milliarden Franken geben wir jährlich für den Verkehr aus. Das entspricht etwa 11'000 Franken pro Kopf, wie die neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) aus dem Jahre 2015 zeigen.

Legende:
Kostenanteile nach Verkehrsträger (in Prozent) Der motorisierte Verkehr verursachte volkswirtschaftliche Kosten von gesamthaft 89.7 Milliarden Franken. BFS

Am massivsten zugenommen haben die Kosten für den Flugverkehr, wie BFS-Direktor Georges-Simon Ulrich sagt: «Das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass die Zahl der Passagiere um 25 Prozent zugenommen hat.»

Entwicklung_Passagierzahlen

Fliegen ist attraktiv, weil immer billiger. Trotzdem macht Fliegen nur 7 Prozent der gesamten Verkehrskosten aus. Den Löwenanteil verursacht nach wie vor der Strassenverkehr. 26 Milliarden Franken gaben demnach Herr und Frau Schweizer allein für Kauf und Unterhalt von Autos aus.

Und obwohl Autofahrer für den Grossteil ihrer Kosten selber aufkommen, muss die Allgemeinheit doch noch zusätzlich tief in die Tasche greifen. 2015 verursachte der motorisierte Strassenverkehr Unfall- und Gesundheitskosten in der Höhe von 8,6 Milliarden Franken – sogenannte externe Kosten.

Im Vergleich dazu fallen die externen Kosten von Flugzeug und Bahn deutlich tiefer aus. Bei der Bahn ist vor allem die Infrastruktur sehr teuer. So deckt ein Zugpassagier mit seinem Billett nicht einmal die Hälfte der Kosten. Die andere Hälfte zahlt die öffentliche Hand, also Bund und Kantone.

Grafik Kosten Verkehr

Eigentliche externe Kosten aber, also negative Folgekosten, wie Lärm oder Unfälle, betragen bei der Bahn nur eine Milliarde Franken, also achtmal weniger als im Strassenverkehr.

Sollen Kosten auf Nutzer abgewälzt werden?

Wie kriegt man die immens hohen externen Kosten des Autoverkehrs herunter? Ulrich Seewer, Vizedirektor des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE), nennt den Lastwagenverkehr als positives Beispiel. Im Güterverkehr zeige sich, dass durch die Abwälzung der externen Kosten auf die Nutzer – also die Transportbranche – das System deutlich effizienter geworden sei.

Dank der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe muss die Allgemeinheit weniger tief in die Tasche greifen, weil der Lastwagen-Chauffeur einen Grossteil der Kosten selber trägt. Würde man dieses System auf alle Autofahrerinnen und Autofahrer übertragen, könnte man die externen Milliardenkosten deutlich senken.

Die Rede ist von Road- oder Mobilitypricing. Es wäre einfach einzuführen. Das stehe aber im Moment nicht im Vordergrund, sagt Seewer: «Der Bundesrat macht derzeit Abklärungen betreffend Mobility Pricing. Ergebnisse werden voraussichtlich im Laufe des Jahres vorliegen.» Allerdings hält der Bund fest: Mobility Pricing sei ein Mittel um die Stauprobleme zu lösen und nicht um die Strassen zu finanzieren.

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137 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Verkehrspreise

    Mit höheren Preisen im Verkehr kommen wir der Kostenwahrheit (inkl. externe Kosten) näher. Wenn wir die Mehreinnahmen aber vor allem dazu verwenden, neue Verkehrskapazitäten zu bauen, handeln wir nicht nachhaltig.
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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    Wir sind nun mal eine Solidaritätsgemeinschaft. Ich gehe jede Wette ein, JEDER von uns macht oder vertritt irgendwas, das die Gemeinschaft direkt oder indirekt schadet / kostet. Wollen wir jetzt die grosse Rechnungsmaschine hervornehmen und uns gegenseitig alles in Rechnung stellen? Ich bin kein Bergsteiger und trotzdem zahle ich mit meinem Versicherungen die Rettungsaktion und Heilung eines ggf. verunfallten Bergsteigers und da gäbe es noch 1000de Beispiele. Stört mich nicht im geringsten.
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  • Kommentar von Lesek Hottowy (Lhot)
    Eine gut ausgebaute Verkehrsingrastruktur ist nebst anderen Faktoren, wie gut funktionierendes Bildungssystem, der wichtigste Faktor für Wohlstand und Wirtschaft. Er ist deshalb, und muss auch, die Hauptpriorität jeder Regierung.
    Die Schweiz steht nicht zuletzt wegen ihrem dichten Verkehrsnetz so gut da. Dazu gehören auch die tonnenschweren Busse und Eisenbahnwagen, die zu Randzeiten, leer im Stundentakt unterwegs sind.
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