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Schweiz Personalnot im OP – Ohne Ausländer geht es nicht

Schweizer Spitäler suchen verzweifelt nach Personal für den Operationssaal. Die offenen Stellen für OP-Techniker könnten dieses Jahr laut einer Umfrage ohne Ausländer nicht besetzt werden. Zwischen den Spitälern und anderen Branchen herrsche ein «Krieg um Talente», heisst es beim Spitalverband.

Ein Chirurg streckt während einer Operation die Hand aus, um ein Instrument entgegenzunehmen.
Legende: Die Schweizer Spitalbranche versucht, Quereinsteiger für den Operationssaal zu gewinnen. Keystone

In den Schweizer Operationssälen herrscht Personalknappheit. Das zeigt eine neue Umfrage des Spitalverbandes. Fast die Hälfte der befragten Spitäler gaben an, sie hätten Probleme Fachkräfte im Operationsbereich zu finden. Ein Fünftel der Spitäler sprach gar von akuten Schwierigkeiten.

Die Gesundheitsbranche weiss seit längerem, dass sich ein Mangel an Fachpersonal abzeichnet. Deshalb hat sie Ausbildungslehrgänge neu gestaltet und wirbt um Berufseinsteigerinnen. Von 2013 auf 2014 wurden die Abschlüsse für Operationstechniker zwar gesteigert, wie Oda Santé mitteilt. Die Dachorganisation vertritt die Interessen der Gesundheitsbranche in Bildungsfragen für Gesundheitsberufe. Die Zunahme betrug jedoch nur 16 Prozent. Die Überalterung der Gesellschaft ruft nach noch mehr medizinischem Personal.

Krieg um Talente

Zwischen den Spitälern und auch unter den verschiedenen Berufsgruppen herrsche ein «Ein Krieg um Talente», sagt Bernhard Wegmüller, Direktor vom Spitalverband H plus. «Wir haben heute weniger Junge, aber mehr Arbeitsstellen, die besetzt werden müssen, und da steht man auch in einem Konkurrenzkampf mit den anderen Branchen.»

Auch Oda Santé will Quereinsteiger für den Operationssaal gewinnen, wie Geschäftsführer Urs Sieber erklärt. Sie suchten «Leute, die einen Lehrabschluss haben und dann anschliessend die höhere Fachschule für Operationstechnik machen.» Operationstechniker helfen beim Planen und Organisieren einer Operation. Während der Operation müssen sie der Ärztin die erforderlichen Instrumente zur richtigen Zeit reichen.

Mit Karriere und neuen Berufen locken

Auch neue Berufe sollen die Arbeit in Operationssälen attraktiver machen. Ein Beispiel sind die Medizinprodukte-Technologen, die chirurgische Instrumente sterilisieren und gebrauchtes Einwegmaterial entsorgen.

Die Möglichkeit, Karriere zu machen, sei sehr wichtig, sagt H-Plus-Direktor Wegmüller. Auf der anderen Seite brauche es auch gute Arbeitsbedingungen. Viele Frauen arbeiten in den Gesundheitsberufen. Daher sei es wichtig, dass sie Beruf und Familie kombinieren könnten. «Wir müssen dafür sorgen, dass es gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt – gute Teilzeitangebote, damit die Frauen letztlich auch im Beruf bleiben.»

Ohne Ausländer geht es nicht

Trotz all diesen Anstrengungen: Die Erhebung von H plus und Oda Santé kommt zum Schluss, dass es nicht ohne Ausländer geht. Selbst wenn das Bildungspotential voll ausgeschöpft werden könnte, blieben in diesem Jahr 100 Stellen unbesetzt.

95 Kommentare

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  • Kommentar von Theresia Wenk, Adlikon
    Operationen: Es wird momentan zu viel operiert. Die Schweiz nimmt bei gewissen chirurgischen Eingriffen eine Spitzenposition ein. Knie und Schulterprothesen. Es gibt Orthopäden die das Kritisieren. Auch Prostata und Kaiserschnitte sind beliebt. Ist halt lukrativ mit der Fallpauschale - Swiss DRG V
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Das ist doch eine einfache Milchbuechlirechnung... Mehr Migranten (Zunahme Bevoelkerung) = mehr Service benoetigt.. wie Verwaltung Mediziner.. etcetcetc.. .. das Ganze nennt sich WACHSTUM... und damit dieses Wachstum weiter waechst werden ab und zu so verzweifelte Artikel gesetzt.. .. wie Zuwenig IT-Fachleute, Zuwenig OPs Techniker.. zuwenig Bauhandlanger.. zuwenig alles.. nur damit weiter Migration stattfinden kann.. ein gemeinsames Werbekonzept der Wirtschaft und der Sozialmafia..
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    1. Antwort von P. Studer, Zug
      Der übliche Unsinn von NANNI, der gleich wieder abstruseste Verschwörungstheorien entwickelt. "Sozialmafia", einfach herrlich! Man wird ja sooo reich, wenn man im Sozialwesen arbeitet!
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Da gab es kürzlich eine interessante Doku über den Mangel an Fachkräften in Spitäler aus D. So stellte sich heraus, dass sie gerne aus dem Ausland rekrutiert werden, nicht weil sie besser qualifiziert sind, sondern weil es "praktischer" ist, wenn z. B. eine Pflegekraft, ein Arzt aus Polen, polnische Zuwanderer behandeln kann, weil er/sie ihre Sprache spricht. Aber je mehr Menschen in einem Land leben, es von allem mehr braucht. Krankenhäuser, Schulhäuser usw. inkl. Personal. Einfache Mathematik.
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      ...aha und was hat ihr Kommentar mit der CH zu tun? Verstehen Sie etwa kein Hochdeutsch? Pro 1'000 Einwohner hat die CH aktuell 2 Ärzte, das ist richtig. Was Sie damit sagen wollen allerdings ist mir unklar. Wir müssen - da wir zu wenig Inländer ausbilden - Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren. Besser wäre doch, wir unterstützen Inländer im Alter von 50+ und Frauen mit Kindern im Arbeitsmarkt und bilden selber mehr Fachkräfte aus. Nehmen an Sie sind deshalb für die Stipendieninitiative.
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