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Schweiz Pisa 2012: Kleine Schweiz spielt vorne mit

Unsere 15-Jährigen können sich sehen lassen. Im Bereich Lesen haben sich Schweizer Schüler seit 2009 in der neuen Pisa-Untersuchung verbessert. Zwar sind die Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften leicht zurückgegangen, die Schweiz nimmt aber weiterhin eine Spitzenposition ein.

Legende: Video Pisa-Studie: Schweizer Schüler im Rechnen Weltklasse abspielen. Laufzeit 00:57 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.12.2013.

Bildung ist teuer. Die Klagen über ihre Kosten sind derzeit gerade wieder aktuell. Wie eine kleine Belohnung machen sich dagegen die neuesten Ergebnisse der Bildungsstudie Pisa 2012 aus. Die Schweiz darf da die Früchte ihrer Bemühung ernten.

Migranten heben den Durchschnitt

Bei der Leseleistung – seit Anbeginn der Studie das Sorgenkind im Land – verbesserte sich die Schweiz von 501 Punkten im Jahr 2009 auf 509 Punkte. Damit liegt sie wie bereits vor drei Jahren unter den zwölf besten OECD-Ländern.

Für den neuen Präsidenten der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Christoph Eymann, ist der positive Trend beim Lesen «erfreulich». Einen Grund für die kontinuierliche Verbesserung schreibt er der Migration zu. Durch die zunehmende Einwanderung von gut qualifizierten Personen sei das Niveau gestiegen, sagte Eymann bei einer Medienkonferenz in Bern.

Beim ersten Pisa-Test im Jahr 2000 hatten die Schweizer Jugendlichen bei der Lesefähigkeit relativ schlecht abgeschnitten. Der Umstand, dass damals einer von fünf Jugendlichen kaum einen einfachen Text verstand, löste einen eigentlichen «Pisa-Schock» aus.

Weniger Leistungsschwache

Die erste Pisa-Studie habe dadurch einen starken Impuls gesetzt, sagte der EDK-Generalsekretär Hans Ambühl bei der Präsentation der Zahlen. Danach seien viele Förderprogramme gestartet worden. Diese hätten zusammen mit der veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft zum besseren Abschneiden beim Lesen geführt.

Markant verkleinert hat sich der Anteil der Schüler, die gemäss der Einteilung von Pisa beim Lesen als leistungsschwach gelten: 2000 waren es 20,4 Prozent der Schweizer Jugendlichen, 2012 noch 13,7 Prozent.

Heute lesen die Schweizer Schüler im Vergleich mit anderen OECD-Ländern zwar schlechter als etwa ihre Kollegen aus Polen, Australien und Belgien – aber besser als die 15-Jährigen in Deutschland und Frankreich. Erfreulich schauen auch die Leistungen in den beiden anderen Lernbereichen aus: in der Mathematik und in den Naturwissenschaften. Auch wenn sie gesamthaft etwas zurückgingen.

«Bemerkenswerte Konstanz» in Mathe

In Mathematik erreichte die Schweiz 531 Punkte gegenüber 534 Punkten bei der letzten Untersuchung im Jahr 2009. Trotzdem konnte sich die Schweiz im Vergleich der mathematischen Fähigkeiten der 15-Jährigen in der Spitzengruppe halten. Von den OECD-Ländern erreichten nur Südkorea und Japan eine bessere Punktezahl.

Bereits vor drei Jahren lagen die Schweizer Schüler auf Platz 3, damals noch hinter den Südkoreanern und den Finnen.

«Diese Konstanz in Mathe ist bemerkenswert», sagte EDK-Präsident Eymann vor den Medien. Das Ergebnis sei aber kein Grund für übertriebenen Jubel, denn das Beispiel Finnland zeige, dass es schnell abwärts gehen könne.

Weil der Schwerpunkt bei Pisa 2012 auf der Mathematik lag, wurde dieser Kompetenzbereich genauer untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Schweizer Schüler insbesondere im Bereich «Raum und Form» stark sind. Bei der «Wahrscheinlichkeit und Statistik» hingegen lag der Mittelwert deutlich unter jenem des ganzen Bereichs Mathematik.

Im Windschatten Asiens

Bei den Naturwissenschaften schneidet die Schweiz mit 515 Punkten im Vergleich zu 2009 (517 Punkte) leicht schlechter ab – sie rangiert damit aber immer noch unter den zwölf besten der insgesamt 34 OECD-Mitgliedsstaaten. Allgemein zeigt sich eine ausgeglichene Lernentwicklung.

Legende:
Kompetenz-Entwicklung in der Schweiz 2000-2012 Leistungen in den Fächern «Lesen», «Mathematik» und «Naturwissenschaften» admin.ch

Ungeachtete dieser soliden Zahlen aus der Schweiz: Die unangefochtenen Spitzenreiter der Schüler aus 65 Ländern im Vergleich über alle Kompetenzen stammen auch dieses Mal aus Asien. Die zu China gehörende Hafenstadt Schanghai, der Stadtstaat Singapur sowie die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong belegten in allen Kategorien die drei ersten Plätze.

Wie gescheit sind die Erwachsenen

Die Fragen aus der Pisa-Untersuchung richten sich an 15-Jährige. Aber wie steht es mit dem Wissen der Erwachsenen? Hier eine Auswahl aus den offiziellen Pisa-Fragebogen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von A. Beobachter, Rheinland
    und schon erwischt: Bei Frage 2 zum Euterteil des Schafes: Die Frage lautet: "... der vom Euter verwendet wurde ..." Dies wäre C, der Zellkern! Als richtig wird aber B, die Zelle erwähnt. Ja, diese wurde dem Euter laut Text entnommen, aber die Frage war eben nicht nach dem entnommenen sondern nach dem verwendeten Zellteil! So funktioniert Schule leider täglich!!!!
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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    Untersucht PISA auch die Folgen der digitalen Demenz? Unsere Auszubildenden zücken für die einfachsten Kopfrechnungen ihr Smartphone und finden ohne Navi den Heimweg von den üK's nicht, weil sie mit einer hundsnormalen Strassenkarte nicht mehr klar kommen. Schlauheit lernt man nicht in der Schule, weil kein Schlauer LEEERER wird!
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Vergesst einmal diesen Pisa-Test mit seinen Vergleichen. Es gibt so viele Variablen: Lehrpläne, Fachinhalt, Fachschwerpunkt, Lehrerqualität, Auswahl der Test-Schüler etc.
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