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Braucht die Schweiz neue Kampfflugzeuge?
Aus Echo der Zeit vom 21.06.2020.
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Politik und Armee bei der Ruag Braucht die Schweiz neue Kampfflugzeuge oder nicht?

Die Gegnerinnen und Gegner der Beschaffung sagen, der FA-18 tue es noch lange – wenn man ihn schone. Die Ruag, frischt die Jets auf, damit sie bis 2030 durchhalten. Gleichzeitig sagt die Armee: Wir brauchen trotzdem einen neuen Jet.

Auf dem Militärflugplatz Emmen zeigen der Rüstungsbetrieb des Bundes, Ruag, und die Armee Journalistinnen und Journalisten in einem Hangar ein halbes Dutzend FA-18-Jets, die zurzeit aufgerüstet werden. Die Risse werden ausgebessert. Hülle, Flügel und das Innere erhalten neue Komponenten.

So sollen die Jets fit gemacht werden, damit sie statt 5000 neu 6000 Stunden fliegen – und bis ins Jahr 2030 durchhalten können. Doch danach sei Schluss, sagt Luftwaffen-Kommandant Divisionär Bernhard Müller. «Wir brauchen neue Kampfjets, weil dann die FA-18 das Ende ihres Lebens erreicht haben werden.»

«Die Flieger sind tipptopp im Schuss»

Die Einladung nach Emmen kommt nicht zufällig. Im September stimmt die Schweizer Bevölkerung über den Kauf von neuen Kampfjets ab. Die Armee möchte zeigen: Die FA-18 kommen in die Jahre und brauchen Ersatz. Anders sieht das SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf: «Die Schweiz war eines der letzten Länder, die diesen Typ FA-18 CD noch gekauft hat. Wir haben eine sehr gute Wartung, die Flieger sind tipptopp im Schuss.»

Eine Kombination von leichten Kampfjets und Hochleistungskampfjets ist etwas sehr Vernünftiges und auch Günstigeres.
Autor: Priska Seiler-GrafSP-Nationalrätin

Sie hat letzte Woche zusammen mit den Grünen und der Gsoa das Referendum gegen den Kauf mit 90'000 Unterschriften eingereicht. Für Seiler-Grafs ginge es auch billiger und länger, weit übers Jahr 2030 hinaus. «Die SP hat eine Studie in Auftrag gegeben und darin wurde ganz klar bestätigt, dass eine Kombination von leichten Kampfjets und Hochleistungskampfjets etwas sehr Vernünftiges und auch Günstigeres sei.»

Die SP schlägt vor, einen leichten, billigeren Kampfjet für einfache Aufklärungsmissionen im Luftpolizeidienst zu beschaffen – und die aufgefrischten FA-18 nur für sogenannte «Hot-Missions» einzusetzen.

Mit neuen Jets auf alles gewappnet sein

Heiss oder kalt. Wenn ein Kampfjet-Pilot ein unbekanntes Flugobjekt identifizieren muss, könne sich der Auftrag sehr schnell verändern, entgegnet Luftwaffen-Chef Bernhard Müller. «Sie gehen also in die Luft, ohne genau zu wissen, was da kommt. Ist es eine Bedrohung? Ist es keine Bedrohung? Über welche Leistungsfähigkeit und über welche Bewaffnung verfügt dieses Flugzeug?»

Auf alles gewappnet sein, das will der Luftwaffen-Chef mit neuen Kampfjets. Die Beschaffungsgegner hingegen verweisen auf das Nachbarland Österreich, welches genau eine solche Zwei-Flotten-Luftwaffe hat.

Auch wenn wir zwei bis drei Jahre Nutzung gewinnen, müssen wir eine Ersatzbeschaffung machen.
Autor: Bernhard MüllerLuftwaffen-Kommandant

Der Luftwaffen-Chef entgegnet, mit der Schonung der FA-18 gewänne man nur ein paar zusätzliche Jahre. «Die Gegner blenden aus, dass, auch wenn wir jetzt die Nutzung reduzieren würden und dadurch zwei bis drei Jahre gewinnen würden, wir dann trotzdem eine Ersatzbeschaffung machen müssten.»

Am Schluss entscheidet sich die Frage, ob Neukauf oder nicht, daran, wie die Bürgerinnen und Bürger zukünftige Gefahren einschätzen. Braucht es einen neuen Jet, der für alle Einsätze bereit ist, auch für einen kriegerischen Angriff auf die Schweiz. Oder ginge es auch billiger, um mit dem gesparten Geld, die Corona-Verluste aufzufangen.

Echo der Zeit, 21.6.2020, 18 Uhr

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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Nun, Herr Lang, keine Gemeinde wird einen Kredit zur Schulhaussanierung beantragen, mit dem Vermerk dass nach der Abstimmung mitgeteilt wird, welches Schulhaus saniert werden soll.... ;-)) @Thomas Leu: hat sich was von wegen "nicht beweisbar"! (LOL)
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  • Kommentar von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
    Ich bin beileibe kein Militäraviatik-Experte, aber etwas was wir Schweizer sicher brauchen sind weniger Deppen.
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  • Kommentar von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
    Also jetzt ernsthaft. Gegen welches Land wird die Schweizer Luftwaffe die Schweiz effizient verteidigen können?

    Liechtenstein?
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Shane O'Neill: Liechtenstein hat keine Armee und stützt sich somit auf die Schweiz. Zudem greifen wir keine unbewaffneten Länder an. Im Gegenteil, wir greifen gar niemanden an. Unsere Armee ist eine reine Verteidigungsarmee, ähnlich wie die österreichische und schützt Bürger wie Sie und ich, falls es einmal zum äussersten kommen sollte. Die Geschichte lehrt uns, dass man nie glauben sollte, was heute gilt, sei für die Ewigkeit. Das wissen auch die Iren aus ihrer Geschichte.
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    2. Antwort von Damian Derungs  (Domino)
      Es geht nicht um krieg, sonderm und luftraumsicherung. Wann begreift ihr das endlich
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    3. Antwort von Erik Eisermann  (ECATWEAZLE)
      :-) aber ganz ernsthaft :-)
      Vielleicht noch Monaco oder Andorra, ich glaube die sind noch kleiner als FL
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    4. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @S.O'Neill
      Wesentlicher Grund für die Existenz einer Luftwaffe sind zwei Aufträge aus der Bundesverfassung, erstens die Kriegsverhinderung - sprich die Fähigkeit bei einem kriegerischen Ereignis zur Verteidigung oder zum Neutralitätsschutz und die Fähigkeit die zivilen Behörden mit dem Luftpolizeidienst zu unterstützen. Beide Aufträge haben direkte völkerrechtliche Konsequenzen, wenn sie nicht mehr durchgeführt werden. Sprich die Schweiz würde als Land massiv an Glaubwürdigkeit verlieren!
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    5. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @S.O'Neill
      Über das WIE kann man durchaus diskutieren, OB steht nicht zur Diskussion, nicht einmal bei der SP - wenigstens behauptet sie das.
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    6. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Man darf ebenso hoffen, dass mindestens Teile der Menschheit Lernschritte im friedlichen Zusammenleben machen, auch wenn die Geschichte häufig anderes lehrt, wie man hoffen darf, unsere reine Verteidigungsarmee könne uns Bürger schützen, obwohl die Geschichte anderes lehrt. Was ist denn aus dem bürgerlichen Narrativ vom Sonderfall Schweiz plötzlich geworden?
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    7. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      "Liechtenstein hat keine Armee"? Das kann doch gar nicht sein! Es wird uns doch immer wieder erklärt, dass jedes Land eine Armee habe, die eigene oder dann eine fremde, die die Macht unfreundlicherweise übernimmt? Es gibt übrigens mindestens 22 unabhängige Staaten ohne Militär.
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    8. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Peter Zurbuchen: Länder wie Liechtenstein, Andorra, Monaco, San Marino, der Vatikan, etc. hinterlassen kein Vakuum, wenn sie keine Armee haben. Die restlichen europäischen Länder haben alle eine Armee. Sogar der Kosovo ist am Aufbauen einer Miliz.
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    9. Antwort von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
      Herr Leu,
      Interressant, dass sie Irland ins spiel bringen.

      Wir sind auch ein neutrales Land, haben aber so gut wie keine Armee oder Luftwaffe.

      Also siehe da, es funktioniert. Liechtenstein und Irland zeigen, dass es doch funktionieren kann.

      Übrigend, Luftangriffe oder Lufthoheit haben beide mit der Vergangenhait Irlands überhaupt nichts zu tun.
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    10. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @P. Zurbuchen
      Interessante Feststellung, insbesonder Liechtenstein ist das beste Beispiel. Man hat zwar keine eigene Armee, verlässt sich aber nur zu gerne auf die Schweizer Armee und die Österreichische Armee, wenn es um harte Sicherheitsbedürfnisse geht. Wie beim Zoll, auch da stützt man sich gerne auf die Schweiz. Ich warte also gerne auf die konkreten Beispiele, und bitte nicht Costa Rica, das kasernierte, armeeähnliche Polizeikräfte kennt, oder südpazifische Inseln die Australien haben.
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    11. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Shane O'Neill: Ich habe Irland ins Spiel gebracht, weil Sie einen irischen Namen haben. Den wissenschaftlichen "Frevel" den viele machen ist, dass sie für Vergleiche genau ein Beispiel nennen, das zu ihrer Theorie passt. Man muss umfassend gleiches mit gleichem vergleichen. Irland ist seit 1922 unabhängig. Die Schweiz wurde im Westfälischen Frieden 1648 unabhängig vom Heiligen Römischen Reich anerkannt. Sie hat eine lange Militärtradition und liegt im strategisch sehr wichtigen Herzen Europas.
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