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Deradikalisierung von IS-Rückkehrern: Leitfaden ist in Arbeit
Aus HeuteMorgen vom 20.07.2020.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
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Radikale IS-Rückkehrer Was tun, wenn Dschihad-Reisende zurückkehren?

Experten sehen bei IS-Rückkehrern keine Alternative zur Deradikalisierung. Doch solche Programme haben in der Schweiz einen schweren Stand.

In den vergangenen Jahren haben etwa 90 Menschen die Schweiz verlassen, um in IS-Gebieten zu kämpfen oder die Ideologie des sogenannten «Islamischen Staates» zu unterstützen. Aus Sicherheitsgründen möchte die offizielle Schweiz auch jene nicht zurücknehmen, die einen Schweizer Pass haben.

Völkerrechtlich werden wir dazu verpflichtet, diese Leute zurückzunehmen.
Autor: Mirjam Eser DavolioProfessorin ZHAW

«Völkerrechtlich werden wir dazu verpflichtet, diese Leute zurückzunehmen», sagt Extremismus-Expertin Mirjam Eser Davolio. Dabei stellt sich die Frage: «Was machen wir, wenn diese Leute zurückkommen? Welche Programme haben wir dann?»

Keine einsatzfähigen Programme

Von den rund 20 Schweizerinnen und Schweizern wollen die Behörden lediglich bei sieben Minderjährigen eine Rückkehr im Einzelfall prüfen, bestätigt der Bund auf Anfrage seine bisherige Position. Ansätze für die Deradikalisierung gibt es nach Mirjam Eser Davolio zwar, doch seien sie noch nicht einsatzfähig.

«Bislang haben wir kaum solche spezifischen Programme, und es gibt auch noch wenig Möglichkeiten, sie zu motivieren. Eigentlich wäre das jetzt nur freiwillig möglich», stellt die Professorin am Departement Soziale Arbeit an der ZHAW fest. Ein weiteres Problem sei die fehlende Forschung dazu und die Frage nach der Finanzierung.

«Ausstieg und Reintegration»

André Duvillard ist Delegierter für den zuständigen Sicherheitsverbund Schweiz. Statt von Deradikalisierung spricht er von Ausstieg und Reintegration und sagt, die Arbeiten an zwei Massnahmen schritten voran.«Die eine ist die Erarbeitung eines Referenzkatalogs für Ausstiegs- und Integrationsmassnahmen, das andere ist die Bildung eines Experten-Pools, um die Behörden in diesem Bereich zu unterstützen.»

Es brauche eine enge Zusammenarbeit – und die Schwierigkeit sei wohl, dass es nicht den einen Weg gebe. Duvillard will die konkreten Empfehlungen und die Kontakte zu Expertinnen und Experten Ende Sommer präsentieren.

Heute Morgen, 20.7.2020, 6:00 Uhr

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Die Vorstellung, dass sich der durchschnittliche Jihadisten einfach so mittels der Anwendung eines Kochbüchleins derdikalisieren lässt, wirkt ziemlich naiv und wenig realistisch. Diese Menschen sind in der Regel ideologisch überzeugt und ihr Wille an diesen Überzeugungen festzuhalten ist bestens gefestigt. Wer durch das Glutbad eines derartigen Konfliktes in Syrien gegangen ist und sich auf dem "rechten Weg" fühlt, ändert seine Meinung nicht, weil eine naive "Expertin" ihn überzeugen möchte.
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  • Kommentar von Paimung Butrdeewong  (P.Budeewong)
    Völkerrecht für jene, die Anderen genau das verwehrt haben. Bei aller Menschlichkeit, da bekomme ich ein Magengeschwür. Ab ins Loch mi denen und zwar für immer.
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    1. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Wenn man diesen Dschihadisten (zu Recht) den Bruch des Völkerrechts vorwirft, kann man dieses nicht selbst brechen, um sie zu bestrafen. Wir wollen uns nicht wirklich auf dieselbe Stufe stellen, oder? Wir beweisen die Überlegenheit unserer Rechtsordnung gegenüber einer pseudo-religiösen Gewaltfantasie am besten, indem wir mit Hilfe dieser Rechtsordnung eine Lösung finden.
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  • Kommentar von Gabriella Itin  (Salat)
    Es ist schon länger Zeit, der Sicherheit mehr Beachtung zu schenken.
    Als Bürger fühlt man sich nicht mehr wirklich sicher. Man Toleriert solche Terror Leute und spricht von Sicherheit ?
    Auch an den Grenzen gibt es viel zu wenig Zoll- Personal. Wenn die Sicherheit Leute etwas finden dürfen und könne Sie kaum etwas tun,
    da ihnen vom Gesetzt und der Unterstützung her die Hände gebunden sind.
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    1. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Ich bin auch ein Bürger und fühle mich überhaupt nicht unsicher in der Schweiz. Dschihadisten werden nicht toleriert. Es fehlen jedoch klare Strategien, wie mit ihnen umzugehen ist. Das Problem ist nunmal sehr komplex und auch relativ neu. Das Grenzschutz-Personal (meinen Sie wohl, oder möchten Sie mehr Warenkontrollen?) steht übrigens an den Schengen Aussengrenzen, also in den Randstaaten oder an den Flughäfen.
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