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Schweiz «Raubkunst-Handel unterbinden»

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates will den Handel mit syrischen Kulturgütern explizit verbieten. Sie hat eine Kommissionsmotion mit diesem Anliegen eingereicht.

Relief-Gesicht einer Frau.
Legende: Elfenbein-Schnitt aus Syrien. Generaldirektion für Antiquitäten und Museen, Damaskus

Das kulturelle Erbe in Syrien ist durch Krieg und Terror bedroht, es wird zerstört oder geraubt. Plünderer haben in den Kriegswirren leichtes Spiel. Der Kulturgüterraub ist zu einer wichtigen Einnahmequelle für Terroristen geworden, sagen Experten.

Gesetz muss nur angewendet werden

Die Schweiz als internationaler Kunst-Handelsplatz droht zur Drehscheibe für die geraubten Güter zu werden. Das will die nationalrätliche Kultur-Kommission verhindern.

Die Gesetze, um den Umgang mit Kulturgütern aus Syrien zu regeln, existierten bereits, sagt Kommissionspräsident Matthias Aebischer: «Doch jetzt muss gehandelt werden.» Die Kann-Formulierungen im Gesetz müssten nun angewendet werden.

Der Handel mit Kulturgütern aus dem Irak ist in der Schweiz bereits seit 2003 explizit untersagt. Dieses Verbot soll nun auf Syrien ausgeweitet werden.

Schweiz soll Kulturgüter verwahren

Die Nationalratskommission verlangt ausserdem, dass die Schweiz zum sicheren Hafen für Kulturgüter aus Syrien wird. Diese sollen hier treuhänderisch aufbewahrt werden, bis es die Umstände wieder zulassen, die Güter ins Ursprungsland zurückzuführen.

Die Sorge gelte primär den Kunstschätzen in Syrien und nicht bloss dem Image der Schweiz als dubioser Handelsplatz, versichert SP-Nationalrat Aebischer. Das revidierte Kulturgüterschutzgesetz sehe vor, in fremden Ländern die Plünderung von Kulturgütern zu verhindern, um Kriege zu finanzieren. Dies sei der Beweis, dass es für die Schweiz nicht nur ums Image gehe.

Stimmt das Parlament dem Vorstoss der Kommission zu, ist der Bundesrat am Zug. Er erlässt dann das Handelsverbot.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler, Langnau am Albis
    Die Sache läuft einfach:Ich brauche als IS Geld für Waffen, verschiebe die in syrischen und irakischen Museen geklauten oder mit Raubgrabungen erhalten Kunstgegenstände nach Dubai. Diese werden als aus Privatsammlungen stammend, mit gekauften Zertifikat Herkunftsbescheinigung, in die Schweiz und nach Europa zur Auktion verschoben. Das Kulturerbe ist dann für weg, diese Länder ihrer Geschichte beraubt. Müsste nicht schon in Dubai eingegriffen werden. NR zu blauäugig ?Matthias wach auf !
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    1. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      Solange antike (ueber 100 Jahre alte) Kulturgueter nicht bei allen privaten Dieben, Hehlern und nur steuersparend interessierten Hortern (ausser jedermann zugaenglichen staatlichen Museen) entschaedigungslos beschlagnahmt und eingezogen werden, sondern bei eintsprechendem politischem Baeckground gar zurueckgeliefert oder entschaedigt werden, wird sich am nur selektiven internationalen Schutz der Kulturgueter der Nationen nix aendern....
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  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Das leuft wie beim Terrorismus ala Carte. Anstatt das Kulturerbe von Nationen zwingend zu schuetzen, will man privilegierte Kasten von gewinnsuechtigen Kunsthortern selektiv beguenstigen. Deshalb die Kannformulierungen im Gesetz, die von Politikern und ihnen hoerigen Nichtmehrbeamten willkuerlich verordnet und verfuegt werden....
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  • Kommentar von Hedvika Post, Zürich
    Unverständlich, wie lange das dauert, bis endlich gehandelt wird, der Krieg dauert schon 4Jahre und es war schon früh zu erkennen, dass Kulturgüter geraubt wurden, übrigens scheint mir beides wichtig, dass Schätze von Syrien geschützt werden UND dass die Schweiz ein gutes Image aufbaut, indem sie Schwerverbrecher nicht unterstützt.
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Dass international die CH ein beliebtes Pflaster für Warenumtausch illegaler Herkunft ist, ist nun seit Jahrzehnten bestens bekannt - lässt sich Hehlereigut ja aufgrund der Gesetzeslage im Gegensatz um Ausland gut umsetzen.
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