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Schutz der Wölfe wird gelockert
Aus Rendez-vous vom 19.09.2019.
abspielen. Laufzeit 02:59 Minuten.
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Raubtier spaltet die Nation Das Wolfsgeheul ist Nebensache

Insgesamt 17 Stunden lang debattierten National- und Ständerat das neue Jagdgesetz. Von «Wölfen, die um die Häuser streifen» wurde gewarnt, oder von der «Ausrottung» geschützter Tierarten. Beides ist übertrieben, überhaupt: Viele Parolen und Emotionen für ein Thema, das kaum entscheidend ist für das Schicksal des Landes.

Es fällt nur wenigen Menschen auf, ob ein paar Wölfe oder ein paar Schafe mehr oder weniger durch die Gegend streifen. Aber der Wolf bewegt die Gemüter, weil er ein Mythos ist, bereits im Kindesalter eingeprägt worden mit Märchen wie Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Er steht für Gefahr, für die entfesselte Natur, das Raubtier schlechthin.

Der Mythos Wolf bewegt

Lange machte er dem Menschen Nutztiere und Jagdwild streitig. Deshalb wurde der Wolf schonungslos gejagt, Ende des 19. Jahrhunderts galt er in der Schweiz als ausgerottet. Kritik blieb weitgehend aus: Damals strebte man danach, die Natur möglichst zu bändigen und zu bezwingen.

Die Rückkehr des Wolfes erfolgt in einer ganz anderen Zeit. In einer Zeit, in der die Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist. In der Artensterben und Klimawandel die natürliche Überlebensgrundlage des Menschen gefährden. Vor diesem Hintergrund ist der wieder aufgetauchte Wolf ein Symbol geworden, das die Meinungen spaltet.

Referendum über den Wolf – und noch viel mehr

Für die einen ist er ein Symbol der Hoffnung, dass sich die Natur erholen kann nach dem zerstörerischen Eingriff des Menschen. Für die anderen steht der Wolf nach wie vor für eine Gefahr, die es zu überwinden gilt. Und für den Graben zwischen Stadt und Land, zwischen Schafhirten und Naturromantikern.

All das schwingt mit in der Wolfsdebatte. Nicht die Wolfsfrage ist existenziell, sondern die Themen, die mit ihm verbunden werden. Deshalb werden die Diskussionen über dieses Raubtier immer sehr heftig geführt. Mit dem Referendum gegen das Jagdgesetz kommt diese Diskussion nun in die breite Öffentlichkeit. Es ist nicht zu erwarten, dass sie sich beruhigt, wenn der Urnengang in Sichtweite rückt.

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden

Bundeshausredaktorin, SRF

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Priscilla Imboden ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und war vier Jahre lang als USA-Korrespondentin für SRF tätig, bevor sie zur Bundeshausredaktion von Radio SRF stiess. Davor arbeitete sie bereits während acht Jahren in der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF in Bern.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von I. Bürgler  (I.Bürgler)
    Im Youtube nach "Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich" suchen; 1 Std. 13 Min. Sehr sehenswert und informativ. Eine überraschende und aktuelle Erkenntnis. Einfach einmal den Film schauen und nachher den Kommentar abgeben.
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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Am heutigen Freitag ist Klimastreik angesagt. Was mit der Natur sonst passiert - z.B. der Abschuss von Wölfen - ist offenbar kein Thema. Weder im Parlament noch bei der Klimastreikbewegung - schade!
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  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Betreffend Schutz der Herden vor Raubtieren etc. :

    Auch der Weinbauer muss die Trauben z.T. mit viel Aufwand vor Vögeln schützen. Gleiches gilt für Obst- und Gemüssebauern mit Mäusen, Vögeln, Insekten.
    Auch in der Stadt werden Hasen und andere von Menschen gehaltene oder gezüchtete Tiere von Füchsen etc. gerissen und man muss sich zu helfen wissen.

    Denke fast jeder muss sein Geschäft und Gut auf die eine oder andere Art schützen, nicht nur die Bauern und Hirte.
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