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Schweiz SBB steckt Millionen in neue Sicherheitssysteme

Am Tag nach dem Zugunglück von Neuhausen ist unklar, wie es zu dem Zusammenstoss kommen konnte. Die SBB schliesst nicht aus, dass ein Rotlicht überfahren wurde. Fest steht, dass am Unfallort das älteste von drei Sicherungssystemen im Einsatz ist. Die Systeme werden gerade für viel Geld ausgebaut.

Verunglückte Züge auf den Gleisen im Bahnhof Neuhausen
Legende: Nach dem Zugunglück in Neuhausen: Warum die beiden Züge zusammenstiessen, ist noch immer unklar. Keystone

Noch immer ist unklar, warum am Donnerstagmorgen im Bahnhof Neuhausen (SH) ein Doppelstockzug der SBB mit einer Thurbo-Komposition zusammenstiess.Der Unfall wird derzeit von der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) untersucht. Ein Sprecher sagte, zunächst würden Fahrtenschreiber und Stellwerkprotokolle ausgewertet. Auch die Lokführer – beide blieben unverletzt – sollen befragt werden.

Millionen für neue Systeme

Nach Angaben der SBB kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei dem Unglück ein Rotlicht überfahren wurde. Fest steht, dass am Unfallort das älteste von drei Sicherheitssystemen der SBB im Einsatz ist.

Es bewirkt, dass eine Schnellbremsung eingeleitet wird, sobald ein Zug an einem Rotlicht vorbeifährt. Reicht die Strecke dafür nicht aus, kann es jedoch trotzdem zum Zusammenstoss kommen.
 
Nach Angaben der SBB sind sämtliche der rund 11'000 Signale auf dem Netz mindestens mit einer punktuellen Sicherung ausgerüstet. Ende vergangenen Jahres sei entschieden worden, bis 2020 rund 50 Millionen Franken in den Ausbau der bestehenden Zugsicherungssysteme zu investieren.

Rund 1700 Signale werden zusätzlich mit einer Geschwindigkeitsüberwachung (ZUB) ausgerüstet. Das Risiko von Unfällen in Folge von Signalfällen soll so um mehr als ein Drittel reduziert werden.

Lokführer sollen sich in Sicherheit bringen

Als Signalfall wird das Überfahren eines Halt zeigenden Signals bezeichnet, bei dem der Zug automatisch zum Stillstand gebracht wird. Ob die Kollision in Neuhausen hätte verhindert werden können, wenn das System dort bereits nachgerüstet worden wäre, wird von der Sust untersucht.
 
Für den Fall eines Unfalls werden die Lokführer speziell ausgebildet. Ist eine Schnellbremsung eingeleitet, können sie nichts mehr tun. Sieht ein Lokführer den Crash kommen, sollte er sich selbst in Sicherheit bringen, sagte ein Sprecher der SBB.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Kontinentaleuropa
    "Rund 1700 Signale werden zusätzlich mit einer Geschwindigkeitsüberwachung (ZUB) ausgerüstet. Das Risiko von Unfällen in Folge von Signalfällen soll so um mehr als ein Drittel reduziert werden. " Warum nicht auf WLAN- und Car2Car-Basis eine Null-Risiko-Strategie betreiben? Gut, somanche Arbeitnehmer und somit die Indusrie wird versucht sein mit minimalem Aufwand einen maximalen Gewinn zu erzielen, wodurch mehr Sicherheit wohl leider unbezahlbar wird.
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  • Kommentar von A. Schweigler, ZH Weinland
    Tia es musste mal so kommen. Das gesamte Netz im ZH Weinland ist inkl der Züge stark veraltet. Man muss immer von anderen Auftragen und wird für eine sarnierung und ausbau stets vertröster. Das ist nun das Resultat.
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