Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Schonende Schlachtung Bundesrat will Tier-Wohlergehen in Verfassung aufnehmen

  • Der Bundesrat will das Wohlergehen aller Tiere als Grundsatz in die Verfassung aufnehmen.
  • Konkret möchte er die tierfreundliche Unterbringung, den regelmässigen Auslauf und die schonende Schlachtung von Nutztieren in der Verfassung verankern.
  • Er nimmt dabei zentrale Aspekte der Massentierhaltungsinitiative auf, die er als Ganzes aber ablehnt.
Video
Aus dem Archiv: Initiative gegen Massentierhaltung eingereicht
Aus Tagesschau vom 17.09.2019.
abspielen

Der Bundesrat verzichtet in seinem direkten Gegenentwurf zum Volksbegehren darauf, private Biostandards in die Verfassung aufzunehmen. Die Anwendung dieser Standards auf Importe wäre laut der Regierung unvereinbar mit Handelsabkommen und nur sehr schwer umsetzbar.

Mit den übrigen Forderungen der Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz» ist der Bundesrat aber einverstanden. So will er das Wohlergehen aller Tiere als Grundsatz in die Verfassung aufnehmen. Die Initiative bezieht sich ausschliesslich auf Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung.

Genügend Auslauf

Der direkte Gegenentwurf des Bundesrats befindet sich bis zum 20. November in der Vernehmlassung. Demnach sollen in verschiedenen Bereichen die Minimalanforderungen für alle Nutztiere angehoben werden. Grundsätzlich sollen alle Nutztiere regelmässigen Auslauf haben.

Rinder sollen künftig entweder in Freilaufställen gehalten werden oder in Anbindeställen tagsüber Auslauf im Freien erhalten. Schweine sollen zwingend einen eingestreuten Liegebereich haben. Dadurch werden die Tiere widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Der Einsatz von Medikamenten wird vermindert. Bei der Schlachtung soll vermieden werden, dass die Tiere Schmerz empfinden, leiden oder Angst haben.

Sollte der direkte Gegenentwurf in der Volksabstimmung angenommen werden, will der Bundesrat dem Parlament eine entsprechende Gesetzesvorlage zur Ausgestaltung der neuen Verfassungsbestimmung unterbreiten. Ziel sei es, die landwirtschaftliche Tierhaltung weiter zu verbessern, schreibt der Bundesrat.

Kritik vom höchsten Bauern

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen und die Auswirkungen auf die Schweizer Landwirtschaft sollen laut dem Bundesrat im Rahmen einer Regulierungsfolgeabschätzung nach der Vernehmlassung analysiert werden.

Bauernverbandspräsident Markus Ritter (CVP/SG) liess im Februar verlauten, dass er die Initiative gegen Massentierhaltung nicht unterstütze. Die Schweiz habe bereits heute eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt. «Wir können nicht noch viel strenger werden, wenn unsere Bauern ihre Konkurrenzfähigkeit nicht total verlieren wollen.»

Bio-Suisse-Standards

Die Massentierhaltungsinitiative würde den Bund verpflichten, die Würde des Tieres in der landwirtschaftlichen Tierhaltung zu schützen. Das soll auch den Anspruch umfassen, nicht in Massentierhaltung zu leben. Als Massentierhaltung definiert die Initiative eine technisierte Tierhaltung in Grossbetrieben zur Gewinnung möglichst vieler tierischer Produkte, bei der das Tierwohl systematisch verletzt wird.

Video
Häufig gesuchte Fragen zu Massentierhaltung und Fleischkonsum
Aus Forward vom 11.03.2020.
abspielen

SRF 4 News vom 12.8.2020, 12 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

35 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ulrich Thomet  (UTW)
    85% der Betriebe machen heute bereits bei RAUS (regelmässiger Auslauf insFreie) mit. 77% der Tiere in der CH werden gemäss Agrarbericht 2019 bereits nach RAUS Vorschriften gehalten.
    Wer heute bei RAUS mitmacht, erhält Beiträge für die Zusatzinvestitionen und die zusätzliche Arbeit. Mit dem Gegenvorschlag will der der BR ein sympathisches Anliegen gesetzlich verankern und, das sagt er natürlich nicht, nebenbei die RAUS Beiträge einsparen.
    Kleine Tierhalter verlieren, mangels Kompensation, DZ.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Schweiz hat bereits die strengsten Tierschutzgesetze der Welt, so Herr Ritter. Nur leider werden sie nicht umgesetzt. Wir erfahren über die Medien soviel über Tierquälerei in Schweizer Ställen - man muss sich mit diesen Gesetzen also schämen. Das Tierwohl bleibt bei den meisten Bauern auf der Strecke. Enge in den Ställen, angebundene Kühe ohne Auslauf, Schweine im eigenen Dreck und die sich kaum bewegen können, Hühnerställe mehr als voll. Wenn Ritter das Tierwohl nennt ist das beschämend.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Konventionell gehaltene Schweine in der sogenannten Massentierhaltung leiden ihr Leben lang unter beengten Verhältnissen. Da Säue maximal viele Nachkommen für die Mast produzieren sollen, werden auch sie regelmässig künstlich befruchtet. Während der Besamung und der Säugezeit werden die Muttertiere über Wochen in extrem enge Metallkäfige gesperrt, in denen sie außerstande sind, sich umzudrehen. Betrachten wir Schweine, Rinder, Hühner und andere Tiere als das, was sie sind: fühlende Lebewesen.
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Und es ist die Arroganz des Menschen & der Politik, welche darüber bestimmen, wie viele m2 ein Tier für ein "glückliches" Leben braucht.
      Könnten Tiere sprechen - wobei sie das ja schon tun- wir verstehen es einfach nicht - würde sie uns vermutlich sagen, dass auch sie, wie der Mensch auch, gerne unbeschränkte Freiheit geniessen möchten.
    2. Antwort von Ulrich Thomet  (UTW)
      Kastenstände sind in der CH verboten.
      Quelle Zitat STS:
      "Die Schweizer Schweinehaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark
      verändert. Die Betriebe wurden grösser und tierquälerische Gegebenheiten wie die
      Kastenstandhaltung oder das Ferkelkastrieren ohne Schmerzausschaltung wurden
      verboten."