Schütze von Daillon nach 20 Schüssen gestoppt

Bei einer Schiesserei im Wallis sind drei Menschen getötet worden. Die Hintergründe der Tat im kleinen Dorf Daillon liegen im Dunkeln. Die Polizei konnte den 33jährigen Täter schliesslich stoppen. Der unter Vormundschaft stehende Mann war 2005 in psyiatrischer Behandlung.

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Einschätzungen von Wallis-Korrespondentin Ruth Seeholzer.

2:05 min, aus Tagesschau vom 3.1.2013

Im Walliser Weiler Daillon westlich von Sitten hat ein Mann auf mehrere Personen geschossen. Drei Menschen wurden dabei getötet, zwei weitere verletzt.

Bei den Todesopfern handelt es sich um drei Frauen im Alter von 32, 54 und 79 Jahren. Verletzt wurden zwei weitere Männer im Alter von 33 und 63 Jahren. Die getötete 32jährige und der schwer verletzte 33jährige waren ein Paar. Die getötete Frau hinterlässt kleine Kinder.

Der Schütze und die Opfer kannten sich offenbar, waren jedoch nicht miteinander verwandt. Das Motiv des mutmasslichen Täters ist noch unbekannt.

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Gemeinde unter Schock

Das Drama sei unbegreiflich, die Gemeinde stehe unter Schock. Dies war die erste Reaktion von Christophe Germanier, Gemeindepräsident von Conthey. In Daillon kenne jeder jeden. Er selber sei einem der Opfer nahe gestanden. Man werde sich nun in erster Linie um die Familien der Opfer kümmern.

Der Schütze selbst wurde beim Polizeieinsatz schwer verletzt. Er befindet sich im Spital. Weil er Polizeibeamten bedrohte, hatten diese von ihren Schusswaffen Gebrauch gemacht. Beamte seien keine verletzt worden.

Mutmasslicher Täter bedrohte auch Polizisten

Die Polizei sei am Mittwoch gegen 20.50 Uhr alarmiert worden, teilte diese mit. Ein Anrufer habe gesagt, dass ein Mann auf Bewohner des Weilers Daillon/Conthey schiesse. Der Anrufer gab an, dass mehrere Personen verletzt am Boden läge

Gemäss Staatsanwalt hatte der Mann zuerst aus seiner Wohnung heraus auf Menschen vor seinem Haus geschossen und ging dann auf den Platz des Dorfes. Sofort seien mehrere Patrouillen sowie eine Spezialeinheit zum Ort der Schiesserei ausgerückt. Insgesamt gab der Schütze rund 20 Schuss ab.

Auf der Strasse habe der mutmassliche – laut Augenzeugen betrunkene – Täter auch die Polizisten bedroht.

«Der Täter richtete die Waffe auf die Polizisten. Deshalb mussten die Beamten Schüsse abgaben», sagt Jean-Marie Bornet, Mediensprecher der Walliser Kantonspolizei, gegenüber RTS.

Schütze benutzte Armeekarabiner

Bereits 2005 war der mutmassliche Täter in die Psychiatrie eingeliefert worden. Er soll immer wieder  Drogenprobleme gehabt haben. Damals wurden seine Waffen beschlagnahmt und zerstört.

Trotz dieser vorbeugenden Massnahmen verfügte der Mann bei der Bluttat über mehrere Waffen, wie die Staatsanwaltschaft an einer Medienkonferenz in Daillon sagte. Er habe mit einem alten Armeekarabiner sowie mit einer Flinte geschossen. Wie der Mann an die Gewehre gekommen ist, sei zunächst noch unklar. Gemäss Waffenregister besitzt er keine Waffen.

Weltweite Berichterstattung

Die Bluttat sorgte weltweit für Aufsehen. Neben asiatischen Medien berichteten auch Australien und Neuseeland über das Drama.