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Schweiz Schweiz leistet «Gute Dienste» zwischen Iran und Saudi-Arabien

Die Schweiz wird neu für die konsularischen Interessen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran zuständig sein. Dies aufgrund des andauernden diplomatischen Streits zwischen den beiden Ländern. Durch die Schweizer Hilfe soll iranischen Bürgern die Pilgerreise erleichtert werden.

Legende: Video Iran und Saudi-Arabien: Die Schweiz soll vermitteln abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.02.2016.

Die Schweiz werde die Interessen Saudi-Arabiens im Iran und umgekehrt jene des Iran in Saudi-Arabien wahrnehmen. Dies nachdem die beiden Staaten ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen haben. Das teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nach einem Besuch von Aussenminister Didier Burkhalter in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad mit.

Die Schweiz wolle damit einen Beitrag zur Stabilität in der Region leisten. Die Übernahme der sogenannten Schutzmachtmandate beinhalte eine Art diplomatische «Briefträgerfunktion», lässt das EDA weiter verlauten.

Geschätzte Hilfe

«Die Schweiz offeriert die konsularischen Interessen Saudi-Arabiens im Iran zu verwalten, was wir schätzen und akzeptiert haben», bestätigte Adel al-Jubeir, Saudi-Arabiens Aussenminister an einer Pressekonferenz in Riad.

Mit der Hilfe der Schweiz soll es iranischen Bürgern trotz des diplomatischen Zwists erleichtert werden, ihre Pilgerreise ins Königreich anzutreten. Saudi-Arabiens Aussenministerium fügte an, dass keine weitere diplomatische Vermittlung von Nöten sei.

Nationalräte stehen hinter dem diplomatischen Engagement

Verschiedene Mitglieder der Aussenpolitischen Kommission begrüssen, dass die Schweiz ihre diplomatischen Dienste anbietet. SVP-Nationalrat Luzi Stamm findet ein solches Engagement immer positiv, egal zwischen welchen Parteien es zustande komme: «Wenn die Schweiz ihre traditionelle Rolle der Vermittlung und Botschaftsdienste wahrnimmt, ist nichts dagegen einzuwenden.»

Auch sein politisches Gegenüber von der SP – Tim Guldimann – ist von den Vermittlungsdiensten der Schweiz überzeugt. Obwohl der Iran und Saudi-Arabien wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert werden, glaubt er nicht, dass sich die Schweiz in eine heikle Situation begebe. Die Neutralität bleibe gewahrt. «Ich sehe nicht, dass das irgendwelche Probleme mit sich bringt. Es ist einfach ein Beitrag in einem Bereich, in dem wir etwas leisten können.»

Beziehungen Anfang Januar abgebrochen

Die religiös und politisch zerstrittenen Länder hatten ihre diplomatischen Beziehungen Anfang Januar abgebrochen. Vorausgegangen war die Erstürmung der Botschaft Saudi Arabiens in Teheran durch iranische Bürger, die gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr und 46 weiteren Gefangenen in Saudi-Arabien protestierten.

Der schiitische Iran und das sunnitisch geprägte Königreich ringen um die Vormachtstellung in ihrer Region. Im Syrien-Konflikt unterstützt Riad Rebellengruppen, während Teheran auf der Seite des Assad-Regimes steht.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Larissa Möller (Larissa Möller)
    All diese Länder, die Waffenhandel betreiben sollten von ihren Waffenlieferanten sei es in USA, Kanada oder Europa FlüchlighsSteuern erheben um die Weltweite Flüchtligskrise zu bewältigen. Diese FlüchtligsSteuer wäre somit gleich ein Quellensteuer für FlüchtlingsHilfe.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Der schiitische Iran und das sunnitisch geprägte Königreich ringen um die Vormachtstellung in ihrer Region. Im Syrien-Konflikt unterstützt Riad Rebellengruppen, während Teheran auf der Seite des Assad-Regimes steht." Immer das selbe Muster. Da könnte man sich ja gleich zu Tode langweilen.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Burkhalter arbeitet wohl an seiner Karriere in der UNO.
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    1. Antwort von Manuel Pestalozzi (M. Pestalozzi)
      Nein, er setzt die Tradition der Guten Dienste fort, welche die Schweiz als Verhandlungsinstant- und Ort in der ganzen Welt positioniert. Gerade in diesem Konflikt kann unser Land wirklich etwas ausrichten, da es glaubhaft unparteiisch ist. Diese Glaubhaftigkeit muss gepflegt und unterhalten werden, davon profitieren wir letztlich alle.
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