Schweiz mischt im Drohnengeschäft mit

Im vergangenen Dezember absolvierte in Südfrankreich die Kampfdrohne Neuron einem erfolgreichen Testflug. Rund 400 Millionen Euro kostet die ferngesteuerte Kampfmaschine vom französischen Flugzeugbauer Dassault. Mitgearbeitet hat auch die Schweiz.

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Drohnen für die Schweiz

2:21 min, aus Tagesschau vom 5.6.2013

Bei der «chirurgischen Kriegsführung» sind sie nicht mehr wegzudenken – die Kampfdrohnen. Praktische lautlos und unsichtbar operieren sie tief hinter feindlichen Linien. Der Auftrag beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die Aufklärung. Immer häufiger werden die videogesteuerten Flugobjekte auch zu gezielten Tötung eingesetzt.

Auch die Schweiz besitzt Drohnen, allerdings nur für Aufklärungszwecke. Und sie mischt tüchtig mit im Geschäft mit der moderne Kampftechnik per Joystick. Zusammen mit Italien, Griechenland, Spanien und Schweden ist der Schweizer Rüstungskonzern Ruag an der Entwicklung von Neuron beteiligt.

6 Millionen Franken hatte der Bundesrat 2005 für das Drohnen-Projekt bewilligt. Kurz darauf gingen beim bundeseigenen Rüstungskonzern millionenschwere Aufträge ein. Die Schweiz bot Unterstützung in Fragen der Aerodynamik und der Nutzlastaufhängevorrichtung an. Zur Nutzlast gehören auch Waffensysteme.

Ein durchaus heikles Geschäft, wie man heute weiss. Rund 6 Monaten nach dem Testflug in Marseille nimmt das VBS nun Stellung zur Tarnkappendrohne von Dassault.

«Es steht die Weiterentwicklung von Einsatzverfahren, Bewaffnung und der Zulassung von Drohnen im zivilen Luftraum im Zentrum.»

Brisant ist: Neuron ist eine Kampfdrohne. Diese sind ethisch umstritten – weil Angriffe vom Computertisch aus gesteuert werden. Ziel der Schweiz sei es langfristig nicht Kampfdrohen sondern Aufklärungsdrohnen zu beschaffen, schreibt das VBS.

Lange Entwicklungsphase

«Durch den Zugang zu den Dokumenten dieses Projektes ist es möglich Erkenntnisse zu sammeln, was mit derartigen Drohnen machbar ist. Diese Erkenntnisse können unter anderem auch zur Abwehr solcher Bedrohungen genutzt werden», heisst weiter.

Bis 2014 sind weitere Testflüge in Frankreich geplant. Anschliessend folgen militärische Tests in Italien.