Schweizer Jugendliche sind Multikulti – und sind es gern

Eine Studie des Bundes zeigt: Die Jugend in der Schweiz ist sprachlich und kulturell divers. Sie reist viel, lebt auch einmal für eine Weile im Ausland und hat Freunde aus aller Welt. Die Vielfältigkeit sehen die Jungen als positiv an.

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Schweizer Jugend – weit gereist und doch eher konservativ

1:32 min, aus Tagesschau am Mittag vom 28.9.2015

Für die Schweizer Jugend ist die sprachliche und kulturelle Vielfalt Realität. Und diese Realität ist von den Jugendlichen gern gesehen. Dies zeigt eine Untersuchung der Eidgenössischen Jugendbefragungen unter 40'000 jungen Schweizer Männern und 1500 jungen Schweizer Frauen.

Die Jugendlichen reisen viel

Dass sich die Jugendlichen in einer multikulturellen Gesellschaft wahrnehmen, hängt mit ihren kulturenübergreifenden Kontakten zusammen. Sie reisen viel: Ab dem 12. Lebensjahr haben mehr als ein Drittel sechs oder mehr Länder besucht.

Schweizer Jugendliche Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Grossen und Ganzen offen, doch auch auf Schweizer Eigenheiten bedacht: Schweizer Jugendliche. Keystone

Sie haben einen vielfältigen Freundeskreis: Mehr als ein Viertel der Jugendlichen hat mindestens gleich viele oder gar mehr Ausländer als Schweizer als Freunde. Und sie leben vorübergehend auch im Ausland: Ab 12 Jahren hat schon jeder zehnte junge Schweizer mindestens ein halbes Jahr im Ausland gelebt.

Die Jugendlichen stehen den Migranten und den Gemeinschaften durchwegs sehr positiv gegenüber. Gemäss der Studie erwarten sie allerdings, dass die Migranten ihren Willen zur Integration beweisen – indem sie gewisse nicht verhandelbare Standards einhalten.

Tolerant gegenüber fremdländischen Alltags-Ritualen

Die Jugendlichen sind aber auch zu Konzessionen bereit. Insbesondere sind sie aufgeschlossen, wenn Menschen ausländischer Herkunft religiöse und kulturelle Bedürfnisse hegen und diesen im Alltag auch nachgehen wollen.

Dass die meisten Probanden männlich sind, hängt mit der Testanlage zusammen. Die Verantwortlichen Studien haben die Chance der militärischen Aushebung genutzt, um möglichst viele Jugendliche befragen zu können.