Schweizer Psychiater sind Mangelware

Jeder sechste Schweizer leidet unter einer psychischen Störung. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Die Zahl der Schweizer Psychiater hingegen sinkt. Fachleute sprechen von einer dramatischen Situation.

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Seifritz über die Situation in der Schweiz

0:15 min, vom 10.10.2013

Der Schweiz gehen die Psychiater aus. So die Warnung von Fachleuten. Vor allem in zehn Jahren, wenn viele Psychiater in Rente gehen, werde sich die Situation verschärfen.

Das sagt auch Erich Seifritz zu «10vor10». Der Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich meint: «In den Kliniken ist es dramatisch. Dort können wir viele Assistenzarztstellen nicht besetzen und wir haben Mühe, psychiatrische Spitäler auf einem hohen qualitativen Niveau zu betreiben.»

Sprache und Kultur der Patienten verstehen

Dieselbe Sprache sprechen unveröffentlichte Zahlen der Schweizer Universitäten. Die zeigen, dass im letzten Jahr nur jeder rund 20. Medizinstudent Psychiater werden wollte. Nötig aber wären mindestens doppelt so viele.

Demzufolge sank auch die Zahl der Assistenzärzte in Psychiatrie und Psychotherapie mit eidgenössischem Diplom. Gestiegen ist dafür die Zahl von Assistenzärzten aus dem Ausland. Für Seifritz aber wäre es wichtig, dass es mehr Schweizer Psychiater gebe. Der Therapeut müsse Sprache und Kultur der Patienten verstehen können.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Zu wenig Psychiater?

    Aus 10vor10 vom 10.10.2013

    83 Prozent der Schweizer fühlen sich laut dem Gesundheitsbericht des Bundes gut oder sehr gut. Dennoch nehmen immer mehr Leute psychiatrische und psychologische Hilfe in Anspruch. Psychiater seien in der Schweiz deshalb Mangelware, sagen Fachleute. Sie warnen seit längerem vor einem Versorgungsengpass.