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Schweizer Wäldern geht es gut
Aus Tagesschau vom 27.08.2015.
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Schweiz Schweizer Wald atmet auf

Borkenkäfer, Pilze und fremde Arten – der Schweizer Wald hat an vielen Fronten zu kämpfen. Aber das macht er gut. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Waldbericht. Also alles bestens mit Eiche, Ahorn und Tanne? Nicht ganz.

Dem Schweizer Wald geht es derzeit verhältnismässig gut. Diese Fazit ziehen Fachleute im neusten Waldbericht des Bundes, in dem alle zehn Jahre der Zustand des Schweizer Waldes aufgezeigt wird.

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Rahmenbedingungen werden sich für Schweizer Wälder verschlechtern
Aus Tagesschau vom 27.08.2015.
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Während beispielsweise die Artenvielfalt in anderen Lebensräumen unter Druck ist, hat sie in den letzten zehn Jahren im Wald zugenommen. Das teilten das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mit.

Wald schützt den Menschen

Wenn die Wälder artenreicher sind, gelten sie als widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Stürmen. Als positiv bewerteten die Fachleute auch, dass die Wälder im Durchschschnitt dichter geworden sind. Das macht sie noch wertvoller für den Schutz des Menschen vor Naturgefahren. Stabilisiert hat sich auch die Kronenverlichtung.

Doch der Schweizer Wald steht laut dem massgeblichen Bericht auch vor grossen Herausforderungen. Eine davon ist der Klimawandel. Längere Hitzeperioden wie in diesem Sommer stressen die Bäume, wobei dies an den verfärbten Blättern abzulesen ist.

Bedroht wird der Wald auch von aus dem Ausland eingeschleppten gefährlichen Schädlingen. «Früher wurden solche Organismen alle fünf bis zehn Jahre festgestellt. Heute treten sie fast im Jahrestakt auf», sagte Christoph Hegg, stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts WSL.

Ökonomische Situation der Forstbetriebe als Herausforderung

Gemeint sind etwa Eschenwelke, eine Pilzkrankheit, die Rotbandkrankheit der Föhre oder der Asiatische Laubholzbockkäfer. Besonders im Tessin ist die Ausbreitung des Götterbaums ein Problem. Und mit dem globalen Warenhandel werden sich die Probleme mit diesen eingeschleppten Schadensorganismen noch verstärken.

Ferner stellt die schwierige ökonomische Stiuation vieler Forstbetriebe ein Problem für den Wald dar. Sie führt dazu, dass in den Schwiezer Wäldern viel weniger Wald geschlagen wird, als geschlagen werden könnte. Nur ein gut genutzter Wald verjüngt sich laut den Fachleuten des Bundes ausreichend.

Waldfläche hat um sieben Prozent zugenommen

Der Waldbericht stützt sich auf international standardisierte Indikatoren. Die Daten zeigen, dass der Schweizer Wald heute 32 Prozent der Landesfläche bedeckt. Seit 1995 hat die Waldfläche um 82'300 Hektaren oder sieben Prozent zugenommen. Heute wächst die Waldfläche in der Schweiz jedes Jahr um die Fläche des Zürichsees.

Dabei dehnt sich der Wald nicht im Mittelland aus, sondern vor allem auf Flächen in den Alpen, die nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.

Fakten zum Thema

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Der Waldbericht basiert auf international anerkannten Indikatoren. Die Datengrundlagen stammen aus einem umfassenden Waldmonitoring.

Der Schweizer Wald bedeckt knapp ein Drittel der Landesfläche. Gegenwärtig umfasst er insgesamt 1,31 Millionen Hektaren. Er hat seit 1995 um 7 Prozent zugenommen, insbesondere auf Flächen im Alpenraum.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Beppie Hermann)
    "Verbissschäden an jungen Bäumen durch Hirsche und Rehe hätten zugenommen" Wen wunderts! Man nehme sich das Beispiel am jagdfreien Kanton Genf zum Vorbild, die haben kaum solche Probleme. Von wegen grossartigem Hegen und Pflegen, nach wie vor schiessen Jäger in gewachsene Herden, Rotten, Rudel usf. Diese verlieren die Führung und damit den Zusammenhalt, Geburtenkontrolle und Ordnung. Aber eben, Hauptsache, man hat das fetteste Leittier erlegt!
  • Kommentar von Jürg Sand  (Jürg Sand)
    Das "Waldsterben " hat er ausgezeichnet überlebt. Ich denke, auch die "Klimaerwärmung" wird er überstehen.
    1. Antwort von Jean Baptiste Chardin  (Siméon)
      ... aber nicht mit der Fauna und Flora von heute! Eine Klimaerwärmung mag es für Sie scheint's nicht geben, aber abgeschmolzene Gletscher und Eismeere sind eindeutige Zeichen.
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    In den Siedlungsgebieten wo die meisten Leute leben, nimmt der Wald nicht zu. Im Gegenteil, dort kämpft er gegen Übernutzung (Wanderer, Mountainbiker, Jogger und andere Erholungssuchende). Da müssen wir gut aufpassen, denn Wald ist das beste Geschenk, was wir der nächsten Generation überlassen können.
    1. Antwort von Jean Baptiste Chardin  (Siméon)
      Übernutzung durch Wanderer, Jogger und Mountainbiker? Das meinen Sie doch nicht ernsthaft? Der Wald war zu Zeiten von Hozheizungen und Energiegewinnung durch Holz im 19. Jahrhundert in einem völlig anderem wirklich desolaten Zustand. So wie der Boden sich selbst überlassen wird, haben sie Wald. Ich bin täglich im Wald draussen- die genannten Leute oben treffe ich praktisch nie an, auch nicht an schönsten heissen Tagen, wo alle vor Hitze zuhause jammern.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ J.B. Chardin: Da leben sie offenbar in einem anderen Land als ich (vielleicht in Frankreich). 1850 hatte die Schweiz 2.4 Mio. Einwohner (heute über 8.2 Mio.). Im 19. Jh. hatten die Menschen keine Zeit, sich im Wald zu erholen. Wenn schon Wald dann jagen, Beeren oder Holz suchen. Fortbewegungsmittel waren die eigenen Füsse. Die Reichen hatten Pferd und Kutsche. Heute durchschneiden für Tiere unüberwindbare Autobahnen und Siedlungsbrei die Natur. Das können Sie doch nicht ernsthaft vergleichen.
    3. Antwort von Jean Baptiste Chardin  (Siméon)
      Lebe eigentlich in keiner anderen Welt;) Die Wälder werden bei uns seit dem Mittelalter wirtschaftlich genutzt. Zum Teil gehen die Forstwege noch auf sie zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Waldbestand extrem klein. Man holte sich die Douglasie aus Amerika um die Tannen zu ersetzen, da sie ebenfalls Trockenheiten besser überstehen (s. Schwarzwald) Seit damals bis heute nimmt der Waldbestand stetig zu. Wanderer & Co finden sie, wenn überhaupt, nur auf den Forstwegen -ausser jetzt: Pilze
    4. Antwort von Walter Starnberger  (Walter Starnberger)
      Das kann ich so bestätigen, zumindest unter der Woche ist in den Wäldern im Baselbiet niemand unterwegs. Gegen Abend kommen dann die Hundehalter, die kommen aber meist mit dem Auto, drehen eine Runde und gehen dann wieder nach Hause.