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Schweiz Schwyzer Polizist zu bedingter Strafe verurteilt

Schuldig, wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung – so lautet das Urteil gegen einen Schwyzer Polizisten. Dieser hatte 2012 einen unbewaffneten Einbrecher erschossen.

Legende: Video Schwyzer Polizist verurteilt abspielen. Laufzeit 04:16 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 16.04.2014.

Der Schwyzer Polizist, der 2012 bei einer Kontrolle einen unbewaffneten Einbrecher erschossen hat, hat sich polizeitaktisch falsch verhalten. Das Schwyzer Strafgericht hat ihn deshalb zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt.

Die Strafrichter sprachen den 38-Jährigen der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Bei der Schussabgabe vom 12. September 2012 zwischen Schwyz und der Ibergeregg war nicht nur der 24-jährige Beifahrer eines gestohlenen VW-Busses getötet worden, sondern auch der 25-jährige Lenker verletzt worden.

Der Polizist war, nachdem er die Beifahrertür des VW-Busses geöffnet hatte, von den Opfern nicht angegriffen worden. Das Strafgericht anerkannte aber, dass er aufgrund der konkreten Umständen davon ausgehen konnte, dass ein Angriff auf ihn bevorstehe. Er habe sich in einer vermeintlichen Notwehrsituation befunden.

Verteidiger wollte Freispruch

Dass das Gericht dem Antrag des Verteidigers auf Freispruch nicht folgte, begründet es damit, dass der Angeklagte sich durch sein nicht korrektes Vorgehen selbst in diese vermeintlich gefährliche Lage gebracht habe. Wären die polizeitaktischen Grundsätze eingehalten worden, wäre es nicht zum polizeilichen Schusswaffengebrauch gekommen, schreibt das Strafgericht.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Eventualantrag der Staatsanwältin. Im Hauptantrag hatte diese auf vorsätzliche Tötung und fahrlässige Körperverletzung plädiert und eine Strafe von fünf Jahren und drei Monaten verlangt.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Etwas mit Seltenheitswert. Wahrscheinlich als Bauernopfer, um den steigenden Volkszorn zu dämpfen! Vergessen wir nicht: Politiker und Beamte sind in einer anderen Schicht als wir Bürger. DIE haben immer recht. DIE können sich viel mehr erlauben als wir. Was denken Sie, geht in kleinen Gemeinden hinter verschlossenen Türen vor? Rechtsstaatlichkeit sicher nicht! Alle sind gleich? Aber sicher... Nur wer Geld, Macht oder ein Amt hat ist eben doch gleicher!
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  • Kommentar von Carl Müller, 3047 Bremgarten
    Bei mir zu Hause ist schon 3 mal eingebrochen worden und das legitimiert mich zur Aussage, dass es wichtigeres als Eigentum gibt. Nämlich ein Menschenleben. Deshalb gehört der aggressive Polizist ins Gefängnis.
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    1. Antwort von B. Rickenbacher, Immensee
      ..und bei mir wurde einmal bei "flagranti" eingebrochen; wobei ich den Einbrecher eigenhändig in den See geworfen habe (kein Witz!).
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    2. Antwort von Benito Boari, St. Gallen
      Einmal mehr wird der wahre Held einer Geschichte nicht geehrt. Was, wenn der See zum Zeitpunkt des Einbruchs nicht in Ihrer Nähe gewesen wäre?.
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  • Kommentar von Andi Bründler, Buchs
    Für das Rambomässige Vorgehen eines Streifenpolizisten, der im Alleingang ohne Absicherung der Kollegen einen gestohlenen Wagen mit vermuteten Schwerverbrecher drin stürmt ( alles in krassem Gegensatz zu allen polizeilichen Taktiken) ist eine bedingte Strafe wirklich als Kuscheljustiz zu bezeichnen.
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    1. Antwort von paul jegerlehner, stettlen
      Andi Bründler und wie hätten Sie in dieser Situation gehandelt? Ich nehme an, dass Sie mit dem schwer Kriminellen versucht hätten ein psychologisches Gespräch aufzubauen, was er hier in der Schweiz wolle, ob er bewaffnet sei und ob er beabsichtige die Waffe zu gebrauchen oder nicht. Ungefähr so wäre Ihr polizeilicher Einsatz abgelaufen. Das ich nicht lache..
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    2. Antwort von Ch. Gerber, Basel
      Herr Bründler aus Buchs. Sie sind offenbar wohl noch nie überfallen, ausgeraubt oder zusammen geschlagen worden. Sonst würden Sie nie eine solche aussage machen. Ich kann aus Eigener Erfahrung sagen, dass ich und meine Frau angegriffen wurden und danach im Spital waren, doch die Verantwortlichen welche nicht mal Deutsch konnten, wurden aufgrund nicht klarer Identifikation unbestrafft feigelassen da der Überfall von Hinten war und wir die Täter nicht 100% beschreiben konnten, trotz festnahme!
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