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Session Bundesbern in SP-Hand: Hilft das den Genossen im Wahljahr?

Die Schweiz wird im Wahljahr 2015 von einem SP-Trio dominiert. Sommaruga ist Bundespräsidentin, Hêche übernimmt den Ständerat und Rossini präsidiert den Nationalrat. Hilft diese parteipolitische Traumkonstellation der SP im Wahljahr?

Alle drei Spitzenpositionen im Bundeshaus sind in den kommenden zwölf Monaten von Sozialdemokraten besetzt – und das ausgerechnet im Wahljahr 2015. Sonnen sich Simonetta Sommaruga (SP/BE), Claude Hêche (SP/JU) und Stéphane Rossini (SP/VS) im Wahlkampf im Scheinwerferlicht der Kameras? Ein Albtraum für die bürgerlichen Parteien.

«Keine Wahlkampflokomotiven»

«Ich würde die Bedeutung direkt für die Wahlen 2015 nicht überschätzen», relativiert Politgeograf Michael Hermann die Bedeutung der drei höchsten Schweizer. «Sommaruga, Hêche und Rossini werden 2015 ihr Parteimäntelchen abstreifen müssen. Ihre Ämter verlangen, dass sie überparteilich agieren. Da hat Wahlkampf fast keinen Platz.»

Die Rollen der drei Spitzenämter seien vor allem repräsentativer, organisatorischer und zeremonieller Natur. «Sommaruga, Hêche und Rossini müssen sich 2015 politisch zurücknehmen. Sie können sogar weniger Wahlkampflokomotive spielen als ohne Präsidialamt. Es gibt also keinen Linksrutsch.»

Legende: Video Zwei Romands übernehmen in Bern abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.11.2014.

Höchstes Amt als Karrieresprungbrett

Trotzdem sieht Hermann in der speziellen Konstellation auch Vorteile für die Genossen. «Die Ratspräsidenten machen untereinander aus, welche Geschäfte zuerst im National- oder Ständerat behandelt werden.» Werden hitzige Geschäfte zuerst in der besonnenen kleinen Kammer behandelt, könne das wegweisend für die weitere Debatte sein. «Das ist im Tagesgeschäft durchaus parteipolitisch bedeutsam», erklärt Hermann.

Zudem seien die höchsten Ämter unter der Bundeshauskuppel ein Karrieresprungbrett. «Pascale Bruderer schaffte es vom Nationalratspräsidium in den Ständerat. Alain Berset wurde vom Ständeratspräsidenten zum Bundesrat gewählt. Stéphane Rossini könnte 2017 Staatsrat im Kanton Wallis werden.»

Klar ist: Das linke Triumvirat in Bundesbern 2015 hat eine historische Dimension. In einem Wahljahr hatte letztmals 1931 die FDP alle drei Posten gleichzeitig besetzt. Die Ironie der Geschichte: Die Freisinnigen gehörten 1931 zu den Wahlverlierern.

Alle höchsten Schweizer aus einer Partei

JahrBundespräsidiumNationalratspräsidiumStänderatspräsidium
Letztmals allgemein1997Arnold Koller (CVP)Judith Stamm (CVP/LU)Edouard
Delalay (CVP/VS)
Letztmals in einem Wahljahr1931Heinrich Häberlin (FDP)Hans Sträuli (FDP/ZH)Paul Charmillot (FDP/BE)

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27 Kommentare

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  • Kommentar von vinc buff, oetwil a.d.l
    es ist schon hochinteressant wie hier alle vom linken parlament sprechen. da ber links und rechts eine subjektive wahrnehmung ist kann man davon ausgehen, dass hier wohl hauptsächlich svp wähler schreiben. wurde ja auch ersichtlich nach der ecopop initiative. also nur nicht einschüchtern lassen, es ist bloss eine minderheit die gerne mehrheit wäre.
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  • Kommentar von Hedi Wyler, Kt. Zürich
    Es ist nicht gut mit den Linken das sie alle Ämter in Bern haben, wesswegen sie dann überall sagen können wodurch es geht! Sie wollen ja den Kapitalismus abschafen und können es besser als je mit allen Präsidenten, wesswegen man nächstes Jahr aufpassen muss und genau auf die Finger schauen sodann sie nicht mit dem Sozialismus anfangen und sonst sofort eine Durchsetzung machen. Es ist immer so das die Linken an der SVP Sitze wegnimmt mit den Proportsverbindungen. Man muss nochmals wählen in Bern!
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    1. Antwort von M.Schmid, Bern
      Nein, die SP kann mit diesen Posten den Kapitalismus nicht abschaffen. So funktioniert das System hier nicht...
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    "Einheitspartei" kommt dem wohl näher, was weltweit zu beobachten ist und auch in unserem 'freien' Land immer mehr zum Tragen kommt.
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