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Session Die Ausgangslage für eine zweite Gotthard-Tunnelröhre

Der Ständerat hat zur zweiten Gotthard-Röhre bereits Ja gesagt. Am Abend hat auch der Nationalrat nach einer dreistündigen emotionalen Debatte ebenfalls zugestimmt – und die Gegner bereits ein Referendum angekündigt. Die Fakten und der Fahrplan zum zweiten Gotthard-Strassentunnel.

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Verkehr durch den Gotthard-Strassentunnel von 1981 bis 2013 Fahrzeuge pro Jahr. Zum Jahr 2001: Gotthard-Strassentunnel war zwischen 24.10.01 und 21.12.01 gesperrt. ASTRA

Der Bundesrat will einen zweiten Strassentunnel durch den Gotthard bauen – aber in jede Fahrtrichtung nur eine Spur öffnen. Nötig ist der zweite Tunnel in den Augen des Bundesrates, um während der Totalsanierung die Strassenverbindung durch den Gotthard offen halten zu können.

Der Bundesrat hält damit am Plan fest, den er im Juni 2012 präsentiert hatte. Die Mehrheit der Kantone habe sich für diese Lösung ausgesprochen, schreibt er. Auch eine knappe Mehrheit von Verbänden, Parteien und Organisationen sei dafür.

Kein Mehrverkehr

Mehr Autos als der heutige Strassentunnel sollen die zwei Tunnels aber nicht schlucken. Das will der Bundesrat mit einem Artikel im Bundesgesetz über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet (STVG) sicherstellen, damit der Alpenschutz gewahrt bleibt.

Ein temporärer Betrieb von mehr Fahrspuren wird also verboten – auch wenn sich in den Sommerferien auf der A2 die Autos kilometerlang vor den Tunnelportalen stauen. Eine der beiden Fahrspuren in den Tunnels dient als Pannenstreifen. Es handle sich um eine reine Sanierungsvorlage, betont der Bundesrat.

Tunnel immer wieder geschlossen

Wegen Unfällen und Unterhaltsarbeiten muss der Tunnel heute immer wieder vorübergehend gesperrt werden. Ausserdem kämen künftige Generationen bei nächsten Grosssanierungen um eine Sperrung herum, argumentiert der Bundesrat. Die zweite Röhre sei deshalb auch aus finanzieller Sicht langfristig sinnvoll.

Legende:
Unfälle im Gotthard-Strassentunnel von 1981-2012 Quellen: 1980-2010 Amt für Betrieb Nationalstrassen; ab 2011 ASTRA

Die Bauarbeiten am Gotthard sollen insgesamt rund 2,8 Milliarden Franken kosten. Auf eine Tunnelgebühr zur Finanzierung will der Bundesrat verzichten.

Nationalrats-Kommission ist dafür

Die Kommission für Verkehr im Nationalrat hat sich mit 16 zu 9 Stimmen für ein Eintreten auf die Vorlage des Bundesrates ausgesprochen. Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass mit dem Bau der zweiten Röhre und der anschliessenden Sanierung die strassenseitige Anbindung des Tessins ohne Vollsperrung sichergestellt werden könne.

Legende: Video Einschätzungen von Bundeshausredaktor Hanspeter Trütsch abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.09.2014.

Sie weist darauf hin, dass mit der Inbetriebnahme des zweiten Tunnels die Sicherheit gesteigert und die Zahl der Unfallopfer reduziert werden könne, da durch die richtungsgetrennte Verkehrsführung die Gefahr von Frontal- und Streifkollisionen gebannt werde.

Die heutige Verkehrskapazität bleibe durch die Änderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet gesetzlich garantiert.

Das Volk hat das letzte Wort

Gegen die Vorlage ist ein Referendum möglich, und eine Volksabstimmung ist bereits jetzt so gut wie sicher. Die Gegner der zweiten Röhre – darunter SP, Grüne und Alpen-Initiative – haben ein Referendum angekündigt. Eine Abstimmung könnte 2015 stattfinden.

Die Gegner befürchten, dass mit dem zweiten Tunnel die Verlagerungspolitik untergraben wird. Ausserdem werde das in der Verfassung verankerte Verbot der Kapazitätserweiterung durchlöchert. Gegen die zweite Röhre ist auch der Kanton Uri.

Es wäre das dritte Mal nach 1994 (Alpenschutz-Initiative) und 2004 (Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative), dass das Volk direkt oder indirekt über den Bau eines zweiten Tunnels durch den Gotthard befinden würde. Bisher lehnte es solche Bestrebungen immer ab.

Der Fahrplan

Weil der zweite Strassentunnel frühestens ab 2027 geöffnet werden kann, müssen im seit 1980 bestehenden Tunnel ab 2020 Überbrückungs-Umbauten mit vorübergehenden Tunnelschliessungen von insgesamt 140 Tagen vorgenommen werden, damit er weiter benutzt werden kann. Total saniert wird der bestehende Tunnel nach der Eröffnung des neuen und bis ca. 2030.

Der Gotthard-Strassentunnel

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Hänsi, St. Gallen
    Grünen aus dem Tessin, haben nicht über das nachgedacht, warum auch solche können nicht über den Tellerrand hinausschauen. Ob die Grünen aus dem Tessin, immer noch gegen die zweite Röhre sind, wenn die kleine Schweiz 10 Millionen Einwohnern hat ? Die Grünen aus dem Tessin, haben vergessen, dass 10 Millionen Einwohnern nur der Anfang ist von dem Ende in der kleinen Schweiz ist. Ob die Grünen aus dem Tessin, dann eine Antwort haben, auf die Blechlawine wo durchs Tessin geht ?
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  • Kommentar von lena kost, 6976 castagnola
    Ich habe gedacht die neat wird gebaut , füer alle schwerverkehr an die schienen so setzen! Dan ist es genügendt mit eine röhre. Meine mutter hat schon gesagt Jahr 1980, alle schwerverkehr an der Bahn bnringen! Bis jetz noch nicht passiert. Zwei röhre beduten mehr autos auf die strasse, wir haben ja jetz, keinen platz mehr!
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  • Kommentar von Peter Flückiger, Kanton Zürich
    Eine zweite Röhre darf nur gebaut werden, wenn die Tunneldurchfahrt mindestens pro Durchfahrt PW CHF 15.- LKW 40.- kostet! Nur die Tessiner können die Beträge an den Bundessteuer abziehen.Keine Ausnahmen! Den Schlaumeiern die sich schnell in den Tessin verschieben, muss eine mehrere tausend Franken Busse pro Fahrzeug aufgebrummt werden. Mit diesen Gebühren sind wenigsten die Unterhaltskosten gedeckt. Im Ausland bezahle ich auch die Vignetten oder vergleichbare Gebühren und Tunnelgebühren!
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