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Session Heilmittelgesetz: Deklarationspflicht für Rabatte auf Arzneien?

Sollen Pharmafirmen Apothekern und Arztpraxen Rabatte oder andere «Zückerchen» bieten dürfen, um ihre Produkte schmackhaft zu machen? Darüber debattiert der Nationalrat heute. Das Heilmittelgesetz ist erstes Traktandum der laufenden Sondersession.

Eine Ärztin bestellt zum Beispiel ein neues Schmerzmittel und erhält dafür eine zweiwöchige Reise, geschenkt vom Hersteller. Das ist verboten. Doch nicht alle Anreize sind verboten. Zulässig sind sie, wenn sie nicht allzu gross und wenn sie üblich sind oder wenn so die Preise für die Medikamente sinken.

Künftig möchten Bundesrat und Ständerat dieses Anreizverbot mit Ausnahmen für rezeptpflichtige Medikamente beibehalten, verlangen aber, dass Apotheker und Ärztinnen die Anreize deklarieren.

Bei Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Industrie, sagt Generalsekretär Thomas Cueni dazu: «Das Problem ist, dass, wenn ein Teil unter eine strenge Regel fällt, und der andere nicht, es zu Quertransfers kommt.» Es würden dann Rabatte bei den nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten gewährt, weil man es bei den verschreibungspflichtigen nicht tun dürfe.

Trotz dieser Bedenken hält Cueni den Vorschlag des Ständerates für realistischer als die Lösung, die der Nationalrat vorsieht.

Das Beste für die Patienten

Der Nationalrat möchte nämlich weitergehen und alle Heilmittel einbeziehen, Medikamente, Prothesen und andere Medizinprodukte.

Inzwischen habe der Nationalrat für die Sondersession nachgebessert, sagt Jürg Schlup, Präsident der Ärztevereinigung FMH. Denn Anreize seien wichtig: «Ein Anreiz, günstige Konditionen auszuhandeln, muss aber für Ärzte und Apotheker bestehen bleiben. Wenn niemand mehr günstige Konditionen aushandeln würde, dann würde das System teurer und das wäre nicht im Interesse der Prämienzahler.» Rabatte würden an die Patienten weitergegeben werden.

Die Diskussion über Rabatte geht im Nationalrat weiter. Die Sondersession dauert bis am Donnerstag.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Das beste für den Patienten. So habe ich mein Knie operieren lassen auf Kosten der Krankenkasse für 8000.- was in einer Katastrophe endete. 6 beschwerliche Jahre später habe ich eine Kur zum Aufbau der Gelenkflüssigkeit gemacht für 600.- und musste alles selber zahlen. Als Patient interessiert mich was nützt u. frage mich was alles nutzloses bezahlt wird. Operationen sollten nur bei Erfolg bezahlt werden, dann hört das Operationsgeschäft schnell auf! Ärzte u.Politiker tragen keine Verantwortung!
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    "Rabatte würden an die Patienten weitergegeben werden." sagt Jürg Schlup, Präsident der Ärztevereinigung FMH - Tönt gut! Wer glaubt's? Dass ich nicht lache!
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  • Kommentar von Henriette Rub, Bern
    "Rabatte würden an die Prämien Zahler weitergeben". Da gibt es aber kaum Prämien Zahler die ein solches Märchen für bare Münze nehmen. Alles ist nur Augenwischerei, damit Andere absahnen können.
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