Lärmige Güterzüge ab 2020 verboten

Bald schläft es sich besser entlang der Schienen – dank neuen Lärmgrenzwerten für Güterzüge. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat die Änderungen im Eisenbahnverkehr gutgeheissen.

Doris Leuthard über die Ziele der Massnahmen

1:04 min, vom 11.9.2013

220'000 Personen in der Schweiz leben an lärmigen Bahnlinien. Bald sollen mindestens zwei Drittel von ihnen ruhiger schlafen können.

Regeln auch für ausländische Züge

Ab 2020 gelten neue Lärmgrenzwerte für alle Güterwagons, die über Schweizer Schienen donnern. Die Regelung gilt auch für ausländische Züge – sie tragen besonders zur Lärmbelastung bei.

Der Ständerat hat das Massnahmenpaket des Bundesrates im Eisenbahnverkehr einstimmig gutgeheissen. Er folgt damit dem Ständerat. Auch den Verpflichtungskredit, der für die Finanzierung benötigt wird, hiess er gut. Nun ist die Vorlage bereit für die Schlussabstimmung.

Doris Leuthard über die einzelnen Massnahmen

0:53 min, vom 11.9.2013

Das Massnahmenpaket ergänzt die laufenden Massnahmen zur Lärmsanierung der Eisenbahnen. Neben der Einführung von Grenzwerten werden auch Züge umgerüstet, Schienen optimiert und die Infrastruktur entlang des Schienennetzes verbessert.

Konkret werden leisere Bremsden eingebaut und Schallschlucker unter die Schienen gelegt. Zudem sollen die Schienen auch so geschliffen werden, dass weniger Lärm entsteht. Lärmschutzwände werden ergänzt, Stahlbrücken saniert. Der Bund will auch die Entwicklung von besonders geräuscharmem Rollmaterial fördern.

Auf die EU abgestimmt

Laut Verkehrsministern Doris Leuthard ist die Vorlage auf das Vorgehen der EU abgestimmt. Die Güterverkehrsbranche stehe deshalb hinter den Massnahmen im neuen Gesetz, sagte sie.

Neues Rollmaterial muss in Europa seit 2006 mit lärmarmer Technologie beschafft werden, wenn es grenzüberschreitend in Betrieb gesetzt werden soll. Bis alle Züge ausgetauscht sind, werden aber noch mindestens 30 bis 40 Jahre vergehen.

Eine Minderheit im Ständerat wollte das Ziel, zwei Drittel der Schienenanwohner vor Lärm zu schützen, auf drei Viertel erhöhen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt.