Reaktionen auf das bestätigte Abschussverbot für den Wolf

Der Wolf bewegt – im Bundeshaus und ausserhalb. Der Ständerat habe «kühlen Kopf» bewahrt, freuen sich Umweltschützer. Schafzüchter sprechen von einem «sehr schlechten Zeichen». Jäger und Wildhüter fordern gezielte Abschüsse statt Radikallösungen.

Zwei Jäger vor einer Hütte, am Horizont geht die Sonne unter. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verschnaufpause für den Wolf: Doch Bundesbern arbeitet an einer «pragmatischen Regulierung» des Bestandes. Keystone

    • WWF Schweiz Logo. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: WWF Schweiz Logo. Keystone

      Umweltverbände Pro Natura und WWF:

      «Der Ständerat hat bewiesen, dass er bei emotionsgeladenen Themen einen kühlen Kopf bewahren kann. Gegen die Motion lehnten sich neben den Umweltverbänden auch die Jäger, Forstkreise und die Kantone auf. Diese breite Mobilisierung zeigt, dass eine derart radikale Wolfspolitik nicht mehrheitsfähig ist. Das Parlament muss auf die Zeichen der Zeit hören und sich hinter eine ausgewogene, nüchterne und lösungsorientierte Wolfspolitik stellen.»

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      Bildlegende: Jagdinspektor Schnidrig Keystone

      Reinhard Schnidrig, oberster Wildhüter der Schweiz:

      «Das war eine Ausrottungsstrategie, die beim Wolf erstmalig bei einer einheimischen Tierart zur Anwendung gekommen wäre. Es steht in der Bundesverfassung, dass unser Land bedrohte Tierarten und die Artenvielfalt schonen und schützen will. Dagegen wäre genauso verstossen worden wie gegen die Berner Konvention. Der Wolfsschutz muss aber gelockert werden. Dem nimmt sich die Vorlage zur Revision des Jagdgesetzes an. Wenn sich Rudel bilden, braucht es pragmatische Lösungen für Bund und Kantone.»

    • Schafzüchter. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Schafzüchter. Keystone

      Alwin Meichtry, Präsident Schafzuchtverband Schweiz:

      «Für die Tierzüchter und Tierhalter in den Bergregionen ist das ein sehr schlechtes Zeichen für die nächsten Jahre. Wenn die Politik sich gegen den Abschuss der Wölfe wehrt, müssen wir das dulden. Und wir müssen weiterhin versuchen, die Schafe soweit zu schützen, wie es uns möglich ist. Aber trotz Herdenschutzhunden und Zäunen werden jährlich rund 200 Schafe von Wölfen gerissen.»

    • Hanspeter Egli von Jagd Schweiz. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Hanspeter Egli von Jagd Schweiz. Keystone

      Hanspeter Egli, Präsident Jagd Schweiz:

      «Für die Jäger war dieser Vorstoss der falsche Weg. Den Wolf einfach so abzuschiessen, geht zu weit. Wir sind aber nicht für einen uneingeschränkten Schutz des Wolfes. Es braucht ein vernünftiges Management, einen Modus, wie geschützte Tiere geschossen werden dürfen. Beispielsweise wie bei den Steinböcken: Sie sind geschützt und werden trotzdem gejagt – eben nicht uneingeschränkt. Wir unterstützen die Motion Engler.» (Sie sieht vor, dass es nicht zu viele Wölfe geben darf: So könnte zum Beispiel beim Wolfsrudel am Calanda ein Teil der Jungtiere geschossen werden. Anm. d. Red.)