Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Sexualkunde: Kindliche Neugier ernst nehmen

Stellen Kinder ihren Lehrpersonen Fragen zu sexuellen Themen, sollen diese angesprochen werden, so lautet ein Entscheid des Bundesgerichts. Damit ist diese Frage auch für andere Kantone geklärt.

Sexualkunde im Kindergarten
Legende: Nur Antworten auf Fragen der Kinder: Sexualkunde im Kindergarten. Keystone/Archiv

Kinder können nicht vom Sexualkundeunterricht im Kindergarten und in den ersten Primarklassen dipensiert werden. Das hat das Bundesgericht entschieden.

Der Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz und Basler Regierungsrat Christoph Eymann geht davon aus, dass der Entscheid sich auf die Lehrpläne in anderen Kantonen auswirken wird.

Im Kanton Basel-Stadt wird für die Sexualerziehung an den Schulen seit 2011 der Leitfaden «Lernziele Sexuelle Gesundheit» samt Unterrichtsmaterialien eingesetzt. Im Kindergarten und an der Primarschule erfolgt dieser Unterricht jedoch nicht systematisch, sondern reaktiv. «Wenn die Kindergärtnerin schwanger ist oder wenn eines der Kinder ein Geschwisterchen bekommt, wird dieses Thema angesprochen», sagt Eymann. Einen festgelegten Zeitpunkt, wann das Thema zur Sprache komme, gebe es nicht.

Künftig in allen Kantonen?

Ob der Sexalkunde-Unterricht in Zukunft in allen Kantonen so oder ähnlich durchgeführt wird, kann Eymann nicht sagen. In der Erziehungsdirektorenkonferenz sei das es noch nicht besprochen worden. «Ich gehe aber schon davon aus, dass dieses Urteil des Bundesgerichts die entsprechenden Lehrpläne in den anderen Kantonen beeinfluss kann.» Er hält fest: «Auch das Bundesgericht stellt sich auf den Standpunkt, dass Aufklärung auf dieser Altersstufe hauptsächlich Sache der Eltern ist.»

Nicht tabuisieren

Tabuisiert werden dürfe das Thema im Kindergarten und in der Primaschule aber nicht. Das Obligatorium diene auch der Integration und der Chancengleichheit aller Kinder und fördere die Integration von Angehörigen anderer Länder und Kulturen, schrieben die Basler Behörden nach dem bundesgerichtlichen Entscheid.

Eine Abstimmung zu dieser Thematik ist absehbar. Die Initiative «Schutz vor Sexualisierung im Kindergarten» wurde Ende 2013 eingereicht. Der Bundesrat empfiehlt sie in der Abstimmungsbotschaft ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

25 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von E. Siefert, Basel
    Frage mich, ob + in welchem Alter ein Grossteil der hier Schreibenden, "Dökterlis" gespielt haben. Wenn ich mich richtig erinnere, war das so um die KiGa-Zeit bis vielleicht so 7 - 8 Jahre - und was kam danach ? Mutter: Hier, lies mal das Büchlein "Du sollts/musst es wissen" (für Bub. od. Mäd.) Damit war das Thema in vielen Fam. abgehakt + die Kids mit dem Büchlein allein gelassen. Eine SUBTILE Aufklärung in der Schule + die Kids kommen vom Dreck weg, den sie auf Strasse + Internet aufgabeln.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Der Staat muss nicht jeden Lebensbereich des Bürgers regeln. Gerade Sexualität ist etwas so persönliches udn individuelles, dass eine staatliche Gleichmacherei ein unverschämter Eingriff in die Privatsphäre des Bürger ist. Dass es vor Sexuellen übergriffen schütze, ist nur ein Vorwand. Man stelle sich vor, was das für eine Auswirkung auf die Psyche der Kinder hat, wenn der Begriff Sex vor allem mit Missbrauch assoziiert wird. Dann sind wir wieder im Mittelalter, wo Sex als eine Sünde galt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      Was hat Aufklärung mit Gleichmacherei zu tun?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Irtimid Wonnoque, Nischni Nowgorod, Russland
    In mir kommt ein Verdacht auf, dass es bei einigen Gruppen um die Sexualkunde genauso schlecht wie um den Schwimmunterricht bestellt sein wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen