Sicherheitslücke im Genfer Abstimmungssystem

Im Genfer E-Voting-System gibt es eine Sicherheitslücke. Einem Spezialisten für Informatiksicherheit gelang es, ein Virus zu entwickeln, mit dem der Wille der Stimmenden verändert werden kann. Die Kantonsregierung zeigt sich wenig überrascht.

Ein Mann redet vor einem Mikrophon Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Staatsratspräsident Beer: Sicherheitslücke ist bekannt. Keystone/Archiv

Charles Beer, Präsident der Genfer Kantonsregierung, erklärte im Westschweizer Radios RTS, alles sei unter Kontrolle. Laut «Le Matin Dimanche» und der «SonntagsZeitung» wurde die Sicherheitslücke an einem Treffen von Hackern in Paris aufgedeckt.

In einem auf Youtube einsehbaren Video berichtet der Genfer Sebastien Andrivet von einem Zugriff auf dem Computer des Abstimmenden, aber nicht auf die Server des Kantons. Das Problem sei, dass es möglich sei, seine Stimmabgabe nachträglich zu verändern, im Gegensatz zum Stimmzettel aus Papier. Ausserdem werde derselbe Kontrollcode eingesetzt, ob jemand mit «Ja» oder mit «Nein» gestimmt habe.

«Die Lücke ist bekannt und technisch verbesserungsfähig, aber das ist so komplex, dass wenig zu gewinnen wäre», sagte Staatsratspräsident Beer. Das Genfer System sei das bisher einzige, das andere Behörden gekauft hätten, darunter die Kantone Bern, Luzern und Basel-Stadt.