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Teure Medikamente Sind Maximalpreise die Lösung?

Legende: Audio «Studie zu Medikamentenpreisen: Generika viel teurer als im Ausland» abspielen. Laufzeit 2:57 Minuten.
2:57 min, aus Rendez-vous vom 06.04.2017.
  • Die hohen Medikamentenpreise in der Schweiz sind ein Dauerthema. Die Differenz zum Ausland wird immer grösser, wie der neueste Preisvergleich zeigt.
  • Für patentgeschützte Medikamente bezahlen Schweizer Konsumenten 14 Prozent mehr als im Ausland. Beim letzten Preisvergleich lag die Differenz noch bei 10 Prozent.
  • Bei den Generika ist der Unterschied besonders frappant: Schweizerinnen und Schweizer bezahlen 53 Prozent mehr als Konsumenten im Ausland.

Darum geht es: Der Preisvergleich wurde von Interpharma und der Santésuisse gemeinsam durchgeführt. Darüber, wie die Ergebnisse zu deuten sind, gehen die Ansichten der Pharmaindustrie und des Krankenkassenverbandes auseinander.

Optimistische Pharmaindustrie: Heiner Sandmeier von Interpharma sagt: «Die Preisunterschiede sind weitgehend auf die Währungsentwicklung zurückzuführen. Die Preise werden sinken, da der Bundesrat die regelmässige Preisüberprüfung wieder aufnimmt.» Wenn man darüber rede, dass Medikamente hier teurer seien, müsse man auch sehen, wie viel teurer andere Produkte in der Schweiz sind: «Wenn man die Preisunterschiede mit den Nahrungsmitteln und Konsumgütern vergleicht, sind sie nicht sehr gross, weil die Kaufkraft nicht berücksichtigt ist.»

Pessimistische Krankenversicherer: Ganz anders interpretieren die Krankenversicherungen die neuen Zahlen des Auslandpreisvergleichs. Zwar machen Medikamente nur rund 10 Prozent der Gesundheitskosten aus. Verena Nold von Santésuisse ist dennoch beunruhigt. «Es wird leider so weitergehen», prognostiziert sie. Sie sehe «kein Licht am Horizont, gerade bei den Generikapreisen». Santésuisse fordert deshalb, ein Festbetragsystem für Generika gesetzlich zu ermöglichen – analog zu anderen Ländern in Europa. Ein solches Festbetragssystem will auch Bundesrat Alain Berset einführen. Eine entsprechende Gesetzesänderung soll noch dieses Jahr in die Vernehmlassung gehen.

Vor- und Nachteile des Festbetragsystems: Festbetragssystem heisst, dass für Wirkstoffe ein Maximalpreis festgelegt wird. Will der Kunde ein teureres Produkt, muss er die Differenz selber bezahlen. «Es würde enorme Kosteneinsparungen einbringen», glaubt Santésuisse. «Wir haben errechnet, dass Einsparungen bis 800 Millionen möglich wären. Das wäre wirklich ein Schritt in die richtige Richtung.» Interpharma widerspricht: Den Preis zu deckeln würde ein Qualitätsverlust bedeuten. Das billigste Medikament sei nicht immer das geeignetste.

6 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Einsparungen von 800 Mio. ist in der Tat nur ein Schritt in die richtige Richtung. So unglaublich wie es tönt, 800 Mio. sind nur ein Prozent der Gesamtkosten, die Prämien werden systembedingt trotzdem steigen! Von einer absoluten Senkung der Kosten spricht schon gar niemand mehr, es handelt sich höchstens um eine Massnahme um die Kostensteigerung abzuflachen. Meine Prognose: Auch im 2017 werden die Prämien um 4% steigen, alles andere wäre eine Überraschung.
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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Der Bundesrat hat vor ein paar Wochen gegen das Schweizervolk entschieden, dass Krankenkassen Medikamente aus dem viel billigeren Ausland nicht zahlen müssen. Wie immer hat der Bundesrat gegen das Schweizervolk entschieden.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es ist eine beschämende Tatsache, dass die Schweizer Bevölkerung der dauerhafte ausgebeutete "Gold-Esel" im "Gesundheits- Un-Wesen" der Schweiz ist!!! Auch das BAG - von den Volks-Steuergeldern finanziert - unterstützt die Volks-Abzocke seit Jahren ("Kassensturz"-Aufdeckung 2016) - weder rechtliche, noch Positions-Konsequenzen dafür - Gerechtigkeit nicht für alle!! Teure ParlamentarierInnen, welche mittels lukrativer VR-Mandaten, Vetternwirtschaft, Lobbyismus, Volks-Ausbeutung fördern...
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