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Schweiz Sparen bei der Entwicklungshilfe – lohnt sich das?

Hunderttausende Menschen strömen derzeit nach Europa – und viele Politiker rufen: «Mehr Hilfe vor Ort!». Doch der Bund spart, die Budgets der Entwicklungshilfe schrumpfen. Wird hier nicht am falschen Ort gespart?

Legende: Video Weniger Geld für Entwicklungshilfe abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.08.2015.

Die Leute bräuchten in ihren eigenen Ländern bessere Perspektiven – so das breit abgestürzte Kredo, wenn es darum geht, etwas gegen die wachsenden Flüchtlingsströme zu tun. Doch für Entwicklung und humanitäre Hilfe steht immer weniger Geld zur Verfügung.

Das Budget der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) wird 2016 um satte 98 Millionen Franken gekürzt. Und das Staatssekretariat für Wirtschaft

(Seco) erhält nächstes Jahr für die Wirtschaftszusammenarbeit 22 Millionen weniger Geld. 120 Millionen weniger Geld für Entwicklung und humanitäre Hilfe.

«Es wird am falschen Ort gespart»

Serge Gaillard, Direktor der eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), sieht keinen Handlungsbedarf. Die Ausgaben seien in den letzten acht Jahren sehr stark gestiegen, argumentiert er. Nun gehe das Budget leicht zurück. Danach werde es wieder besser aussehen.

«Es wird am falschen Ort gespart», sagt Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz. Statt zu kürzen, müsse man die Hilfe jetzt massiv ausbauen. Denn Fasel geht davon aus, dass die Schweiz die jetzt eingesparten Millionen trotzdem tätigen muss – in einer anderen Form. Er fordert deshalb die Politik auf, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Legende: Video «Beides ist wichtig: Hilfe vor Ort und in der Schweiz» abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.08.2015.

Auch Innenminister Berset betonte, sowohl die Hilfe vor Ort, als auch die Hilfe in der Schweiz sei wichtig. Man müsse aufpassen vor einer zu starken Reduktion.

Ob es bei der Kürzung für 2016 bleibt, wird erst das neue Parlament im November entscheiden. Dann wird der neue Finanzplan vorgestellt. Im Dezember wird über das Budget 2016 entschieden.

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Flüchtlinge auf. Diese können auf das Konto 10-15000-6 (Vermerk «Flüchtlinge»), auf www.glueckskette.ch oder via App «Swiss Solidarity» überwiesen werden.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Bei der "Hilfe vor Ort" sollte und darf NICHT gespart werden! Was aber UNBEDINGT als Vorbedingung gelten MUSS, ist die Garantie, dass die Hunderten von Millionen Entwicklungshilfen in die RICHTIGEN Hände kommen! Genau da happert es bedenklich, vorallem in Afrika! Wenn wir (die Sozial-Industrie!) die jährlichen 7.3 Milliarden Fr., das uns das ganze Asyl(un)wesen kostet, vor Ort investieren würden, könnte das Hundertfache an Hilfe erbracht werden! Das sollte der BR und das Parlament umsetzen!
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Man muss keine Kassandra sein, um dunkle Zeiten vorauszusehen. Es ist die maßlose Überschätzung unserer finanziellen Möglichkeiten, welch nicht Gutes ahnen lässt. Wenn sich das Chaos einmal eingenistet hat wird man es kaum mehr los ohne großen Schaden für Wohlstand und Frieden. Chaos nennt man unkontrollierbare Zustände, Unordnung, Verwirrung. Auf unsere Asylpolitik trifft dies exakt zu.
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    1. Antwort von Sabine Brun (S. Brun)
      Hören sie mal auf mit ihrer Panikmacherei. Auch wenn sie hundertmal dasselbe wiederholen, stimmt es deshalb noch lange nicht. Unsere Behörden leisten vorbildliche Arbeit und nur weil sie und ihre Partei ständig ausrufen, heisst das noch lange nicht, dass daran etwas geändert werden muss. Ich hoffe, dass die SVP die Quittung für ihr ständiges ungerechtfertigtes Gemotze bekommen wird.
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die Schweiz hat eine lange humanitäre Tradition. Von unkontrollierten Zuständen , Chaos, Unordnung, Verwirrung kann nicht die Rede sein. Es sind rechtsnstionale Kreise, die die Bevölkerung aufwiegen wollen.
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    3. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Sabine Brun, ich glaube, es wird Ihnen nun doch langsam auch ein wenig mulmig. Dass "unsere Behörden vorbildliche Arbeit leisten" stelle ich auch gar nicht in Frage (wird wie vieles guter Durchschnitt sein). Nur die Vorgaben, wonach sie diese Arbeit zu leisten haben, die kritisiere ich und warne eindringlich vor den Folgen. Sollte jemand durch meine Kritik an dieser Politik des hilflosen Nichts in Panik geraten, so hat sie den Zweck erfüllt, dann ist jemand endlich aufgewacht.
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    4. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Solche ideologische Ansichten (eher Verunglimpfungen!), "..es sind rechts nationale Kreise...", können das Problem dieses MASSEN-EXODUS längst nicht mehr entkräftigen, Herr Planta! Ich stehe genau, wie Sie, zur traditionellen Flüchtlingspolitik der humanen Schweiz. Aber mit dieser laufenden "Völkerwanderung", die EINFACH verharmlost wird, hat unsere humane Tradition NICHTS MEHR zu tun! Wenn das doch endlich die MITTE-LINKS-ELITE einsehen würde, dann wäre Ihre verhasste SVP gar nicht mehr nötig!!
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  • Kommentar von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
    Natürlich lohnt sich das, die Entwicklungshilfe geht nicht an Kriegsgebiete wie Syrien, und von da kommen ja die Flüchtlinge die bei uns aufgenommen werden. Also, wenn man mehr Geld für Flüchtlinge ausgibt kann man das gut bei der Entwicklungshilfe sparen.
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