Spitalpatienten wünschen sich mehr Schweizer Ärzte

Die Schweiz soll gemäss des Spital- und Klinik-Barometers von H+ selbst genügend einheimische Ärzte ausbilden. Zudem erwartet eine deutliche Mehrheit der Befragten, dass das Personal der Spitäler und Kliniken ihre Sprache spricht.

Ein Arzt und eine Krankenschwester betreuen einen Patienten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Befragten orten vorab bei der Betreuung durch einheimisches Personal Verbesserungspotenzial. Keystone

In Bern hat Claude Longchamp die Ergebnisse des Spital- und Klinikbarometers präsentiert. Deutlich wurde bei der ersten Bevölkerungsbefragung von gfs.bern im Auftrag des Spitalverbands H+: Die Schweizer Patienten sind grundsätzlich zufrieden mit der Qualität der Spitäler. Gleichzeitig sprechen sich 72 Prozent der Befragten für mehr Ärzte aus, die in der Schweiz ausgebildet wurden. Zudem will eine grosse Mehrheit von 85 Prozent in der eigenen Landessprache behandelt werden.

Ärzte sollen eine Landessprache sprechen

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Freie Arzt- und Spitalwahl zentral

Die freie Arzt- und Spitalwahl sei ein sehr hohes Gut für die Schweizer Stimmberechtigten, heisst es im Gesamtbericht des Barometers weiter. Fast neun von zehn Befragten würden es vorziehen, dass Patientinnen und Patienten frei wählen könnten, bei welchen Ärztinnen und Ärzten und in welchen Spitälern oder Kliniken sie sich behandeln liessen.

Für fast die Hälfte der Befragten sei die freie Arzt- und Spitalwahl sogar prioritär. Am entschiedensten für die freie Arzt- und Spitalwahl seien Menschen, die sich gesundheitlich schlecht fühlten und damit auch unmittelbar betroffen seien.

Eine Klinik für jede Region

Mehr als vier von fünf Befragten wünschten sich, dass jede Region auch eine Klinik oder ein Spital habe mit den wichtigsten Leistungen in der Grundversorgung und für Notfälle. So tendierten 58 Prozent der Befragten dazu, dass auch in Randregionen ein breites medizinisches Angebot existieren soll. Für 77 Prozent der Befragten dürfe bei einem akuten Notfall die medizinische Einrichtung nicht weiter als 15 Minuten entfernt liegen.

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Effizienz lohnt sich

Spitäler, die effizienter arbeiten als andere, sollen auch unter dem Fallpauschalen-Regime Gewinne einstreichen dürfen. Der Nationalrat hat die entsprechende Motion von CVP-Nationalrätin Ruth Humbel mit 110 mit 59 Stimmen angenommen – gegen den Widerstand der Linken und von Bundesrat Alain Berset. Der Ständerat hiess das Anliegen schon im Juni gut.

Je spezialisierter eine Behandlung sei, desto grösser könne die Distanz sein für einmalige, planbare Eingriffe. Zwei Drittel der Befragten sind gemäss der Umfrage auch bereit, eine wichtige Behandlung auch in einem anderen Kanton durchführen zu lassen.

Zufriedenheit mit Qualität der Spitäler

Für den Spitalverband H+ zeigt der neue Spital- und Klinik-Barometer klar, dass die Stimmbevölkerung mit dem heutigen Angebot in der Grundversorgung und mit der Qualität der Spitäler sehr zufrieden sei.

Die Ergebnisse des Barometers 2014 basieren auf einer repräsentativen Befragung von 1210 Stimmberechtigten in der ganzen Schweiz. Die Befragung wurde zwischen Juni und Juli 2014 durch gfs.bern im Auftrag von H+ durchgeführt.