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Maskenpflicht in Zürcher Läden – ein Entscheid mit Signalwirkung?
Aus HeuteMorgen vom 25.08.2020.
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Strengere Massnahmen in Zürich Gilt bald eine nationale Maskenpflicht in Läden?

Ab diesem Donnerstag gilt in Zürich wegen steigender Fallzahlen eine Maskenpflicht in den Läden. Zürich ist nicht der erste Kanton, der eine solche Maskenpflicht verordnet, aber doch immerhin der bevölkerungsreichste der Schweiz. Vorerst sieht Michael Jordi, Generalsekretär der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren, aber keinen Bedarf für eine schweizweite Maskenpflicht in Läden.

Michael Jordi

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Michael Jordi ist seit 2010 Generalsekretär der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK.

SRF News: Hat der Entscheid Signalwirkung?

Michael Jordi: Wenn Sie die aktuelle Lagedarstellung des Bundesamts für Gesundheit für die Kantone ansehen, ist der Entscheid der Zürcher Regierung gut nachvollziehbar. Was Zürich macht, hat sicher rein von der Anzahl der betroffenen Bevölkerung eine grosse Bedeutung. Aber seitens Kantone arbeiten wir darauf hin, eine Abfolge von gleichen oder ähnlichen Massnahmen zu definieren. Der Zeitpunkt kann und soll aber durchaus unterschiedlich sein und von der epidemiologischen Lage abhängen.

Der Vorteil der besonderen Lage liegt darin, dass man auf die Lage der Kantone Rücksicht nehmen kann.

Wäre es nicht im Sinne der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, wenn es eine einheitliche Lösung gäbe?

Wir sind nicht mehr in der sogenannten ausserordentlichen Lage, wo der Bundesrat alles definiert hat. In der heutigen, sogenannten besonderen Lage ist es Sache der Kantone, Massnahmen zu ergreifen. Der Vorteil liegt eben darin, dass man auf die Lage der Kantone Rücksicht nehmen kann, die sehr unterschiedlich ist. Wenn Sie die Infektionszahlen ansehen, sind auch Kantone, die an Zürich angrenzen, in einer anderen Situation als Zürich selbst.

In der Deutschschweiz haben Basel und Zürich eine Maskenpflicht in Läden. Sobald man über die Kantonsgrenze geht, gilt wieder etwas anderes. Droht da nicht eine Verwirrung der Bevölkerung?

Ich denke, dass die Bevölkerung auch angemessene Massnahmen wünscht. Ein Kanton mit zwei Infektionen pro Tag – oder allenfalls gar keiner – wird Schwierigkeiten haben, solche relativ einschneidenden Massnahmen durchsetzen zu können.

Bald kommt der Herbst, damit wird wohl auch die Zahl der normalen Grippeinfektionen steigen. Kommt damit eine landesweite Maskenpflicht näher?

Masken zu tragen an verschiedenen Orten ist etwas, das zunehmend in unserem Alltag präsent sein wird. Ob das eine allgemeine Maskenpflicht sein wird oder eben dort, wo es spezifisch Sinn ergibt – wie beispielsweise bei grösseren Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen –, das bleibt abzuwarten. Vorerst hoffen wir, dass wir mit diesen punktuellen Maskenpflichten in den nächsten Wochen durchkommen.

Das Gespräch führte Noëmi Ackermann.

Zürcher Gesundheitsdirektorin zur Maskenpflicht in Läden

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Zürcher Gesundheitsdirektorin zur Maskenpflicht in Läden
Legende: Keystone

«Die Fallzahlen steigen stark an», sagt die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli gegenüber Radio SRF. Es gehe nun darum, die Zahlen zu stabilisieren, damit das Contact Tracing und die Quarantäne weiter funktionieren könnten. «Ich bin überzeugt, dass es schädlich wäre für die Wirtschaft, wenn wir zu einem Risikogebiet werden – das heisst 60 Fälle auf 100'000. Wir sind heute bei 50 Fällen im 14-Tage-Schnitt.» In drei Wochen werde evaluiert, ob die Massnahmen angepasst werden müssten, so Rickli.

Den Vorwurf, dass der Kanton Zürich zu lange zugewartet habe, lässt sie nicht gelten: «Der Regierungsrat hat vor den Sommerferien einen Sonderstab eingesetzt, der breit über Direktionen hinweg mit Fachpersonen diskutiert hat.» Als Wirtschaftskanton müsse man gut abwägen. «Es ist uns gelungen, Massnahmen vorzuschlagen, die die Wirtschaft nicht allzu sehr einschränken und gleichzeitig einen Beitrag leisten zu können, um Risikogruppen zu schützen und das Gesundheitswesen nicht wieder zu überlasten.»

Die Maskenpflicht in Läden und im öffentlichen Verkehr sei ein kleiner Beitrag, der allen zugutekomme, sagt Rickli. «Diese Hysterie gegen die Masken verstehe ich zum Teil wirklich nicht – wenn wir sehen, dass das Personal im Gesundheitswesen den ganzen Tag Masken anhat, um sich und andere zu schützen.»

Heute Morgen, 25.8.2020, 6 Uhr;

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128 Kommentare

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  • Kommentar von Moni Mettier  (MoMe)
    UVC und Ozon Generatoren in Klimaanlagen einbauen und Viren u.Bakterien werden vernichtet. Das Nachrüsten ist nicht extrem teuer. Wieso wird das nicht gemacht?
  • Kommentar von Katja Schneider  (Katy)
    Ich staune, was für ein Theater erwachsene Menschen machen können wegen eines kleinen Stück Stoffs im Gesicht!!
    Komischerweise sind 68% für eine nationale Maskenpflicht aber kaum einer trägt eine. Es wäre ja nicht verboten eine zu tragen auch wenns (noch) nicht obligatorisch ist in vielen Kantonen!!
  • Kommentar von Fritz Pörtig  (Fritz Pörtig)
    Wir haben seit März ohne Maskenpflicht eingekauft und die Pandemie konnte unter Kontrolle gebracht werden. Die Detailhändler stellen bei ihrem Personal keine überdurchschnittlichen Ansteckungsraten fest. Ergo kann das Einkaufen nicht der Treiber für die steigenden Fallzahlen sein, sondern die übrigen Lockerungsmassnahmen.

    Wenn das so ist muss man dieses Problem angehen und nicht symbolische Massnahmen im Sinne " machen wir etwas, damit man uns nicht Untätigkeit vorwerfen kann" treffen!