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Schweiz Studie: Stress führt oft zu Tötungsdelikten in Familien

Morde im Familienkreis mit anschliessendem Selbstmord des Täters geschehen vor allem unter Stress: Scheidung, unklarer Aufenthaltsstatus, enge Wohnverhältnisse. Unter den Tätern finden sich laut einer Studie sowohl Büezer als auch Professoren.

Im Schnitt tötet in der Schweiz drei bis vier Mal pro Jahr ein meist männlicher Täter ein meist weibliches Opfer und danach sich selbst. Dies berichtet ein Team um Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern im Fachblatt «PLOS ONE». Sie untersuchten 73 Fälle mit 158 Todesopfer durch Tötungsdelikte in Familien von 1991 bis 2008.  Erstmals wurden auch die Risikofaktoren erhoben.

«Überraschend war, dass wir keinen Bezug zum Beruf und zur sozialen Schicht fanden», sagt Egger. Ob Büezer oder Professor spielte keine Rolle. Ausländer führten solche Taten nicht häufiger aus als Schweizer Bürger – mit Ausnahme solcher, die keine permanente Aufenthaltsbewilligung besassen.

Meistens mit Schusswaffe

Das grösste Risiko stellten stressige Lebensumstände dar, z.B. beengte Wohnverhältnisse oder Beziehungsprobleme. Geschiedene Männer waren häufiger Täter als verheiratete, nicht Religiöse häufiger als Katholiken.

In über 80 Prozent der Fälle verwendete der Täter eine Schusswaffe. Den Zugang zu Waffen einzuschränken wäre laut Egger der erfolgreichste Ansatz zur Prävention. «Ich bin überzeugt, dass ein oder zwei solche Familiendramen pro Jahr so verhindert werden könnten.»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    Die logische Konsequenz heisst: Beengte Wohnverhältnisse verbieten, Scheidungen verbieten (vor allem für Männer), Zwanskonvertieren von Nichtreligiösen zum Katholizismus, «Ich bin überzeugt, dass so ein oder zwei solche Familiendramen pro Jahr so verhindert werden könnten.»
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  • Kommentar von R. Meier, Thun
    Steter Tropfen hölt den Stein: Wenn grad kein Drama à la Daillon ansteht, dann behält man das Thema "Waffen registrieren / entziehen" halt auf diese Art warm. So bleibt es immer schön in Erinnerung und man kann die Meinung in der Bevölkerung beeinflussen. Wichtig: Immer nur eine Seite zeigen. Ja nie etwas Positives über den Schiesssport oder so zeigen.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Da die Schweiz ja bald mehr Ausländer als Schweizer hat, stimmt natürlich diese Studie nur bedingt. Würde man noch eine Kategorie Schweizer / Schweizer mit ausländischer Abstammung / Ausländer hinzufügen, wäre das Schwergewicht wo wohl? Das und noch viel mehr, dank unsere konzeptlosen Ausländerpolitik (ich bin kein Rassist, nur um das klar zu stellen), zuerst mal die kranken und ungebildeten Ausländer hier zu behalten. Resultat: Gewalt, höchste Gesundheits und Sozialkosten, eine Auslä...
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