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Schweiz SVP-Parteipräsident Toni Brunner tritt zurück

SVP-Präsident Toni Brunner gibt die Parteiführung ab. Als Nachfolger schlägt die Parteileitung den Berner Nationalrat Albert Rösti vor.

Legende: Video «Toni Brunner tritt zurück» abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.01.2016.

Toni Brunner tritt als SVP-Präsident per Ende seiner ordentlichen Amtszeit am 23. April 2016 zurück. Brunner habe zum Abschluss der jährlichen Kadertagung der Partei in Horn (TG) seine Parteikollegen über seinen Rücktritt informiert, teilte die SVP mit.

Die Parteileitung schlägt den zuständigen Organen Nationalrat Albert Rösti als Nachfolger vor. Eine Arbeitsgruppe der Parteileitung werde der Delegiertenversammlung zudem einen Vorschlag für die Zusammensetzung der Parteileitung in der kommenden Amtszeit unterbreiten.

Der St. Galler Brunner ist seit 2008 Präsident der SVP Schweiz. Unter seiner Führung hat sich die Partei als klar stärkste Kraft des Landes etablieren können.

Brunner hat die von Erfolgen verwöhnte Partei geprägt, etwa deren rigide Migrationspolitik, den antieuropäischen und antiökologischen Kurs und den Einsatz für Armee und Landwirtschaft. In Brunners Präsidentschaft fallen die rechtsstaatlich heikle Ausschaffungsinitiative, die Masseneinwanderungsinitiative, die Selbstbestimmungsinitiative und die Durchsetzungsinitiative.

Tradition, aussenpolitische Abschottung, Skepsis gegenüber Eliten und Fremden: Brunner vertritt solche Positionen nicht nur, er verkörpert sie als Landwirt, als Mitbesitzer einer Landbeiz, Initiant eines Ländler-Radios und als bekennender Naturbursche. Er gilt als Ziehsohn von SVP-Chefstratege Christoph Blocher.
Von 2000 bis 2008 war er Vizepräsident der SVP.

Im Dezember 1995 – im Alter von 21 Jahren – wurde Brunner in den Nationalrat gewählt, dem er noch immer angehört. Nach seinem Rücktritt will er sich nun wieder vermehrt auf die politische Arbeit als Nationalrat und auf seinen eigenen Landwirtschaftsbetrieb konzentrieren.

Auch der Generalsekretär geht

Neben Toni Brunner werde auch Generalsekretär Martin Baltisser im Verlauf dieses Jahres von seinem Amt zurücktreten, heisst es weiter. Er werde eine neue berufliche Herausforderung in der Privatwirtschaft annehmen.

Seine Nachfolge soll gemäss SVP in nächster Zeit geregelt werden. Martin Baltisser leitet das Generalsekretariat seit 2009, nachdem er diese Funktion bereits in den 1990er-Jahren innehatte.

Damit wählen im April gleich drei Bundesratsparteien einen neuen Präsidentin oder einen neuen Präsidenten. Denn auch bei FDP und CVP haben Philipp Müller (AG) und Christophe Darbellay (VS) ihren Rücktritt angekündigt.

52 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Wenn man von Leistung spricht und Komplimente austeilt, sollte man m.E. differenzieren.TB's Eigenleistung war m.E. keine intellektuelle, sondern eine repräsentative; dafür war er geeignet. Bei jeder Interviewfrage, die eine Fortführung eines Gedankens verlangte, war er heillos überfordert und flüchtete sich ins Parteiprogramm. Er war "dienlich". Zusammen mit seinem jovialen, aber energischen Auftreten hat er die Grundvoraussetzungen für dieses Amt in dieser Partei vollauf erfüllt.
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      N. Dudle klar doch Komplimente an eine Leistung dieser Person Brunner SVP, wird doch nicht quotiert. Aber dafür wird eine andere Person, die gar nicht im Parlament gearbeitet hatte, als Bundesrätin gewählt und erst noch als Schweizerin des Jahres gekürt. Ist ja Intellektuell fast etwa das gleiche nicht wahr. Wenn er nun die Grundvoraussetzungen für sein Amt erfüllt hat, darf er sicher auch Komplimente entgegen nehmen.
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Brunner hat das als junge Kraft sehr gut gemacht. Ein sympathischer Mann mit den Füssen auf dem Boden. Ob Rösti ihn ersetzen kann, ist fraglich. Er scheint kaum Charisma zu haben. Die SVP-Gegner werfen ihm als Akademiker bereits "technokratische Politik" vor. Wenn's aber ein Bauer ist, ist es ihnen auch nicht recht....
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Damit wählen im April gleich drei Bundesratsparteien einen neuen Präsidentin oder einen neuen Präsidenten. Denn auch bei FDP und CVP haben Philipp Müller (AG) und Christophe Darbellay (VS) ihren Rücktritt angekündigt." Dann mal sehen, was danach passiert. Man muss sich ja auch nicht immer überall einmischen. Parteien sollen autonom bleiben können.
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