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Kein Zertifikat für Stoffmasken
Aus 10vor10 vom 06.08.2020.
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Textil- oder Einwegmaske? Wie zuverlässig sind Stoffmasken?

Zertifizierte Stoffmasken gibt es in der Schweiz zurzeit nicht. Das heisst aber nicht, dass Stoffmasken nichts nützen.

Wie stark schützen Stoffmasken? «Dass Masken die Verbreitung des Coronavirus eindämmen können ist erwiesen, doch wie gross der Nutzen ist, lässt sich auch heute noch nicht genau sagen. Das gilt unabhängig vom Maskentyp», sagt SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis. Masken gelten nur als eine ergänzende Massnahme in der Bekämpfung von Sars-CoV-2. Bei Hygienemasken sei auch ein gewisser Schutz für den Träger zu erwarten. «Und mit einer gut gemachten Stoffmaske schütze ich vor allem meine Umgebung, falls ich selber infiziert bin und es vielleicht nicht merke», sagt Daniel Theis.

Gibt es zertifizierte Stoffmasken in der Schweiz? Nein, Stoffmasken werden momentan nicht geprüft und sind deshalb auch nicht zertifiziert, wie das etwa bei Einweg-Hygienemasken der Fall ist. Es gibt allerdings Bestrebungen, künftig auch Stoffmasken nach der Prüfnorm EN 14683 zu zertifizieren.

Gibt es dennoch zuverlässige Stoffmasken? Ja. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat zusammen mit der Covid-19-Science-Taskforce Empfehlungen an die Schweizer Textilunternehmen herausgegeben. Daraus sind die sogenannten Schweizer Community-Masken entstanden, die den Empfehlungen der Empa entsprechen. In den Empfehlungen ist etwa festgehalten, wie hoch die Durchlässigkeit einer solchen Maske sein darf. Wer Masken nach diesen Empfehlungen herstellt, kann ein Label des Prüfunternehmens Testex als Bestätigung erhalten. Personen die unter einer akuten Atemwegserkrankung leiden, sollten allerdings zu einer Einwegmaske greifen, gemäss den Empfehlungen des BAG, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Kann ich eine «Community-Maske» aus Stoff mehrmals verwenden? Textilmasken sind gemäss den Angaben des Herstellers waschbar, fünf Mal gilt als das Minimum, sie kann aber auch länger halten. Ausser man ist selber krank, können auch Einwegmasken im Prinzip mehrmals getragen werden, wenn sie jeweils nur kurz im Einsatz sind. Masken sollten immer möglichst wenig berührt und wenn sie nicht genutzt werden in einer Papiertüte oder einem Briefumschlag aufbewahrt werden. Plastik ist nicht empfehlenswert, da dann die Maske nicht trocknen kann. Am idealsten ist es, die Maske an einem Haken frei aufzuhängen.

Kann ich mir meine Maske auch selber nähen? Davon rät das BAG aktuell ab. Der Schutz sei nicht zuverlässig genug. Anders sieht es aber beispielsweise die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC. Auf ihrer Internetseite findet sich denn auch eine Anleitung zum Nähen einer Stoffmaske. Man solle dichten Baumwollstoff nehmen und diesen zweilagig zusammennähen, heisst es darin. «Eine textile Maske von einem maschinellen Hersteller ist vermutlich im Durchschnitt zuverlässiger», sagt Wissenschaftsredaktor Theis. Eine selbstgenähte doppellagige Baumwollmaske sei aber sicher besser als gar keine.

10vor10, 7.8.2020, 21.50 Uhr;

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91 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Heinzer  (heinzereva)
    Ich finde die Verweigerung des Maskentragens unsozial und egoistisch. Wer sich weigert, der sollte im Krankheitsfall hintenanstehen müssen.
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  • Kommentar von Hans Peter  (Byron)
    Ich fahre Velo. Zum eigenen Schutz und freiwillig immer mit CE zertifiziertem Helm. Es käme mir eigentlich nie in den Sinn, einen selber gebastelten Kopfschutz zu tragen, obwohl es da ja diverse interessante Möglichkeiten gäbe (z.B. ausgehöhlter Kürbis, Laubsägearbeit etc.). Bei den Masken scheint dies kein Problem zu sein, Hauptsache man trägt was im Gesicht. Da kommt bei mir der Verdacht auf, dass es für viele halt doch primär einen Placeboefffekt hat...
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  • Kommentar von Thomas Nass  (ThomiN)
    Es geht ja nicht darum, mit den Masken 100% Schutz zu bieten, sondern darum, das Ansteckungsrisiko zu mindern. Für die breite Anwendung ist es eigentlich egal, Hauptsache irgend eine Maske. Otto Normalo verwendet die Maske sowieso nicht vorschriftsgemäss, deshalb sind die 'Supermasken' ohnehin Perlen vor die Säue. Und dee ganze Plastikmüll...den füttern wir als Dankeschön indirekt unseren Nachfahren. Ein Irrsinn!
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