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Schweiz Tödlicher Bielersee-Unfall im Oktober vor Gericht

Vor drei Jahren verlor eine 24jährige nach einem Unfall auf dem Bielersee ihr Leben. Nun steht der Gerichtstermin fest: Ende Oktober muss sich ein heute 77jähriger wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der Mann streitet die Vorwürfe ab.

Legende: Video Bieler-Bootsdrama kommt vor Gericht abspielen. Laufzeit 00:55 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.05.2013.

Am Abend des 11. Juli 2010 wollten eine 24jährige Aargauerin und ihr Freund per Schlauchboot von der St. Petersinsel auf dem Bielersee in Richtung Lüscherz fahren. Doch dann rauschte ein Motorboot herbei und überfuhr die beiden. Die junge Frau verblutete, ihr Partner blieb unverletzt. Der Bootsführer fuhr davon.

Wenige Wochen nach dem tödlichen Unglück stand ein 77jähriger bereits als Tatverdächtiger fest. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte er an Bord seines Motorbootes das Schlauchboot übersehen.

Man verfüge über genügend Belastungsmaterial, um den Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung genügend zu erhärten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft im Januar. Dennoch streitet der angeklagte Bootsführer die Tat weiterhin ab.

Vom 28. Bis 30. Oktober wird nun das Regionalgericht Berner Jura-Seeland über Schuld und Unschuld des 77jährigen urteilen müssen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Es geht hier auch noch um einen anderen Aspekt: Seitdem ich Prozesse verfolge, habe ich es in diesem Land noch nie erlebt, dass jemand, der zu den "Gestopften" gehörte, für irgendetwas verurteilt wurde - und wenn ja, dann war es eine billige "Bewährung". Man kennt sich oben halt zu gut. Die beiden einzigen Ausnahmen waren Werner Rey, weil er eben ursprünglich nicht zu "denen da oben" gehört hatte und deshalb nie voll anerkannt war, und Hirschmann, aber auch bei ihm "abgeschwächt".
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @N. Tenetur: Bevor Sie solche Worte schreiben, sollten Sie versuchen, den tieferen Sinn meiner Aussagen zu verstehen. In diesem Fall, über den wir hier diskutieren, geht es darum, ob dem betreffenden Angeschuldigten tatsächlich nachgewiesen werden kann, ob ER die Frau auf dem See überfahren hat oder nicht. Wenn nein, wird er freigesprochen, und wenn ja, wird es sicher so "gedeichselt", dass ein "Urteil" abgemildert wird. Ja, das ist rechtswidrig, aber gerade das kommt häufig vor.
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    2. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      @Juha Stump: Im letzten Satz des Kommentars, auf welchen ich geantwortet habe, hiess es: "Wetten, dass auch dieser ähnlich verurteilt wird, weil ihm die Tat ja nicht klar nachgewiesen werden kann?" Was gibt es in diesem Satz für "einen tieferen Sinn", den man herausinterpretieren sollte? Diese Behauptung ist schlicht falsch. Im Übrigen habe ich als Jurist schon beim Anwalt, Gericht und der Staatsanwaltschaft gearbeitet. Ich beziehe mein Wissen in Sachen Strafverfahren also nicht von der SRF.
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Aha, also ein Jurist sind Sie. Gerade deshalb müssten Sie wissen, wie heikel auch der obige Fall ist. Die Sachlage sieht so aus: Falls niemand deutlich das Gesicht dieses Mannes gesehen hat, als er die Frau überfuhr, kann ihm diese Tat als solche vor Ort nicht nachgewiesen werden, und auch allfällige Blutspuren der Frau an seinem Boot sind offensichtlich kein Beweis, sonst könnte der Mann die Tat ja nicht abstreiten. Das weiss ICH - wie viel wissen denn SIE selber über diesen Fall?
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    4. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Die heutige Strafverfolgung ist hoch komplex und enorm zeitaufwändig. Es wird am ganzen Boot nach DNA Spuren des Opfers gesucht, es werden Handydaten des Beschuldigten ausgewertet (inkl. Lokalisierung), allenfalls GPS (sofern vorhanden). Es wird versucht, die Verletzungen des Opfers mit der Schiffsschraube des besagten Motorbootes zu vergleichen. Zeugen werden befragt (wo war der Beschuldigte?) usw. Kommt hinzu, dass Staatsanwaltschaft und Polizei tausende von anderen Untersuchungen führt.
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    5. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Einige dieser Handlungen müssen ins Ausland abgegeben werden, weil hierzulande vielleicht kein Institut die nötigen technischen Hilfsmittel hat. Ich könnte hier noch reihenweise aufzählen, was ein solcher Fall mit sich bringt. Soweit ich weiss, ist der Beschuldigte auch nicht in Haft. Es ist also kein dringlicher Fall (Art. 5 Abs. 2 StPO). Vielleicht scheinen drei Jahre für den Laien etwas lang. Meiner Erfahrung nach ist das üblich. Kommt hinzu, dass man erst später auf den Beschuldigten kam.
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    6. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @N. Tenetur: Danke für Ihre klaren Informationen, so weit liegen wir zwei also nicht auseinander. Während dieser Fall also sehr komplex scheint, war es derjenige vom Jahr 1996, den ich unten erwähnt habe, eindeutig nicht. Der Todesfahrer, der zudem noch von einem anderen begleitet wurde, war von Anfang an geständig. Gerade deshalb ist es unverständlich, dass es ganze drei Jahre dauerte, bis es zu jenem "Prozess" kam, der von sehr vielen zu Recht als eine Farce bezeichnet wurde.
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  • Kommentar von Alexander Moser, Interlaken
    Eine Glanzleistung unserer Justiz: die brauchen sage und schreibe mehr als 3 Jahre, um einen Gerichtstermin festzulegen!! Ein Urteil ist damit noch lange nicht gefällt... Wenn der Angeklagte durch alle Instanzen geht, stehen seine Chancen nicht schlecht, das Urteil gar nicht mehr zu erleben.
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    1. Antwort von u.zbinden, bern
      Genau so ist es Herr Moser, bin Ihrer Meinung. Da der Verdächtige ein teures Boot und ein Häuschen am See hat, hat er sicher auch genug Geld für einen Star Anwat und kann sich aus der Schlinge ziehn.
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    2. Antwort von Hanspeter Liebermann, Zürich
      Stimme Ihnen zu. Umso entsetzlicher für die Opferfamilien, die um den Reichen-Bonus wissen und die nicht Ansatzweise, Übernahme von Täter-Verantwortung und/oder Justiz-Gerechtigkeit erfahren werden.
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Drei Jahre? Das ist hier "normal". Genau so haben wir es in Zürich auch erlebt, nachdem der Testfahrer einer bekannten Garage zwei kleine Mädchen totgefahren hatte - gedeckt nicht nur von seiner Firma, sondern auch von den Medien. Genau drei Jahre später kam es zum "Prozess" - und siehe da, der Mann bekam nur zwölf Monate auf Bewährung, wurde also praktisch freigesprochen. Wetten, dass auch dieser ähnlich "verurteilt" wird, weil ihm die Tat ja nicht klar "nachgewiesen" werden kann?
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    4. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      @Juha Stump, Zürich: Obwohl Sie weiter oben behaupten, regelmässig Prozesse zu verfolgen, scheinen Sie doch nicht allzu viel von Strafrecht zu verstehen. Entweder kann man dem Beschuldigten beweisen, dass er der Täter ist und dann wird er verurteilt, oder man kann es ihm eben nicht beweisen, dann kommt es zum Freispruch. Ihre Variante, also dass jemand ein mildes Urteil erhält, weil man ihm die Tat nicht oder nicht klar nachweisen kann, gibt es schlicht nicht, da rechtswidrig.
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