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Legende: Video Trotz Umfrage-Ohrfeige: Maudet gibt nicht auf abspielen. Laufzeit 00:41 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.02.2019.
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Trotz Umfrage-Ohrfeige Maudet: «Ich will die Leute von mir überzeugen»

62 Prozent der Genfer wünschen sich den Rücktritt des Staatsrats. Dieser kämpft bei «Schawinski» weiter um Amt und Ruf.

Über 62 von 100 Genferinnen und Genfern fänden es angemessen, wenn der zu weiten Teilen entmachtete und angezählte FDP-Staatsrat seinen Rücktritt einreichen würde. Das zeigt eine heute publizierte Umfrage im Auftrag von des Westschweizer Radio und Fernsehen RTS, der Zeitung «Le Temps» und Radio Lac.

Legende:
Soll Pierre Maudet zurücktreten? Für die repräsentative Umfrage wurden Genfer Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahren befragt RTS/Le Temps/Radio Lac

«Es ist ein Zeichen», räumt Maudet in der SRF-Sendung «Schawinski» ein. Aber er frage sich auch, worauf sich die befragten Leute stützten, wenn sie sich ihre Meinung bildeten: «Auf die Medien, auf soziale Netzwerke?»

Wenn Gerüchte und Verleumdungen gewinnen, haben wir ein Problem in der Politik.
Autor: Pierre MaudetGenfer FDP-Staatsrat

Für den 40-Jährigen ist klar: «Die Leute sollen sich auf mich stützen, wenn sie sich ihre Meinung bilden. Auf meine Aussagen, auf meinen Willen, den ich bewiesen habe.» Er wolle im Internetzeitalter auch dagegen ankämpfen, dass Gerüchte und Verleumdungen am Ende gewinnen würden: «Dann haben wir ein Problem in der Politik. Das gilt nicht nur für mich.»

Mit seinem Aufritt bei «Schawinski» wolle er auch den «Lügen» entgegentreten, die über ihn verbreitet worden seien. Allerdings wird auch Maudet selbst vorgeworfen, er habe es mit der Wahrheit nicht immer so genau gehalten.

Selbstkritische Töne

Bei «Schawinski» gibt sich der einstige Überflieger des Schweizer Freisinns auch selbstkritisch: «Ich habe Fehler gemacht. Ich hätte auf die Reise nach Abu Dhabi verzichten müssen.» Er habe sich aber dafür einsetzen wollen, die Beziehungen zwischen seinem Heimatkanton und den Emiraten zu stärken.

Wie diese Argumentation zur seiner früheren Aussage passe, es habe sich um eine Privatreise gehandelt, hakt Schawinski nach. Er sei anfangs davon ausgegangen, dass er die Reise aus eigener Tasche bezahlen werde, so Maudet: «Das habe ich dann nicht.» Diesbezüglich die Unwahrheit gesagt zu haben, sei sein «Hauptfehler» gewesen: «Den Staat Genf hat die Reise aber keinen Rappen gekostet.»

Der Fall Maudet

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Im Frühling 2018 wurde Maudet mit Glanzresultat als Genfer Regierungsrat wiedergewählt. Eine verhängnisvolle Luxusreise nach Abu Dhabi, ominöse Parteispenden und Lügengeschichten haben das Vertrauen in ihn erschüttert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Maudet wegen Vorteilsannahme im Amt, ein Korruptionsdelikt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Obwohl die nationale und die kantonale FDP ihn zum Rücktritt aufgefordert haben, will Pierre Maudet im Amt bleiben: «Nur ein einziger Mensch entscheidet, ob ich zurücktrete oder nicht – ich selbst», sagte er in einer früheren Stellungnahme.

Jetzt will Maudet um Amt und Ruf weiterkämpfen. Er habe nicht immer Gelegenheit gehabt, sich zu erklären, beklagt der FDP-Staatsrat: «Jetzt will ich die Leute von mir überzeugen.» Diese Gelegenheit wolle er nun auch gegenüber dem Deutschschweizer Publikum wahrnehmen.

Dabei wählt Maudet leise Töne, um den politischen Sturm zu umschreiben, der über ihn hereingebrochen ist: «Ich habe mich in den letzten 20 Jahren sehr stark in der Politik engagiert, mit all meiner Energie. Heute erlebe ich Schwierigkeiten.»

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
    Es ist sehr bedenklich wie sich dieser Staatsrat benimmt. Doch sein Verhalten ist ein Abbild seiner Politkollegen, z. B kürzlich im Kt. Luzern. Zuerst Spesen en Masse einstecken. Fliegt es auf, Reumütig und als Lernfähig da stehen, wie an Hochschulen gelernt. Mimik, Gestick, Wortwahl. So verhalten sich auch Wirtschaftsbosse, mit Boni, Party, Einsacken und mehr, wie in diversen Fauxpasses der letzten Jahren mit anschl. Rücktritten. Einmal mehr errinnere ich an den Trickfilm „ Farm der Tiere“
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Bei Schawinski steht eben Schawinski im Vordergrund und die das Visavis, das er versucht mit Videobeweisen flach zu halten. Darum steht auch sein Rücktritt zur Debatte der Zuschauer.
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    1. Antwort von Daniel Schmidlin  (Queren life)
      ..und nicht das Visavis..
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  • Kommentar von Walter Matzler  (Wma)
    Wahrscheinlich spielt die lebenslange Rente in diesem Fall eine wesentliche Rolle. Diese Politikerrenten müssten abgeschafft werden. Jeder andere Bürger bezahlt 40 bis 50 Jahre lang Prämien damit er im Alter eine Rente bekommt. Politiker kommen nach ein paar Jahren fast gratis zu lebenslänglichen Bezügen. Man rechne am Beispiel von Herrn Maudet die statistische Lebenserwartung mal Jahresbezug. Da kommen Millionen zusammen. Wie lange wollen wir das noch aushalten?
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    1. Antwort von Reto Meisser  (Reto Meisser)
      und das ganze nennt sich Demokratie.....
      NIcht mal ein Bundesrat sieht es für nötig hier einzuschreiten....bereichern wollen sich viele da in der Politik....
      Ach nebenbei gibt es ja noch den Bürger...
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