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Legende: Audio Ökologischer Fussabdruck: Keine Tendenz zur Verkleinerung spürbar abspielen. Laufzeit 04:03 Minuten.
04:03 min, aus SRF 4 News aktuell vom 07.05.2019.
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Überbeanspruchung der Umwelt «Die Schweiz liegt im internationalen Vergleich auf Platz 38»

Der 7. Mai ist der sogenannte Swiss Overshoot Day (engl. Tag der Überschreitung). Gemeint ist der Tag, ab dem die Schweiz bereits so viele Ressourcen verbraucht hat, wie ihr im Rahmen einer nachhaltigen Nutzung der Natur für das ganze Jahr zur Verfügung stehen würden. Ab diesem Tag lebt die Schweiz – was die natürlichen Ressourcen betrifft – auf Pump.

Corina Gyssler

Corina Gyssler

Mediensprecherin WWF

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Gyssler ist Kommunikationsbeauftragte für Konsum, Wirtschaft und internationale Projekte beim WWF.

SRF News: Was versteht man unter dem globalen Fussabdruck?

Corina Gyssler: Das Global Footprint Network analysiert die menschliche Nachfrage an natürlichen Ressourcen und setzt diese dann in ein Verhältnis zur Menge der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Dieser Faktor wird auf eine entsprechende Anzahl Planeten hochgerechnet.

Von welchen Ressourcen sprechen Sie?

Es sind pflanzliche Produkte wie Holz, aber auch Produkte aus dem Meer sowie Weide- und Ackerland und das bebaute Land, das wir beanspruchen. Eingerechnet sind auch die CO2-Emissionen, die wir verursachen.

Erst gut vier Monate des Jahres sind vergangen und wir sind schon am Überlastungstag. Insgesamt unternimmt die Schweiz einiges, um ihren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren. Ist eine Tendenz zur Besserung sichtbar?

Nein, wir stagnieren um den Anfang Mai herum. Grund dafür ist, dass wir mit unserem heutigen Lebensstil zu viele Ressourcen verbrauchen und zu viel CO2-Emissionen abgeben.

Deutschland hat die Ressourcen für das laufende Jahr vor vier Tagen aufgebraucht. In den USA war der Überlastungstag schon Mitte März. Steht die Schweiz international gesehen gut da?

Die Schweiz liegt im internationalen Vergleich von insgesamt 183 Ländern, die von dem Global Footprint Network berechnet werden, auf dem Platz 38. Das ist ziemlich weit vorne.

Mission B – beteiligen auch Sie sich!

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Mission B – beteiligen auch Sie sich!

Die Aktion Mission B ist ein gemeinsames Projekt der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehstationen aller vier Sprachregionen. Ziel von Mission B ist es, die Biodiversität in der Schweiz nachhaltig zu fördern.

Auch die Schweiz verliert jede Sekunde fast 0.7 Quadratmeter Grünfläche. Die Insekten sterben, die Vögel werden immer weniger, viele Pflanzen- und Tierarten sind bedroht. Denn wir Menschen brauchen immer mehr Platz, sei es für Wohn- und Siedlungsraum oder für intensive Landwirtschaft.

Als Plan B für die Natur soll innert eineinhalb Jahren möglichst viel biodiverse Fläche entstehen, in der Schmetterlinge, Vögel, Wildbienen, Eidechsen und Igel ein Zuhause finden. Beteiligen auch Sie sich.

Gibt es denn Länder, die das Ziel, nur eine Erde aufzubrauchen pro Jahr, überhaupt zumindest annähernd einhalten?

Ganz am Ende dieser Rangliste liegen Länder wie Timor, Burundi oder Haiti. Sie beanspruchen deutlich weniger Ressourcen als wir dies tun.

Die Schweiz ist in der Rangliste ziemlich weit vorne.

Was müsste aus Sicht des WWF geschehen, dass sich der Schweizer Überlastungstag weiter nach hinten verschiebt?

Wie gesagt: Wir haben hier in der Schweiz einen hohen Lebensstandard. Wir müssen unbedingt haushälterischer mit den natürlichen Ressourcen umgehen und unsere CO2-Emissionen deutlich senken. Ein Beispiel ist das Fliegen. Wir sollten weniger fliegen und dieses Jahr einmal Ferien mit dem Zug machen. Wir müssen die Ölheizungen ersetzen und zu umweltfreundlichen Heizsystemen kommen. Wir können im Herbst ein umweltfreundliches Parlament wählen und bei Finanzanlagen beispielsweise darauf achten, dass umweltschädliche Sektoren oder Firmen ausgeschlossen sind.

Sind Sie zuversichtlich, dass sich mit den aktuellen Klimastreiks tatsächlich etwas ändert und dieser Tag weiter nach hinten geschoben werden kann?

Ja, der WWF arbeitet seit Jahren daran, die Menschen aufzuklären, dass wir auf zu grossem Fuss leben. Wir erhoffen uns durch diese Klimadebatte, dass mehr Menschen sensibilisiert werden. Es gibt viele Möglichkeiten, ohne dass man verzichten muss oder eine grosse Einbusse an Lebensqualität hinnehmen muss, um die CO2-Emissionen zu senken.

Das Gespräch führte Klaus Ammann.

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93 Kommentare

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  • Kommentar von Vera Kehrli (Vera Kehrli)
    Pendeln ist die schlimmste Umweltverschmutzung. Und sie wird noch steuerlich subventioniert. Dümmer geht's nümmer.
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    1. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Ich glaube da muss man schon ein wenig differenzieren... Mit dem Auto pendeln ist nicht das gleiche wie mit ÖV.
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  • Kommentar von Felicia Mändli (Felicia)
    @ Derungs Ich habe im Umweltwissenschaftsstudium gelernt, dass diese Berechnungen nur die Inlandsemissionen mit einberechnen. Flugemissionen fallen ja nicht im Inland an, sondern global, auch wenn sie von CH Einwonern produziert wurden. Demnach geben die meisten Länder ihre Statistik ohne Flug und Schiffsverkehr (Kreuzfahrten) an. So auch das BAFU. Ich habe die Zahl aus einem NZZ Artikel mit dem Titel "Fliegen ist zu billig".
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    1. Antwort von Reto Derungs (rede)
      Selbstverständlich habe ich den Kommenter (es ist kein Artikel) in der NZZ auch gelesen. Es steht da tatsächlich drin, dass die Flugemissionen 18 % ausmachen. Nur leider hat der Verfasser des Kommentars nicht erwähnt, woher diese Zahl kommt. Da ich in meinem Betriebsökonomiestudium auch Statistik studiert habe, weiss ich ganz genau, dass man keiner Zahl glauben soll, die nicht nachvollzogen werden kann. Aus meiner Sicht ist diese Zahl völlig unrealistisch.
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    2. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      rede. Hier in diesem Artikel wird vom Fussabdruck in der Schweiz geredet. Sie nehmen die BAFU-Statistik zur Hand wo der internationale Flug- und Schiffsverkehr ausdrücklich ausgeschlossen ist. Wenn wir den Flugverkehr einberechnen kann man bestimmt auf die 18% (in der Schweiz!) kommen. Durch den Kerosin-Verbrauch von hiesigen An- und Abflügen (zumindest Abflügen) kann man bestimmt auch die CO2-Emission berechnen.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Verzichtet auf Billigstware und Amazon und Co. sollten die gratis Lieferungen von Paketen sofort beenden. Das hin und her von allen möglichen Sachen und bei Nichtgefallen usw. sollte ebenfalls eingestellt werden. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
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