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Schweiz Unfälle mit Sesselliften: Meistens selbst verschuldet

Unfälle mit Sesselliften wie jener im Gebiet Flumserberg vom Mittwoch sind selten. Die meisten Unfälle verschulden die Fahrgäste selber durch ihr Verhalten und beim Auf- und Absteigen.

Seilbahnkabel und Sessel eines Sessellifts liegen auf der Skipiste.
Legende: Das Seil des Sessellifts sprang mutmasslich wegen einer Windböe aus den Rollen. SRF

Starke Windstösse können tonnenschwere Stahlseile aus Seilbahnrollen reissen: Am Mittwoch sprang mutmasslich nach einer Windböe das Seil eines Sessellifts von einem Masten. Zwei leere Sessel stürzten dadurch auf die Piste. Verletzt wurde niemand. Zwölf Personen befanden sich noch auf der Bahn, konnten aber mit Abseilen aus ihrer Lage befreit werden.

Legende: Video Sicherheit auf Sesselbahnen abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.02.2014.

Windalarm hat Anlage gestoppt

«Wir hatten grosses Glück», sagt der Geschäftsleiter der Bergbahnen Flumserberg, Heinrich Michel. Die Bahn stellte ihren Betrieb ein, denn zuvor hatten die Messstationen Windalarm ausgelöst.

Laut dem Bundesamt für Verkehr (BAV) kommt es in der Schweiz etwa zwei- bis viermal pro Jahr vor, dass ein Seil einer Sesselbahn von der Rolle springt. Meistens allerdings passiere dies bei Stürmen in der Nacht, oder wenn der Sessellift wegen der Windwarnung bereits nicht mehr in Betrieb ist.

Der letzte grössere Unfall ereignete sich im Januar 2008 in Grindelwald (BE): Mehrere Sessel der Seilbahn Fallboden stürzten nach einer Windböe in die Tiefe. Ein deutscher Wintersportler kam ums Leben, neun weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Passagiere müssen sich an der Nase nehmen

Zwischen 2007 und 2012 gab es laut der Statistik des BAV bei Unfällen mit Luftseilbahnen insgesamt 4 Tote und 41 schwer Verletzte. «Die allermeisten Unfälle passieren aber nicht aufgrund von Wind», präzisiert BAV-Sprecherin Olivia Ebinger.

«Die häufigste Unfallursache ist das Fehlverhalten der Fahrgäste. Sie verletzen sich, weil sie nicht sorgfältig auf- oder absteigen, den Sicherheitsbügel zu früh öffnen oder mit Rucksäcken am Sessel hängen bleiben.» Auch mit Aufschaukeln des Sessels würden sich die Skitouristen leichtfertig gefährden: Denn auch damit könne ein Seilbahnkabel aus den Rollen springen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Die Ueberschrift: "Meistens selbst verschuldet" reicht bereits, um wieder gehässigte Kommentare gegen den Bericht, bzw. gegen die Bahnbetreiber ins Forum zu döggelen! Es ist ein Faktum, dass 90% aller Unfälle im Flug- Bahn- Schiffs- und Strassenverkehr auf "menschliches Versagen" zurückzuführen sind! Solange es technische und bequeme Transportmittel gibt, ist der benützende oder verantwortliche Mensch (Pilot, Lokführer, Buschauffeur, etc.) das grösste Risiko, liebe "Sofortkritiker"!
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  • Kommentar von Marlene Zelter, 6370 Stans
    ….Zum Beispiel, wenn man aus Blödsinn und Übermut auf dem Sessellift "umägaageled"-
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Dieser Titel ist wieder einmal völlig daneben! Da passiert ein Unfall, weil eine Seilbahn nicht rechtzeitig abgestellt wurde, und srf.ch posaunt laut hinaus, letztlich seien meistens die Passagiere schuld. Wenn Unfälle aufgrund eines Fehlverhaltens von Passagieren passieren, muss man dagegen Massnahmen ergreifen. Und Unfälle, die klar in die Verantwortung von Seilbahnunternehmen fallen, dürfen nicht passieren! Nie!
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    1. Antwort von jochen büttner, menziken
      Massnahmen gegen Fehlverhalten? Wie, bitteschön, soll das gehen? Die Anlagen heutzutage sind schon so sicher, da ist bei auch nur "einigermassen" regelgerechter Nutzung ein Unfall nahezu ausgeschlossen. Mathematische 100%-ige Sicherheit wird es nie geben. Das ist beim Skifahren so, beim Autofahren und beim Wohnungsputzen. Wer nicht bereit ist, ein gutes Stück Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, der möge sich doch beim betreuten Wohnen anmelden.
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