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Schweiz Unterwegs mit dem ÖV-Tester

Täglich pendeln hunderttausende Menschen mit dem regionalen öffentlichen Verkehr. Und während die einen sagen: Viel zu teuer, zu viele Verspätungen oder zu dreckig, sagen andere: Wir haben den besten ÖV der Welt. Was stimmt nun?

Legende: Video Unterwegs mit dem ÖV-Tester abspielen. Laufzeit 03:44 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.08.2016.

Silvio Tommasini fällt kaum auf im Pendlerstrom. Seit diesem April ist er zwei bis drei Mal pro Woche unterwegs – im Auftrag des Bundes. Sein Testgebiet: Der ÖV im Raum Zürich und in der Ostschweiz.

Tommasini prüft als erstes am Bahnhof, ob die Sauberkeit stimmt. Das Perron am Hauptbahnhof Zürich ist sauber – der Zug weniger. Der Profitester tippt seine Beobachtungen in ein Smartphone. Seine Notizen fliessen in eine Datenbank. Hier ist er zufrieden. «Wir sehen hier ein bisschen Abnutzung. Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist, betrifft die Sauberkeit im Zug. Aber das ist nichts Gravierendes. Die Qualität ist nicht schlecht», sagt er in «10vor10».

Toilette: schmuddelig bis unbenutzbar

Und weiter geht es. Profitester Tommasini ist unterwegs auf der Sihltalstrecke von Zürich nach Adliswil. Mit geübtem Auge scannt er die Abteile: Ein paar zerkratzte Scheiben fallen auf. Sonst ist dieser Zug in Ordnung. Die Sauberkeit ist eines der häufigsten Probleme. Ein typisches Beispiel: «Dass die Toilette recht schmuddelig bis unbenutzbar ist. In diesem Fall verfasse ich eine Notiz zur Reinigung.»

Unterdessen befinden wir uns an einer Bushaltestelle in Adliswil. Busse und Haltestellen bieten generell mehr Probleme als Bahnhöfe und Züge. Sie sind weniger sauber und schlechter beschriftet. Tommasini prüft alle Details. Auch die Uhrzeit, die der Billetautomat auf die Mehrfahrtenkarte stempelt. Sie ist falsch, wie der Profitester feststellt.

Fast vier Milliarden Franken für ÖV

Ein Qualitätsproblem? Nein, der ÖV habe kein Qualitätsproblem, sagt Andreas Windlinger vom Bundesamt für Verkehr. Trotzdem sei das neue Messsystem wichtig. «Fast zwei Milliarden Franken geben Bund und Kantone jährlich für den regionalen Personenverkehr aus. Weitere zwei Milliarden kommen von den Passagieren. Konket sind das Gelder für S-Bahnen, Regionalzüge sowie für gewisse Bus- und Tramlinien. Mit diesem Messsystem wollen wir sicherstellen, dass die Passagiere und die öffentliche Hand eine Gegenleistung erhalten, die stimmt.»

Profitester Silvio Tommasini fährt wieder zurück nach Zürich – mit drei Minuten Verspätung. Die Daten, die Tommasini und die 60 anderen ÖV-Tester sammeln, sollen aufzeigen, wie in der landesweit der regionale ÖV verbessert werden kann. Erste Resultate gibt es in ein paar Monaten. Die Qualitätsmessung soll längerfristig weiter gehen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
    Ich schätze die Züge und Busse des öffentlichen Verkehrs. Die SBB ist eine Art Stadtbahn - und nicht eine national Linie. In vielen Städten der welt sind die Distanzen n der Hauptstadt grösser wie Rorschach Genf. Das muss auch bei den Fahrkartenpreisen und -felxibilität berücksichtigt werden. Zudem fehlen Gepäckabteile. Sind einmal einige Reisende an Bord ist das Puff im Zug riesig. Wohin damit. Gerechnet wird bei der SBB, an sich nicht falsch, nur mit Handtaschenreisenden.
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    1. Antwort von Charly Ball (Charly Ball)
      Da gebe ich Ihnen Recht. Erlebe ich immer auf der Strecke Winterthur zum Flughafen. Vor lauter Koffern überall gibt's weder Platz zum sitzen geschweige denn noch einen Weg durch den Waggon bzw. zum nächsten. Vielleicht möchte die SBB, dass ich mit dem Auto zum Airport fahre ??
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