Unwetter in der Schweiz: Tote und stürmischer Turnfestauftakt

Heftige Unwetter tobten am Abend und in der Nacht über der Schweiz. Im Kanton Zürich forderten starke Sturmböen zwei Menschenleben. Die Eröffnungsfeier des Eidgenössischen Turnfestes in Biel musste abgesagt werden. Dort gab es Verletzte.

Ein heftiger Gewittersturm brauste über die Schweiz. Zwei Menschen in einem Auto kamen wegen eines umgestürzten Baumes in Dietikon (ZH) ums Leben, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte.

Zwei weitere Personen seien verletzt ins Spital gebracht worden, berichtete die «Tagesschau Nacht».

Unwetter zerzaust Turnfest-Gala

Beim Turnfest in Biel hatten zuvor Windböen alles mitgerissen, was nicht niet- und nagelfest war. Die offizielle Eröffnungsgala beim Eidgenössischen Turnfest wurde abgesagt.

Am Abend hatten sich dunkle Wolken über Biel aufgetürmt, und orkanartige Böen peitschten über den See und das Festgelände. Schon bald riss der Sturm Sonnenschirme, Blachen und mobile Abfalleimer mit. Die Böen zerrten gefährlich an Fest- und Partyzelten.

Die Stärke des Sturms überraschte alle

Auf einer Eventbühne waren rund 500 Kinder, wie Turnfest-Direktor Fränk Hofer sagte. Sie wurden evakuiert. Allein 900 Turner hätten die Eröffnungsgala bestreiten sollen.

Von der Heftigkeit des Joran, so nennt sich der Wind, der von den Anhöhen über Biel her weht, sei man trotz aller Vorkehrungen dann doch überrascht worden, sagte Polizeichef Fabian Sauvain. In der Nacht meldete die Polizei, dass es in Biel zwei Leichtverletzte gegeben habe.

Sturm über Campingplatz: Eine Leichtverletzte

Die Besucher wurden angewiesen, sich Richtung Innenstadt in Sicherheit zu bringen. Innert 20 Minuten war der Platz leer, wie die Verantwortlichen sagten. Alles sei reibungslos gelaufen.

Heftig erwischte der Sturm auch den Turnfest-Campingplatz in Ipsach (BE). Er ist vorderhand nicht mehr bewohnbar. Die rund 300 Camper mussten die Nacht im Bieler Kongresszentrum verbringen. Für alle Turner habe man alternative Unterkünfte geschaffen, hiess es von Seiten der Organisatoren. Wie durch ein Wunder wurde hier lediglich eine Frau leicht verletzt.

Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h

Die Böenfront war am Donnerstagabend von West nach Ost über die Schweiz hinweggefegt. Verursacht wurden die starken Winde durch grosse Temperaturgegensätze, wie «SRF Meteo» berichtete.

Am stärksten war der Sturm am Jurasüdfuss: In Cressier (NE) wurde eine Orkanböe von 119 km/h gemessen. In Neuenburg tobte der Wind mit 111 km/h und in Ipsach mit 95 km/h. In den übrigen Regionen wurden vielerorts Sturmböen von 70 bis 90 km/h gemessen.