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Kleine Wintersportorte können zulegen
Aus HeuteMorgen vom 19.02.2021.
abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
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Val Müstair statt St. Moritz Schweizer zieht es in kleine Wintersportgebiete

Der Ferientrend des Sommers hält im Winter an. Geheimtipps wie das Val Müstair erleben die beste Saison seit fünf Jahren.

Wenn Schweizerinnen und Schweizer jetzt in der Coronakrise im eigenen Land Ferien machen, meiden sie die grossen, überfüllten Destinationen.

Schon im letzten Sommer waren kleinere Städte und weniger berühmte Ferienorte für Schweizer Gäste sehr attraktiv. Und dieser Trend hält auch in der Wintersaison an – er verlagerte sich nun in die Berggebiete.

Beliebte kleine Wintersportorte

Dabei kommen die kleineren Wintersportgebiete besonders gut an, beobachtet die Marketingorganisation von Schweiz Tourismus: «Seit Beginn der Wintersaison Anfang Dezember haben kleinere Orte oft ein besseres Resultat als die grossen Destinationen erzielt», sagt Markus Berger, Kommunikationschef von Schweiz Tourismus.

Oder zumindest sei das Ergebnis nicht ganz so schlecht wie bei den Grossen ausgefallen.

Zuwachs von 20 bis 30 Prozent

Zum Beispiel das Unterengadin: Es gilt als die kleine Schwester des Oberengadins und konnte bisher mit den berühmten Oberengadiner Orten wie St. Moritz nicht mithalten. Jetzt werden jedoch etwa in Scuol vor allem Ferienwohnungen deutlich mehr gebucht als in der letzten Wintersaison.

Diese Saison könnte die beste seit fünf Jahren werden.
Autor: Martina StadlerTourismusdirektorin Engadin, Scuol, Samnaun, Val Müstair

Zu einem richtigen Renner entwickelt sich das Val Müstair. Bereits im letzten Sommer stiegen die Buchungszahlen dort rasant an. «Wenn die Nachfrage bis im März anhält, wird diese Saison die beste sein seit fünf Jahren», freut sich Tourismusdirektorin Martina Stadler.

Sie rechnet mit einem Zuwachs von 20 bis 30 Prozent für das Val Müstair. Besonders gefragt seien Ferienwohnungen, aber auch die Hotels könnten von diesem Boom profitieren.

Saison sei nicht gerettet

Stadler glaubt, dass die Region auch langfristig vom gegenwärtigen Besucherboom profitieren wird. Das Val Müstair bleibe angesagt, es treffe den Nerv der Zeit: Klein und überschaubar sei die Devise – und nicht mehr gross und überfüllt.

Trotz dieser Lichtblicke leide die Tourismusbranche aber immer noch stark unter den Corona-Massnahmen, heisst es bei Schweiz Tourismus. Die grossen Verluste könnten dadurch natürlich nicht wettgemacht werden.

Die Saison sei nicht gerettet. Aber man sei froh um jeden Schweizer, jede Schweizerin, die dem eigenen Land bei der Wahl des Ferienortes die Treue halte, sagt Markus Berger von Schweiz Tourismus.

«Die Lage in den Städten ist dramatisch»

Markus Berger, Leiter Unternehmenskommunikation Schweiz Tourismus
Legende: Markus Berger, Kommunikationsleiter bei Schweiz Tourismus Keystone

Während der Phase zwischen Mitte Juni und Mitte Oktober, als in der Schweiz vorübergehend wieder mehr gereist wurde, hatte sich bereits ein ähnlicher Trend wie jetzt bei den Wintersportorten gezeigt: Die kleinen Städte waren nicht so stark vom Rückgang der Gästezahlen betroffen wie die grossen, denen nach wie vor die internationalen Besucher und Geschäftsleute fehlen.

Doch nun habe sich für die Städte – sowohl für die kleinen als auch für die Grossen – die Situation nochmals deutlich verschärft, sagt Markus Berger von Schweiz Tourismus. «Jetzt, über die Wintermonate, bei schlechtem Wetter und mit geschlossenen Läden, hat natürlich niemand Lust auf einen Städtetrip oder einen kleinen Ausflug. Die Lage in den Städten ist dramatisch.»

Mit Prognosen ist er vorsichtig: «Der Schweizer Tourismus stellt sich darauf ein, dass noch ein paar harte Monate vor ihm liegen.» Das Frühjahr werde wahrscheinlich noch keine grosse Veränderung bringen, glaubt Berger. Zu klein seien die Fortschritte bei der Pandemie-Bekämpfung und beim Impfen.

«Wir sind aber trotzdem optimistisch, denn im Sommer dürfte die Impfrate schon recht hoch sein, sodass die Reisebeschränkungen schrittweise reduziert werden können.» Das sei das grösste Hindernis im internationalen Tourismus. Bereits der letzte Sommer habe gezeigt: «Sobald die europäischen Gäste wieder reisen können, kommen sie auch, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Sie werden das auch dieses Jahr wieder tun – und hoffentlich im Laufe des zweiten Halbjahres auch wieder jene aus Übersee.»

SRF 4 News, HeuteMorgen, 19.2.2021, 6:00 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Meinrad Küttel  (mkuettel)
    La Val Müstair muss deutsch korrekt die Val Müstair heissen, wie es der Nationalpark seit Jahrzehnten verwendet, nachdem ein Romane aus dem Unterengadin sarauf aufmerksam gemacht hat. Also die Val Mora, die Val Trupchun usw.
  • Kommentar von Samuel Nogler  (semi-arid)
    Wenn ich im Winter Ferien nehme, dann zieht es mich ins warme Afrika, meist zwar für Hilfseinsätze, nicht für Ferien.
  • Kommentar von Christine Hadorn  (Baski)
    Scheint, ich habe etwas verpasst: zustimmen / ablehnen fehlt neuerdings. Gute Idee , mir gefällt es so bestens